Zum Hauptinhalt springen

Leipziger Pflastergeschichte/n – zum Mitmachen! GWZO-Projekt sammelt persönliche Geschichten zum Leipziger Pflaster

Pin It

Das Pflaster einer Stadt ist mehr als nur der Boden unter unseren Füßen –
es trägt Geschichte in sich, aber auch viele persönliche Geschichten. Mit
dem partizipativen Projekt „Leipziger Pflastergeschichte/n“ lädt das
Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO)
alle Leipziger*innen dazu ein, ihre Erinnerungen und Erfahrungen rund um
Straßenbeläge, Gehwege und Gangarten in der Stadt zu teilen. Damit wirkt
die Stadtbevölkerung gleichzeitig aktiv an einem Ausstellungsprojekt mit.



Ob Granitplatten, Waschbetonfliesen, unbefestigte Schluppe oder
Schlackensteine – jedes Material steht für eine bestimmte Zeit, jede
Oberfläche prägt den Charakter eines Ortes und beeinflusst, wie wir uns
durch die Stadt bewegen. Das Leipziger Pflaster erzählt von industriellen
Entwicklungen, Infrastrukturprojekten, politischen Umbrüchen und
Umwelteinflüssen – aber auch von ganz persönlichen Erfahrungen.

Das stadtgeschichtliche Projekt unter der Leitung von Dr. Stephanie
Weismann versteht alle Leipziger und Leipzigerinnen als Expert*innen für
den Boden unter ihren Füßen. Gesammelt werden Beobachtungen, Kenntnisse
und Erinnerungen an und zu Leipzigs Pflaster, um zu zeigen, wie eng die
Materialität des Stadtraums mit persönlichen Lebenswegen verbunden ist.

Aus den eingereichten Beiträgen entsteht ein digitales Archiv zur
Leipziger Pflastergeschichte als Teil der Leipziger Stadtgeschichte. Eine
Auswahl der zusammengetragenen Geschichten wird zudem im Rahmen der
Wanderausstellung „Umbrüche und Transformationen“ des gleichnamigen
Leibniz-Labs präsentiert, die vom 14. Juni bis 25. Juli 2027 in der
Wandelhalle des Neuen Rathauses in Leipzig zu sehen sein wird.

„In jedem Pflaster steckt viel Geschichte, aber auch viele persönliche
Geschichten – die uns buchstäblich zu Füßen liegen. Aber wer achtet schon
darauf, was wir täglich quasi mit Füßen treten? Dabei finden sich auf dem
Boden so viele spannende Spuren, die Aufschluss über die Geschichte der
Region wie auch seine Bewohner*innen geben. Neben meinem Interesse für das
materielle Erbe der Stadt Leipzig möchte ich damit auch auf das
immaterielle Erbe persönlicher Erfahrungen aufmerksam machen.“, so
Stephanie Weismann.

Mitmachen können Interessierte auf verschiedenen Wegen: per Online-
Fragebogen, per E-Mail oder bei einem gemeinsamen Pflasterspaziergang
durch Leipzig. Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter:
https://pflastergeschichten.leibniz-gwzo.de/

Pflaster-Eindrücke werden außerdem auf Instagram und Facebook geteilt
(@pflastergeschichte.n, #pflastergeschichte_n)

Das Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO)
zählt international zu den führenden Forschungs- und
Vermittlungseinrichtungen für die Geschichte und Kultur des östlichen
Europa. Sein breiter, disziplinenübergreifender Dialog sowie seine
historische Spannweite sind einzigartig: Von A bis Z, von der Antike bis
zur Zeitgeschichte, werden am GWZO die Besonderheiten und Veränderungen
dieser historisch wie gegenwärtig so wichtigen Großregion untersucht. Im
Fokus stehen Themen, die zu den drängendsten Herausforderungen unserer
Zeit gehören: Globalisierungsdynamiken und Migration, Wissensordnungen und
konkurrierende Geschichtsbilder, Umwelt und Gewalt.

Dabei setzt das GWZO zunehmend auf Bürger*innenbeteiligung und
partizipative Forschung. Seit 2025 stärkt eine eigene Abteilung für
Citizen Science in Prag diesen Schwerpunkt. Auch das hier vorgestellte
Projekt lädt Menschen in Leipzig dazu ein, ihr lokales Wissen aktiv in die
Forschung zu Stadtentwicklung und urbanem Wandel einzubringen.
www.leibniz-gwzo.de