Sonic Cinema – T*taube Perspektiven jenseits des Hörens
Das Sommerblut Kulturfestival Köln und die Kunsthochschule für Medien Köln
präsentieren gemeinsam den Dokumentarfilm „The Tuba Thieves“ von
Filmemacherin und Künstlerin Alison O’Daniel (USA, 2023, 92 Min.).
Im Anschluss an die Filmvorführung spricht Katja Lell (Kunsthochschule für
Medien Köln) mit Katharina Nazina-Rerich (taube Performerin/Dolmetscherin
und Gebärdensprachdozentin) und Fabian Rombach (Universität zu Köln).
Mittwoch, 20. Mai 2026, 19 Uhr, Aula der KHM, Filzengraben 2, 50676 Köln
Tickets über rausgegangen.de (kostenlos)
Vom 13. bis 25. Mai 2026 findet das 25. Sommerblut Kulturfestival in Köln
statt. Zum ersten Mal kooperiert die Kunsthochschule für Medien Köln mit
dem Festival und präsentiert gemeinsam einen Filmabend. Der Dokumentarfilm
„The Tuba Thieves“ (USA, 2023, 92 Min.) der T*tauben Künstlerin Alison
O’Daniel führt in einer assoziativen, essayistischen Reise an Orte in
Kalifornien, an denen der Klang eine ganz eigene physische Präsenz
bekommt: Wir begegnen dröhnenden Flugzeugen, Schulorchestern auf der Suche
nach ihren gestohlenen Tubas, lautstarken Punkkonzerten im Deaf Club von
San Francisco und der Gebärdensprachpoesie von Christine Sun Kim.
„The Tuba Thieves“ lädt ein, die Welt durch die Ohren und Augen einer
Gemeinschaft zu erfahren, die Klang jenseits des rein Akustischen
versteht. Es ist eine Einladung, die eigenen Sinne neu zu justieren und zu
entdecken, wie viel Raum zwischen den Tönen liegt. Alison O’Daniel
dekonstruiert das klassische Kinoerlebnis. Anstatt eine Geschichte über
das „Nicht-Hören“ zu erzählen, erschafft sie einen Raum, in dem das
Publikum die Komplexität und Schönheit einer T*tauben Perspektive
unmittelbar miterleben kann. Über einen Zeitraum von zehn Jahren
entwickelt, orientiert sich die Filminszenierung an Soundkunstwerken von
Visionären wie Christine Sun Kim, Ethan Frederick Green und Steve Roden.
Der Film wird in der Originalfassung in englischer und spanischer
Lautsprache sowie in American Sign Language mit englischen und deutschen
Untertiteln und mit englischer Audiodeskription gezeigt. Im Anschluss an
die Filmvorführung spricht Katja Lell (Kunsthochschule für Medien Köln)
mit Katharina Nazina-Rerich (taube Performerin/Dolmetscherin und
Gebärdensprachdozentin) und Fabian Rombach (Universität zu Köln). Das
Gespräch wird von einer DE-DGS-Verdolmetschung begleitet. Menschen mit
Hörgeräten können die Höranlage nutzen, die über Induktion funktioniert.
In Absprache mit der Filmemacherin Alison O’Daniel werden vor Ort
Luftballons bereitgestellt, die es ermöglichen, Klangvibrationen durch
Berührung zu spüren.
Katja Lell arbeitet seit 2025 als künstlerisch-wissenschaftliche
Mitarbeiterin mit dem Schwerpunkt auf inklusive und
diskriminierungskritische Perspektiven des Kinos und der Filmvermittlung
an der KHM.
Katharina Nazina-Rerich arbeitet als taube Performerin, Dolmetscherin und
Gebärdensprachdozentin.
Fabian Rombach arbeitet seit 2021 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im
DFG-Projekt „Dispositive von dis/ability im gesellschaftlichen Wandel.
(Erwerbs-)Arbeit als biographische Erfahrung und Alltagspraxis im Kontext
von (Nicht-)Behinderung“. Seit 2023 promoviert er an der
Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln, am Lehrstuhl für
Soziologie und Politik der Rehabilitation (Disability Studies).
Sommerblut versteht sich seit 25 Jahren als inklusives Kulturfestival, in
dem unterschiedliche gesellschaftliche, soziale und politische Standpunkte
und Identitäten miteinander in Austausch gehen. Der Inklusionsbegriff wird
hier bewusst weit gefasst: es geht um körperliche und kognitive Merkmale,
Lebensformen, Wertesysteme, Traditionen, Glaubensrichtungen. Diese
Merkmale bestimmen sowohl die individuellen Identitäten als auch die
gesellschaftliche Interaktion unterschiedlichster Individuen.
