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"Geschichtsmythen auf dem Prüfstand" - Neue wissenschaftliche Vortragsreihe zum Thema historische Narrative

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In der neuen Vortragsreihe „Geschichtsmythen auf dem Prüfstand“, die am
20. Mai 2026 um 18 Uhr am Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) in Mainz
startet, werden aktuelle mythenbasierte Deutungen der Geschichte kritisch
beleuchtet und wissenschaftlich eingeordnet. Ziel ist es, über die
Manipulation historischer Narrative aufzuklären und eine
Geschichtsdiskussion zu fördern, der wissenschaftliche Erkenntnisse
zugrunde liegen. Die Reihe wird vom Netzwerk „Historiker*innen für eine
demokratische Gesellschaft“ (Hist4Dem) in Kooperation mit dem Leibniz-
Institut für Europäische Geschichte (IEG) und dem Leibniz-Zentrum für
Archäologie (LEIZA) durchgeführt.



Mythen über Vergangenheit und Herkunft finden sich im Alltag und im
politischen Diskurs. Sie werden heute vor allem – nicht ausschließlich –
von einigen rechten beziehungsweise rechtspopulistischen Akteur*innen zur
Untermauerung ihrer Positionen verwendet. Diesen Versuchen der Umdeutung
von Geschichte möchten die Referent*innen der neuen Vortragsreihe
„Geschichtsmythen auf dem Prüfstand“ eine vielfältige, zuweilen
widersprüchliche, aber immer an wissenschaftlichen Ergebnissen orientierte
Geschichtsdarstellung entgegenstellen. Am Beispiel vier großer
historischer Motive – „Sklaverei“, „Rasse“, „Wikinger“ und „Germanen“ –
gehen sie Mythen nach, die aus politischen Gründen derzeit eine besondere
Konjunktur erleben. Als Historiker*innen und Archäolog*innen stellen die
Vortragenden ihre Befunde anhand aktueller Forschungsergebnisse dar. Ziel
ist es, den Besucher*innen eine differenzierte, faktenbasierte Sichtweise
zu ermöglichen und zu zeigen, wie wissenschaftliche Arbeit zur Aufklärung
politischer Diskurse beitragen kann.

Die Vorträge dauern rund 30 Minuten; vorab wird jeweils ein passendes
Objekt aus der wissenschaftlichen Sammlung des LEIZA vorgestellt. Im
Anschluss an die Vorträge ist Zeit und Raum für Diskussion und Austausch.

Vortragsreihe „Geschichtsmythen auf dem Prüfstand“
Was: Vier einstündige Vorträge zu ausgewählten historischen Motiven
Wann: 20. Mai, 3. Juni, 17. Juni und 1. Juli 2026, jeweils mittwochs,
18:00 Uhr
Wo: Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA), Ludwig-Lindenschmit-Forum 1,
55116 Mainz
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Am 20. Mai wird Thomas Weller (Leibniz-Institut für Europäische
Geschichte) den Umdeutungen der Geschichte von Sklaverei und Sklavenhandel
nachgehen.
Am 3. Juni wird seine Kollegin Malin Wilckens (ebenfalls Leibniz-Institut
für Europäische Geschichte) den Versuchen nachgehen, Rasse als Kategorie
zu rehabilitieren – und den historischen Kontext rekonstruieren, in dem
das Konzept entstanden ist.
Am 17. Juni wird sich Dominik Waßenhoven (Historisches Institut,
Universität zu Köln) mit der Renaissance der Wikinger in der Gegenwart und
in der Popkultur beschäftigen und fragen, was daran historisch adäquat
ist.
Dies setzt Andreas Goltz (Historisches Seminar, Johannes Gutenberg-
Universität Mainz) am 1. Juli mit einem Vortrag über die Germanen fort.

Historiker*innen für eine demokratische Gesellschaft
Hist4Dem (Historians for Democracy) ist ein Netzwerk von historisch
arbeitenden Menschen aus Universitäten, Schulen, Einrichtungen der
kulturellen und historisch-politischen Bildung, Museen, Archiven,
Gedenkstätten, freien Historiker*innen, Autor*innen und Kulturschaffenden.
Sie haben sich zusammengeschlossen, um sich der Zunahme rechtsextremer und
demokratiefeindlicher Bewegungen entgegenzustellen.
Im Jahr 2026 organisiert hist4dem bundesweit Veranstaltungen und Aktionen
zu Geschichtsmythen und ihrer Rolle für Geschichtsrevisionismus und
antidemokratische Ideologien. Geplant sind Tagungen, Workshops und
Vorträge ebenso wie Online-Formate und Social-Media-Beiträge, die
informieren, einordnen und zur kritischen Auseinandersetzung anregen.
Weitere Informationen: https://hist4dem.de/

Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG)
Das IEG ist ein selbstständiges außeruniversitäres Forschungsinstitut und
seit 2012 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Seine Aufgabe ist die
wissenschaftliche Erforschung der europäischen Geschichte. Es betreibt und
fördert Forschungen zu den politischen, sozialen, religiösen und
kulturellen Grundlagen Europas in der Neuzeit und befasst sich mit
aktuellen Entwicklungen in den Digital Humanities. Seine Mitarbeitenden
forschen sowohl in Einzel- als auch Gemeinschaftsvorhaben sowie mit
internationalem wissenschaftlichem Nachwuchs, den es durch sein
angesehenes Stipendien- und Gästeprogramm fördert.
Weitere Informationen: https://www.ieg-mainz.de/