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Mischanbau: Leguminosen und Ölfrüchte punkten bei Flächeneffizienz

Forschungsparzelle in Straubing mit Erbsen und Leindotter  Quelle: TFZ
Forschungsparzelle in Straubing mit Erbsen und Leindotter Quelle: TFZ
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Das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing hat in einem
dreijährigen Forschungsprojekt Leguminosen und Ölfrüchte im Gemenge
angebaut und ausgewertet. Trotz vielversprechender Ergebnisse bei der
Flächeneffizienz und Düngereinsparung bleiben Anbau, Ernte und Vermarktung
anspruchsvoll.



Straubing, 04.05.2026. Augen auf bei der Partnerwahl: Auch beim
Pflanzenbau gilt es, zu prüfen, wer sich binden will. Das Technologie- und
Förderzentrum (TFZ) in Straubing hat deswegen in einem dreijährigen
Forschungsprojekt Leguminosen und Ölfrüchte im Gemenge angebaut und
ausgewertet. Trotz vielversprechender Ergebnisse bei der Flächeneffizienz
und Düngereinsparung bleiben Anbau, Ernte und Vermarktung anspruchsvoll.

Gleiche Ziele (Stickstoffdünger und Pflanzenschutzmittel reduzieren),
Wohnort (selbe Forschungsparzelle) und guter Freundeskreis
(Wissenschaftler) waren die Basis für Beziehungen von Leguminosen und
extensiven Ölfrüchten im Mischanbau. Während eines Zeitraums von drei
Jahren mussten die Partner Erbse, Ackerbohne und Soja zusammen mit den
Ölfrüchten Leindotter, Saflor und Körnerhanf beweisen, dass ihre
Partnerschaft Vorteile bringt – gegenüber dem Anbau in Reinsaat. Dafür
untersuchte Susanne Scholcz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am TFZ,
unterschiedliche Gemenge-Kombinationen nach pflanzenbaulichen Kriterien
und bewertete den Erfolg hinsichtlich Ertrag, Kornqualität,
Flächeneffizienz, aber auch Pflanzengesundheit und Anforderung bei der
Ernte.

Wie sich zeigte, erzielte der Mischanbau mit Erbse und Leindotter die
besten Ergebnisse. „Unabhängig von der Reihenanordnung und Erbsensorte
hatte dieses Gemenge unter verschiedenen Witterungsextremen eine höhere
Flächeneffizienz als die Reinsaaten“, so Scholcz. Deshalb sei es kein
Wunder, dass diese Kultur-Partnerschaft in der Praxis bereits recht
bekannt ist. Andere Gemenge wie Ackerbohne mit Saflor oder Ackerbohne mit
Leindotter erreichten meist einen höheren Gesamtertrag als die Reinsaaten.
Zudem konnten sie Ertragsausfälle aufgrund ungünstiger Witterung
abmildern. Dafür waren für diese Gemenge Drusch und Korntrennung für die
Vermarktung schwieriger.

„Als gänzlich ungeeigneter Gemengepartner erwies sich Körnerhanf“,
resümiert Scholcz und macht seinen hohen Stickstoffbedarf sowie seine
heterogene Abreife dafür verantwortlich. Auch der Mischanbau mit Sojabohne
erwies sich nicht als erfolgreich, da die starke Konkurrenz zwischen den
Arten zu geringen Erträgen führte. Diese beiden Kulturen überzeugen eher
als Single, also im Reinanbau.

Die ökologische Bewertung zeigte, dass der Gemengeanbau im Vergleich zur
Reinsaat meist geringere Treibhausgasemissionen aufwies. Auch die
Potenziale für Nährstoffeinträge in Gewässer waren in Mischungen
niedriger, weil der Stickstoff stärker von der Biomasse aufgenommen wird.
Dadurch kann der Gemengeanbau zur Verringerung von Nährstoffeinträgen in
Gewässer beitragen, wobei das Ertragsniveau eine wichtige Rolle für die
Umweltwirkung spielt.

Insgesamt zeigt sich: Der Mischanbau bietet Ansätze für eine nachhaltigere
und risikominimierte Produktion, erfordert jedoch eine Anpassung der
Anbau- und Vermarktungsstrategien. Oder kurz gesagt: Nur mit zueinander
passenden Kulturarten gibt es ein Happy End.

Originalpublikation:
https://doi.org/10.5281/zenodo.19368142