Zum Hauptinhalt springen

Einladung PRESSE-Rundgang „Alltagsthemen, in denen viel Forschung steckt“ auf Landesgartenschau Ellwangen

Pin It

20.5.2026, 11 Uhr: Rektor und Dekane der Uni Hohenheim führen durch
Ausstellung: Landwirtschaft, Natur, Ernährung, Lebensmittelproduktion, KI
& Arbeit – und wie das alles zusammenhängt
Im Anschluss: Begehung der Ausstellung „Frauen.Leben.Landwirtschaft“ des
LandFrauenverbandes Baden-Württemberg



Veranstaltungs-Ort:
Treffpunkt BaWü, Brückenpark, Jugendkulturzentrum, Mühlgraben 26, 73479
Ellwangen

Ein Ladenregal biegt sich unter Lebensmitteln, futuristische Waben zeigen
Essen aus dem 3D-Drucker und Maultaschen aus Bierhefe, auf Stelen stehen
Modelle von Streuobstwiesen und Biogasanlagen, dazwischen ein
Büroarbeitsplatz. Auf übersichtlichen Texttafeln erzählt jeder Gegenstand
in der kompakten Ausstellung der Universität Hohenheim auf der
Landesgartenschau Ellwangen eine Geschichte. Und alle haben sie mit
Forschung zu tun. Die Ausstellung läuft von 20. bis 31. Mai 2026. Sie wird
am ersten Tag um 11 Uhr eröffnet mit einer Presseführung durch
Universitätsrektor Prof. Dr. Christoph Schneider und den Dekanen der
Universität Hohenheim eröffnet. Im Anschluss lädt Tanja Maurer,
Vizepräsidentin im LandFrauenverbandes Württemberg-Baden in die
Ausstellung „Frauen.Leben.Landwirtschaft“ mit Text- und Bildporträts von
Frauen in der Landwirtschaft und einer interaktiven Mitmach-Skulptur ein.
Anmeldung bitte bis 19. Mai 2026 an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Gute Lebensmittel können unsere Gesundheit enorm fördern und sogar
Krebstherapien unterstützen. Doch dabei sind sie auf eine schonende
Produktion und gesunde Verarbeitung angewiesen. Umgekehrt werden die
positiven Effekte einer gesunden Ernährung geschwächt, wenn unsere Lebens-
und Arbeitsweise verhindert, dass sich ihr Einfluss entfalten kann.

Diese Zusammenhänge zwischen Ernährung, Landwirtschaft, Lebensweise und
Gesundheit sind zentraler Bestandteil des One-Health-Ansatzes. Hinzu
kommen der Erhalt einer gesunden Natur- und Kulturlandschaft und neue
Ansätze für eine schonende Lebensmittelproduktion. Die Universität
Hohenheim lebt diesen Anspruch dadurch, dass Agrar-, Natur-, Wirtschafts-
und Sozialwissenschaften eng vernetzt zusammenarbeiten. So auch in dieser
Ausstellung.

Gesundheit beginnt im Alltag als eine der Kernbotschaften

„Im Mittelpunkt stehen drei Kernbotschaften“, erläutert der Rektor der
Universität Hohenheim. „Erstens: Nachhaltige Lebensmittelproduktion ist
mit Unterstützung der Forschung und mutigen Innovationen möglich.
Zweitens: Verbraucherinnen und Verbraucher haben Einfluss auf die
Entwicklung von Nahrungsmitteln – Forschung schafft die Optionen dafür,
diese Impulse verantwortlich aufzunehmen.“

Die dritte Kernbotschaft ist vielleicht die wichtigste: „Gesundheit
beginnt im Alltag“, so der Rektor. „Ein zentraler Hebel für mehr
Wohlbefinden sind eine bewusste Ernährung und Selbstfürsorge. Dies kann
durch neue Technologien unterstützt werden.“

Maultaschen aus Bierhefe & Essen aus dem 3D-Drucker

Deutlich wird dies an der Ausstellungswand zum Thema
Lebensmittelproduktion und -wirkung: Die Exponate zeigen neue
Lebensmittel, wie Essen aus dem 3D-Drucker, vegane Fleisch- und Käse-
Alternativen oder natürliche Aromen, die durch Fermentation aus Pilzen
gewonnen werden.

Die Ausstellung zeigt außerdem, wie Inhaltsstoffe wirken und wie
Gesundheit bei der Produktion von Lebensmitteln beginnt: „Nur durch eine
schonende Produktion erhalten wir Lebensmittel mit Inhaltsstoffen, die
unsere Gesundheit stärken und Krankheiten vorbeugen können“, erläutert
Prof. Dr. Jan Frank, Dekan der Fakultät Naturwissenschaften.

„An der Universität Hohenheim erforschen wir nicht nur neue, schonende
Verfahren, sondern auch, wie Nährstoffe vom Körper aufgenommen und
bestmöglich verwertet werden können. Wichtig ist auch, die komplexen
Interaktionen von Nährstoffen mit dem menschlichen Organismus zu
verstehen, um Ernährungskonzepte bis hin zur Unterstützung von Therapien
entwickeln zu können.“

Daneben illustriert z.B. ein Plexiglaswürfel voll Maultaschen mit Protein
aus Bierhefe einen weiteren Forschungszweig: Lebensmittel aus
Ausgangsstoffen, die derzeit meist noch weggeworfen werden – obwohl ihre
Inhaltsstoffe dazu eigentlich viel zu wertvoll sind.

Neue Kulturlandschaften mit Bäumen mitten im Weinberg

„Für die Produktion gesunder Lebensmittel ist unsere Gesellschaft jedoch
auf eine vielseitige, zukunftssichere Landwirtschaft angewiesen“, betont
Prof. Dr. Ralf Vögele, Dekan der Fakultät Agrarwissenschaften. „Dabei
erforschen wir neue Ansätze zwischen konventioneller und biologischer
Landwirtschaft, die ohne chemisch-synthetischen Pflanzenschutz auskommen.“

Modelle von Kulturlandschaften mit Baumreihen zwischen Äckern oder in
Weinbergen weisen auf weitere neue Wege hin: „Ein weiterer wichtiger
Baustein der Forschung sind neue Anbausysteme wie Agroforst oder der
Einsatz neuer Techniken wie Agrardrohnen. So arbeiten wir an
Agrarlandschaften, die dem Klimawandel standhalten und langfristig Erträge
sichern.“

New Work und Wege, wie diese gesundheitsfördernd gestaltet werden kann

Auch die beste Ernährung könne ihre Wirkung jedoch nur dann entfalten,
wenn das Alltags- und Arbeitsumfeld die gesundheitsfördernden Effekte
unterstützen, so die Überzeugung von Prof. Dr. Benjamin Jung, Dekan der
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Anhand eines
Büroarbeitsplatzes illustriert die Ausstellung deshalb auch mehrere
Forschungsprojekte zu diesem Themenfeld.

„Hier erforschen wir zum Beispiel, wie wir digitale Hilfsmittel so
einsetzen, dass sie die Gefahr von Technostress durch intelligentes
Management verringern. Andere Projekte beschäftigen sich damit, wie wir
vor allem in sozialen Berufen psychische Belastungen besser managen können
und welche New-Work-Konzepte es für systemrelevante Berufe gibt, in denen
Präsenz notwendig ist.“

Weitere Exponate illustrieren das Thema Außer-Haus-Verpflegung und wie sie
sich weiterentwickeln müsse, um Gesundheit und Wohlbefinden stärker zu
fördern.

Apps setzen auf Bürger:innen und Schwarmintelligenz

Am spannendsten seien die Exponate zu Themen, bei denen die drei
Fakultäten der Universität Hohenheim ihr Wissen verzahnten, urteilt Rektor
Prof. Dr. Schneider. Häufig kämen dabei digitale Technologien zum Einsatz
– wie zum Beispiel bei einem Projekt zur smarten Bewässerung von
Stadtgrün.

Mehrere Exponate zeigen auch Projekte, bei denen Bürgerinnen und Bürger
als Citizen Scientists mitmachen. Ein Beispiel dafür ist ein Projekt zu
mehr Artenschutz, das digitale Tools nutzt, um Wissen über Arten für alle
zugänglich zu machen. Ein anderes eine App, die Crowd-Intelligenz nutzt,
um Mindesthaltbarkeitsdaten von Lebensmitteln besser einzuschätzen.

Auswahl bedeutet Verantwortung – für sich und für den Planeten

All diese Inhalte sind in einem Ladenregal zusammengefasst, das sich unter
dem Gewicht der verschiedenen Lebensmittel biegt. Zu sehen sind Getreide,
Hülsenfrüchte, Käse aus Milch, Fleisch und vegane Produkte aus
pflanzlichen Rohstoffen, Obst, Gemüse, Saft, Bier und Wein sowie Koch- und
Backbücher. Sie alle tragen kurze Erläuterungen zu der damit verbundenen
Forschung.

„In all diesen Produkten steckt Forschung der Universität Hohenheim“,
betont Dr. Evelyn Reinmuth, Leiterin der Geschäftsstelle Bioökonomie der
Universität Hohenheim. Gemeinsam mit Philipp Scheurich, einem Team von
Studierenden und dem Hochschulmarketing hat sie die Ausstellung in
wochenlanger Arbeit konzipiert und wird sie die meiste Zeit vor Ort
betreuen.

„In den meisten der hier gezeigten Lebensmittel steckt jahrzehntelange
Züchtung, zahlreiche Versuche auf unserer Versuchsstation und das
Fachwissen von Landwirt:innen und Verarbeitenden entlang der gesamten
Wertschöpfungskette“, erklärt Dr. Reinmuth. „Viele von ihnen haben dieses
Wissen in Hohenheim erworben. All diese Leistungen sieht man nicht, wenn
man Mehl, Linsen oder Kartoffeln kauft. Gerade deshalb möchten wir zeigen,
wie vielfältig der Beitrag der Universität Hohenheim zu unseren
Grundnahrungsmitteln ist.“

Das Regal zeige jedoch auch den immensen Einfluss von Käuferinnen und
Käufern. „Mit jeder Kaufentscheidung beeinflussen wir, wie Landwirtschaft
aussieht und wie gesund unsere Ernährung ist. Wahlfreiheit bedeutet
Verantwortung – und wir in Hohenheim arbeiten daran, dass Auswahl auch in
Zukunft erhalten bleibt und sogar noch breiter wird“, ergänzt Rektor Prof.
Dr. Schneider.

HINTERGRUND: Agri-Food-Health Hub
Die Ausstellung auf der Landesgartenschau Ellwangen versteht sich als
Schaufenster des Agri-Food-Health Hubs der Universität Hohenheim in
Stuttgart. Dabei handelt es sich um eine fakultätsübergreifende Initiative
der Universität Hohenheim, die von über 100 Fachgebieten aus den Bereichen
Agrar-, Natur- und Wirtschafts- und Sozialwissenschaften getragen wird.
Ziel des Hubs ist die Gestaltung nachhaltiger Agri-Food-Health-Systeme.
„Der Begriff „Health“ steht dabei für einen Ansatz, der weit über die
individuelle menschliche Gesundheit hinausgeht. Vielmehr steht er für die
Gesundung des gesamten Ernährungssystems – vom Boden bis zur Gesellschaft.
Auf dieser Basis trägt der Agri-Food-Health Hub dazu bei, planetare
Grenzen zu respektieren, die Resilienz globaler Ernährungssysteme zu
stärken und nachhaltige Transformationspfade evidenzbasiert zu gestalten.

Text: Klebs

Weitere Informationen
Agri-Food-Health Hub: https://foodsystemsresearch-hub.uni-hohenheim.de
Landesgartenschau Ellwangen: https://www.ellwangen2026.de

Zu den Pressemitteilungen der Universität Hohenheim
https://www.uni-hohenheim.de/presse