Hector Fellow Academy Wissenschaftsabend: Was können wir von Kindern lernen? Die Zukunft der personalisierten Medizin
Wie können Erkenntnisse in der Kinder- und Jugendmedizin die Medizin von
morgen verändern? Warum ist es entscheidend, Kinder aktiv an Fragen rund
um ihre Gesundheit zu beteiligen? Diesen zentralen Fragen widmet sich der
Wissenschaftsabend im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2026 „Medizin der
Zukunft“. Die Veranstaltung „Was können wir von Kindern lernen? Die
Zukunft der personalisierten Medizin“ findet am 21. Mai 2026 um 18 Uhr in
München statt und richtet sich an alle wissenschaftsinteressierten
Bürger*innen. Interessierte können vor Ort in der Bayerischen Akademie der
Wissenschaften oder via Livestream teilnehmen. Um Anmeldung wird gebeten:
bit.ly/Wissenschaftsabend
Die Kinder- und Jugendmedizin steht für exzellente Grundlagenforschung
ebenso wie für die Herausforderung, medizinische Versorgung konsequent an
den besonderen Bedürfnissen junger Patientinnen und Patienten
auszurichten. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – sie erleben
Krankheit, Gesundheit und medizinische Behandlung auf ihre ganz eigene
Weise. Eine kindgerechte Medizin muss diese Perspektive ernst nehmen, ihre
Stimmen hören und ihre Rechte achten. Doch wie sieht eine Medizin aus, die
Kinder wirklich in den Mittelpunkt stellt? Welche Rolle spielen ihre
Erfahrungen und Bedürfnisse für die Forschung? Und was können Erwachsene
von Kindern lernen – insbesondere mit Blick auf die Zukunft der
personalisierten Medizin?
Prof. Dr. Dr. Christoph Klein, Professor für Kinderheilkunde und
Jugendmedizin sowie Ärztlicher Direktor der Kinderklinik im Dr. von
Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München, ist
wissenschaftlicher Gastgeber des 11. öffentlichen Wissenschaftsabends der
Hector Fellow Academy. Das Programm des Abends gibt Einblicke in aktuelle
Entwicklungen der Kinder- und Jugendmedizin und beleuchtet die Bedeutung
von Kinderrechten für Forschung und klinische Praxis. Im Anschluss haben
die Teilnehmenden die Gelegenheit, mit den Vortragenden über Chancen und
Herausforderungen der Medizin von morgen ins Gespräch zu kommen. Durch den
Abend führt der Fernsehmoderator Ralph Caspers, bekannt unter anderem aus
„Die Sendung mit der Maus“ und „Quarks“.
Der renommierte Biomediziner Prof. Dr. Dr. Josef Penninger, Direktor des
Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und
Professor an der Medizinischen Universität Wien, richtet in seinem Vortrag
den Blick auf die enge biologische Verbindung zwischen Mutter und Kind.
Während Schwangerschaft und Stillzeit passt sich der Körper der Mutter auf
bemerkenswerte Weise an, um sowohl die eigene Gesundheit als auch die
optimale Versorgung des Kindes sicherzustellen. Die molekularen
Mechanismen, die diesen komplexen Anpassungsprozessen zugrunde liegen,
sind bislang noch weitgehend unerforscht. Gerade hier eröffnet die
biomedizinische Forschung jedoch neue Perspektiven. Ein besseres
Verständnis dieser Prozesse kann nicht nur die Gesundheitsversorgung von
Müttern und Kindern verbessern, sondern auch wichtige Impulse für die
Behandlung anderer Erkrankungen liefern, etwa für neue therapeutische
Ansätze bei Darmkrebs.
Wie grundlegend Erkenntnisse aus der Kinder- und Jugendmedizin die Medizin
insgesamt voranbringen können, zeigt auch die Forschung zu seltenen
Erkrankungen im Kindesalter. Der wissenschaftliche Ausrichter des Abends,
Prof. Dr. Dr. Christoph Klein, beleuchtet, wie gerade diese wertvollen
Erkenntnisse für die Behandlung häufiger Erkrankungen im Erwachsenenalter
liefern. Kinder mit seltenen Erkrankungen werden so von den „Waisen der
Medizin“ zu Wegbereitern einer präzisen, individualisierten Medizin. Die
Versorgung von Kindern mit schweren seltenen Erkrankungen erfordert nicht
nur medizinische Exzellenz, sondern auch Mut zum Querdenken, Kreativität
und einen besonderen diagnostischen Blick. Ärztinnen und Ärzte, die sich
diesen Herausforderungen widmen, leisten damit Pionierarbeit für die
Medizin der Zukunft.
Für Claudia Kittel, Leiterin der Monitoring-Stelle UN-
Kinderrechtskonvention in Deutschland, ist die Beteiligung von Kindern ein
unverzichtbarer Bestandteil guter medizinischer Praxis, ebenso wichtig wie
exzellente Forschung und bestmögliche Behandlung. In ihrem Vortrag stellt
sie die zentrale Grundidee der UN-Kinderrechtskonvention heraus, die auch
für die Medizin gilt: Kinder sind von Anfang an Trägerinnen und Träger
eigener Rechte. Kinder und Jugendliche in Entscheidungen einzubeziehen,
die ihre Gesundheit betreffen, ist daher nicht nur wünschenswert, sondern
eine klare Verpflichtung. Ihre Perspektiven, Erfahrungen und Meinungen
ernst zu nehmen und in medizinische Prozesse einzubeziehen, kann zu einem
besseren Verständnis von Krankheit und Gesundheit beitragen und Schlüssel
zu mehr Wissen und einer besseren Medizin sein.
Das vollständige Programm finden Sie unter: https://hector-fellow-
academy.de/kommende-wissenscha
Die Veranstaltung findet im Plenarsaal (1. Obergeschoss) der Bayerischen
Akademie der Wissenschaften, Alfons-Goppel-Str. 11 (Residenz), 80539
München statt und wird per Livestream übertragen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Um Anmeldung wird
gebeten: https://events.guestoo.de/hect
Veranstaltungssprachen sind Deutsch und Englisch. Eine englische
Simultanübersetzung wird angeboten.
Beim anschließenden Stehempfang haben die Gäste die Möglichkeit zum
weiteren Austausch und Gespräch. Medienvertreter*innen sind herzlich
eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem LMU Klinikum.
Über den Hector Fellow Academy Wissenschaftsabend
Die jährlich stattfindenden Wissenschaftsabende der Hector Fellow Academy
zielen darauf ab, aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen in einen
gesellschaftspolitischen Kontext zu stellen. Diskussionsrunden fördern den
Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit und tragen dazu bei,
zukunftsweisende Diskurse anzustoßen. Im kommenden Jahr wird der Hector
Fellow Academy Wissenschaftsabend zum Thema „Künstliche Intelligenz in den
Wissenschaften“ am 9. Juni 2027 in Tübingen stattfinden und via Livestream
übertragen. Wissenschaftlicher Ausrichter ist Prof. Dr. Bernhard
Schölkopf. Er ist Wissenschaftlicher Direktor des ELLIS Instituts,
Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, affiliierter
Professor an der ETH Zürich, und Honorarprofessor an der Universität
Tübingen und der TU Berlin.
Über die Hector Fellow Academy
Im Jahr 2013 hat Hans-Werner Hector, einer der Gründer des
Softwareunternehmens SAP, die Hector Fellow Academy ins Leben gerufen.
Sein Ziel: den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Deutschland zu
stärken, zukunftsweisende gesellschaftspolitische Diskurse in Gang zu
setzen und zur Lösung globaler Herausforderungen beizutragen. Mittlerweile
haben über 34 herausragende Forscher*innen aus den Natur- und
Ingenieurwissenschaften sowie aus Medizin und Psychologie den einmal
jährlich vergebenen Hector Wissenschaftspreis erhalten. Die
Preisträger*innen waren zum Zeitpunkt ihrer Ehrung an einer deutschen
Universität oder Forschungseinrichtung tätig. Die Wissenschaftsakademie
bietet diesen Hector Fellows nicht nur eine Plattform zum Austausch und
Förderung für gemeinsame interdisziplinäre Forschungsprojekte. Sie hat es
sich auch zur Aufgabe gemacht, den Erfahrungsschatz ihrer Mitglieder an
die nächste Generation weiterzugeben. Dazu finanziert die Hector Fellow
Academy Promotionsstellen von Absolvent*innen mit überdurchschnittlichem
Master-Abschluss und hat den Hector Research Career Development Award
(Hector RCD Award) ins Leben gerufen.
