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Eine neue Heimat finden

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117,3 Millionen Menschen sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks
weltweit auf der Flucht. Diese Menschen müssen zumindest vorübergehend
eine neue Heimat finden. Wie gute Wohnraumlösungen aussehen könnten, ist
Thema der internationalen Forschungsgruppe „Deconstructing ‚Displacement‘,
Reconstructing Housing“ („Vertreibung“ analysieren, Wohnen neu denken),
die im Mai und Juni am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der
Universität Bielefeld arbeiten wird.

„Forscher*innen wie Mary Bunn berichten, wie Vertreibung, sei es aus
politischen, ökologischen oder wirtschaftlichen Gründen, zu einer sich
verschärfenden globalen Krise wird. Forschungsergebnisse zeigen, dass
Vertriebene großen Belastungen ausgesetzt sind, durch Bedrohungen,
Unsicherheit, Diskriminierung, den Verlust der Lebensgrundlage und der
Identität. Wer die Heimat verliert, muss sich eine neue schaffen. Wohnen
und Schutz spielen dabei eine zentrale Rolle“, berichtet die
Organisationstheoretikerin Professorin Dr. Zelinna Pablo von der Torrens
University in Sydney, Australien. Sie leitet die Forschungsgruppe zusammen
mit Professorin Dr. Kerry London (Sydney), Expertin für Architektur und
Stadtentwicklung und dem Rechtswissenschaftler Professor Dr. Rodelio
Manacsa (Sewanee, Tennessee, USA).

Häufig werde die Frage der Unterbringung vertriebener Menschen jedoch
nicht systematisch unter Einbeziehung aller relevanten Aspekte angegangen,
die Lösungen seien entsprechend mangelhaft. Um die wichtigen Perspektiven
zusammenzubringen, haben die Leiter*innen der Gruppe Forschende aus
verschiedenen Disziplinen und aus fünf Ländern mit unterschiedlichen
Erfahrungen in der Unterbringung von Geflüchteten und Vertriebenen ans ZiF
eingeladen.

Im Mittelpunkt der Kooperation stehen Fragen nach den Möglichkeiten und
Grenzen von Management, Architektur und Public Health, nach dem optimalen
Umgang mit begrenzten Ressourcen, der Übertragbarkeit nationaler Lösungen
auf andere Länder und auch nach der Messbarkeit von Fortschritten. Die
Forschenden möchten nicht nur neue Perspektiven für die Wissenschaft
anstoßen, sondern auch praktikable Wege für Politik, Praxis und globale
Zusammenarbeit aufzeigen.