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Gebrauchte Zelluloseprodukte neu konzipieren

Marta Boniakivska mit Stühlen in Kombination mit Materialien aus Zellulosefasern, aus Master-Thesis, Produktfotografie von  Quelle: Marie Windrum  Copyright: Hochschule Wismar/Fakultät Gestaltung
Marta Boniakivska mit Stühlen in Kombination mit Materialien aus Zellulosefasern, aus Master-Thesis, Produktfotografie von Quelle: Marie Windrum Copyright: Hochschule Wismar/Fakultät Gestaltung
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Seit dem 1. Mai 2026 erhält Marta Boniakivska M. A. für
ein Jahr vom Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und
Europaangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern das Caspar-David-Friedrich-
Stipendium 2026 (CDF-Stipendium) der Landesgraduiertenförderung. Sie hatte
den Master-Studiengang Material Culture Design der Hochschule Wismar in
diesem Jahr erfolgreich abgeschlossen.



Von Zellulosefasern zu Biomaterial
Marta Boniakivska beschäftigt sich intensiv mit dem Potenzial von
Biomaterialien. Dieses Thema hat sie schon während ihres Design-Studiums
interessiert. Und auch der Inhalt ihrer Master-Thesis lautete „Von
Zellulosefasern zu Biomaterial. Neue Ansätze im Sitzdesign.”. Mit der
Verteidigung dieser Masterthesis hatte sie Ihr Studium im Master-
Studiengang Material Culture Design an der Fakultät Gestaltung der
Hochschule Wismar im Februar 2026 erfolgreich abgeschlossen. Während ihrer
Abschlussarbeit sind verschiedene farbige Materialien aus Alt-
Zelluloseprodukten entstanden, welche die heutige Absolventin
beispielsweise für Sitzmöbel einsetzte.

Wertvoller Rohstoff zur Verbindung von Funktion, Ästhetik und
Nutzererfahrung
Das Potenzial von Biomaterialien wird auch Thema während Marta
Boniakivskas CDF-Stipendienzeit sein. Die junge Designerin hat sich zum
Ziel gesetzt, das Potenzial gebrauchter Zelluloseprodukte in einer
Neukonzeption, eben einer Verbindung von Funktion, Ästhetik und
Nutzererfahrung, als wertvollen Rohstoff zu untersuchen. „Vom Abfall zum
Wert: Umwandlung bisher nicht recycelter Zelluloseprodukte in nachhaltige
Objekte.”, so lautet der Titel zur von ihr eingereichten Bewerbung um das
Stipendium. Etablierte Vorstellungen von Wegwerfkultur, Überproduktion und
vorzeitiger Entsorgung von Gegenständen sollen näher betrachtet werden.
Auch sollen ästhetisches und haptisches Potenzial, Nutzungsdauer und
Tauglichkeit von Alt-Zelluloseprodukten in Form neuer Materialien eine
Rolle ihrer während der Untersuchungen spielen. Objekte aus diesen neuen
Materialien sollen entworfen, und die Tauglichkeit in der alltäglichen
Lebenskultur geprüft werden. Betreut wird die Stipendiatin an der
Hochschule Wismar von Professorin Ulrike Rahe (Studiengang Design) und
Professor Achim Hack (Studiengang Innenarchitektur).

Wurzeln und Motivation
In ihrer Jugend hat sich Marta Boniakivska mit akademischem Zeichnen und
Malerei beschäftigt. Das Akademisches Zeichnen, eine klassische Kunstform,
basiert auf präzisen Beobachtungen, korrekten Proportionen, Licht-
Schatten-Verhältnissen und Komposition, was sicherlich nützlich für ihren
weiteren Berufsweg war. Geboren und aufgewachsen in Poltawa (Ukraine),
studierte sie Design mit der Studienrichtung Produktdesign in Wismar. Nach
ihrem grundständigen Studium, damals noch im Diplom, folgte ihr Master-
Studium, welches seit 2020 das Diplomstudium mit Bachelor und Master-
Studiengängen an der Hochschule Wismar abgelöst hat.
Sätze aus Dialogen mit dem Designer-Kollegium inspirierten Marta
Boniakivska auf ihrem Weg zur Produktdesignerin. Beispielsweise:
Wie wird die Zukunft aussehen? (How does the future look like?),
Das hängt wohl von Deiner Fantasie ab. (Depends on your imagination I
guess.),
Ein Schatz, kein Müll. (Treasure not Trash).
Sie erklärt „Die Philosophie der Abfallvermeidung und die Umwandlung
weggeworfener Gegenstände in Produkte, die einen Wert in sich tragen,
gefällt mir.” Die Stipendiatin lebt und arbeitet in Wismar.

Caspar-David-Friedrich-Stipendium
Das CDF-Stipendium startet in der Regel am 1. Mai und wird pro Monat in
Höhe von 1.500 Euro ausgereicht. Es wird pro Jahr für besonders
qualifizierte künstlerische Nachwuchskräfte in Mecklenburg-Vorpommern
ausgeschrieben, konkret jeweils ein Stipendium an der Hochschule für Musik
und Theater Rostock, dem Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität
Greifswald und der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar. Eine
Fachkommission wählt die Stipendiaten aus den eingereichten Anträgen aus.
Die Anträge für die aktuelle Förderperiode konnten bis zum 28. Februar
(Ausschlussfrist) eingereicht werden. Kriterien waren u. a. ein
abgeschlossenes Studium, hervorragende Studien- und Prüfungsleistungen
sowie ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung künstlerischer Formen
und Ausdrucksmittel.
CDF-Stipendiatinnen und -Stipendiaten der Hochschule Wismar waren in den
letzten drei Jahren Rebekka Jochem (Studiengang Design, 2023), Christina
Quandt (Design, Studienrichtung Schmuckdesign, 2024) und Tim Steingens
(Studiengang Kommunikationsdesign und Medien, 2025). Tim Steingens wird
zur Jahresausstellung DIA’26 in der Unterstrich Metzgerei in der Wismarer
Lübsche Straße 51 vom 30. Juni bis 5. Juli 2026 seine Ergebnisse
präsentieren. Die Jahresausstellung DIA’26 findet vom 3. bis 5. Juli 2026
Campus der Hochschule Wismar statt.