Zweiter Bildungsweg zum Abitur wird häufiger von Kindern besser gebildeter Eltern genutzt
Derzeit finden die schriftlichen Abiturprüfungen statt. Aber nicht alle
angehenden Abiturient:innen legen den Weg zur Hochschulreife traditionell
zurück. Wird das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg erworben, spielt die
soziale Herkunft eine wichtige Rolle – das zeigen Studien des Nationalen
Bildungspanels. Wer Eltern mit Mittlerer Reife, Abitur oder
Studienabschluss hat, ist auf dem alternativen Bildungsweg deutlich
überrepräsentiert.
Doch auch Kinder niedrigerer sozialer Herkunft
profitieren von den flexiblen Möglichkeiten, die zur Hochschulreife
führen. Es zeigt sich: Hohe Bildungsziele sind maßgeblich vom Elternhaus
bestimmt, doch das Gymnasium ist längst nicht der einzige Weg zum Abitur.
NEPS-Schlaglicht Nr. 35 zu traditionellen und alternativen Wegen zur
Hochschulreife:
https://www.lifbi.de/NEPS-SL/D
Was sind die NEPS-Schlaglichter?
Mit diesem und weiteren NEPS-Schlaglichtern werden ausgewählte
Erkenntnisse aus dem Nationalen Bildungspanels, der größten Langzeit-
Bildungsstudie in Deutschland, pointiert und verständlich aufbereitet. Sie
beleuchten Themen wie Kompetenzentwicklung über den Lebensverlauf oder
Aspekte von Persönlichkeit, Bildungsteilhabe, Integration und
Partizipation. Jedes Schlaglicht enthält eine Kernbotschaft, eine kurze
Erklärung sowie interaktive Grafiken, die die jeweiligen Befunde
visualisieren. Quellen und weiterführende Informationen sind ebenfalls
verlinkt. Die NEPS-Schlaglichter sind ein Angebot des Leibniz-Instituts
für Bildungsverläufe (LIfBi) und werden mit den Autor:innen der
Originalpublikationen abgestimmt. Das Angebot wird kontinuierlich
erweitert
Was ist das Nationale Bildungspanel?
Das Nationale Bildungspanel (NEPS) ist die größte Langzeit-Bildungsstudie
in Deutschland. Es untersucht Bildungsprozesse, ihre Bedingungen,
Ergebnisse und Folgen von der frühen Kindheit bis ins hohe
Erwachsenenalter. Mehr als 70.000 Teilnehmende sowie etwa 50.000 Personen
aus deren Umfeld werden dazu wiederkehrend befragt. Die gewonnenen Daten
stehen der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung. Mehr als 4.000
Forschende weltweit arbeiten bereits mit NEPS-Daten, bisher sind bereits
mehr als 1.900 wissenschaftliche Publikationen entstanden.
Hinweise zu den Autorinnen und Autoren der Studie, die diesem NEPS-
Schlaglicht zugrunde liegt, entnehmen Sie bitte der Originalpublikation.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.lifbi.de/de-
de/Start/Institut/Personen/Per
Magdalena Pratter
Originalpublikation:
Buchholz, S., & Pratter, M. (2017). Wer profitiert von alternativen
Bildungswegen? Alles eine Frage des Blickwinkels! Eine systematische
Rekonstruktion des Effektes sozialer Herkunft für alternative Wege zur
Hochschulreife. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie,
69(3), 409-435. https://doi.org/10.1007/s11577
