KHM-Studentin Miri Klischat gewinnt den Preis des NRW-Wettbewerbs bei den Kurzfilmtagen Oberhausen
Der Preis des NRW-Wettbewerbs bei den 72. Internationalen Kurzfilmtagen
Oberhausen ging in diesem Jahr an KHM-Studentin Miri Klischat für ihren
Essayfilm „Garden of Edie“.
Mit der Preisverleihung im Filmpalast Lichtburg gingen die diesjährigen
Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen am 3. Mai zu Ende. Im NRW-
Wettbewerb erhielt KHM-Studentin Miri Klischat den Preis für „Garden of
Edie“. Bei dem Film war auch KHM-Studentin Lisa Bülow als Bildgestalterin
beteiligt. Außerdem erhielt KHM-Absolvent Simon Rittmeier den Förderpreis
im NRW-Wettbewerb für „Ku Yendza (Trajectories)“.
Der Experimentalfilm „Garden of Edie“ von Miri Klischat erzählt die
Geschichte von Edie Montana, die bereits als Kind Schriftstellerin werden
wollte und sich diesen Traum durch ihre Arbeit als Sexarbeiterin jetzt
selbst ermöglicht. „Der mutige Bruch mit Konventionen und normierten
Lebensmodellen führt zur Entdeckung der eigenen Sexualität und der eigenen
Stimme“, so die Jury.
Miri Klischat, geboren 1995 in Wuppertal, absolvierte ihr Film & Sound
Studium an der Fachhochschule Dortmund mit dem Kurzfilm „When I bleed“.
Seit 2023 studiert sie postgradual Mediale Künste an der Kunsthochschule
für Medien Köln mit Schwerpunkt Drehbuch und Regie. Aktuell entwickelt sie
ihr Spielfilmdebüt „Seepferdchen“. Für ihr erstes Projekt an der KHM
„swinging“ erhielt sie 2024 den Förderpreis im NRW-Wettbewerb in
Oberhausen. Im April wurde sie mit dem Short Tiger Award der FFA für ihren
Kurzfilm „fragil“ (Co. Regie Laurenz Otto) ausgezeichnet.
Neben „Garden of Edie“ und „Ku Yendza (Trajectories)“ liefen auch „Beneath
the Night“ von KHM-Student Maximilian Karakatsanis und „Eine Tochter und
zehn Söhne“ der KHM-Studierenden Finn Ole Weigt und Paula Milena Weise im
NRW-Wettbewerb.
„Garden of Edie“ von Miri Klischat (D, 2026, 20 Min.)
Wenn klein Edie erwachsen ist, möchte sie Autorin werden. Zwanzig Jahre
später schreibt die katholisch aufgewachsene Edie Montana einen Brief an
ihr junges Ich und erzählt ihr, wie sie sich ihren Traum erfüllt hat, in
dem sie neben ihrer aktivistischen Kunst auch als Sexarbeiterin arbeitet,
um genug Zeit zum Schreiben zu haben. Doch dafür musste sie sich erst von
den düsteren Stimmen in ihrem Kopf befreien.
Jurybegründung
„Die Vertreibung aus dem Paradies als Befreiungsakt. Der mutige Bruch mit
Konventionen und normierten Lebensmodellen führt zur Entdeckung der
eigenen Sexualität und der eigenen Stimme. „Sie“ wird zum „Ich“, während
die Kamera in präzisen Bildern den neuen Garten der Versuchung erkundet.
Wie durch die Geschichten aus den unsichtbaren Welten, die sie als Kind
den Freundinnen beschrieb, leitet uns die Protagonistin mit ihrer Sprache
auf dem erkenntnisreichen Weg zur Selbstermächtigung.“
„Ku Yendza (Trajectories)“ von Simon Rittmeier (FR/D, 2026, 16 Min.)
„Das Fallenlassen eines Objekts ist niemals ein Zufall. Es ist ein
Element, das Teil meiner Kunst ist. Es ergänzt meine Routinen, meine
Kompositionen, meine Musik.“ Dimas Tivane jongliert nicht nur mit
Gegenständen, sondern auch mit Klängen. Seine Gesänge und Musikstücke
umkreisen die Fragmente seiner Geschichte als Reisender zwischen Mosambik
und Frankreich.
Jurybegründung
„Ein kollaboratives Porträt, so spielerisch wie die Jonglierbälle in der
Luft. Auf den atemlosen Reisen zur nächsten Performance, in den ruhigen
Momenten der Reflektion, beim Üben und Wiederholen, entwickelt der Film
einen eigenen Rhythmus, der uns mitnimmt in die Welt des Protagonisten.
Zwischen Kontinenten und Sprachen sind es weniger die Worte als die Töne,
Beats und Repetitionen, die den Protagonisten charakterisieren und auf
grobkörnigem 8mm-Material einfangen.“
