Gutenberg Research Award 2026 für Bissera Pentcheva
Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) zeichnet die
Kunsthistorikerin Prof. Dr. Bissera Pentcheva von der Stanford University,
Kalifornien, mit dem Gutenberg Research Award 2026 aus. Der Gutenberg
Research Award ist der bedeutendste Forschungspreis der JGU. Er ist mit
10.000 Euro dotiert und wird jährlich vom Gutenberg Forschungskolleg, der
zentralen Einrichtung zur Förderung der Spitzenforschung an der JGU,
vergeben.
Bedeutendster Forschungspreis der JGU geht an Kunsthistorikerin der
Stanford University
Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) zeichnet die
Kunsthistorikerin Prof. Dr. Bissera Pentcheva von der Stanford University,
Kalifornien, mit dem Gutenberg Research Award 2026 aus. Der Gutenberg
Research Award ist der bedeutendste Forschungspreis der JGU. Er ist mit
10.000 Euro dotiert und wird jährlich vom Gutenberg Forschungskolleg
(GFK), der zentralen Einrichtung zur Förderung der Spitzenforschung an der
JGU, vergeben. Pentcheva wird den Preis am 18. Mai, auf der diesjährigen
Jahresfeier des GFK, entgegennehmen. „Bissera Pentcheva zählt zu den
international profiliertesten Vertreterinnen der byzantinischen und
mittelalterlichen Kunstgeschichte und genießt eine herausragende
wissenschaftliche Reputation. Ihre Arbeiten sind nicht nur in sich
exzellent, sondern strahlen weit über die Grenzen ihres eigenen
Fachgebiets hinaus“, sagt Prof. Dr. Mita Banerjee, die Direktorin des GFK.
„Ihre Präsenz und ihre weitverzweigten akademischen Netzwerke können neue
Impulse für interdisziplinäre Kooperationen der JGU setzen und deren
internationale Reputation als Ort exzellenter geisteswissenschaftlicher
Forschung steigern. Dabei lässt sich gut an die Arbeit des
Wissenschaftscampus Byzanz anknüpfen, in dem die JGU seit mehr als zehn
Jahren erfolgreich mit dem Leibniz-Zentrum für Archäologie, dem Leibniz-
Institut für Europäische Geschichte und der Goethe-Universität Frankfurt
kooperiert.“
Bissera Pentcheva erwarb 1995 ihren Bachelor in Kunstgeschichte am
Dartmouth College, New Hampshire, und 1998 ihren Master an der Harvard
University, Massachusetts. 2001 wurde sie an der Harvard University mit
ihrer Dissertation zum Thema „Images and Icons of the Virgin and Their
Public in Middle Byzantine Constantinople“ promoviert. Diese Arbeit wurde
mit dem John Nicholas Brown-Preis der Medieval Academy of America
ausgezeichnet und avancierte zu einem Referenzwerk sowohl für den Marien-
und Ikonenkult als auch für die byzantinische Kunst- und Kulturgeschichte.
Seit 2003 ist Pentcheva Professorin an der Stanford University.
Eine der profiliertesten Vertreterinnen der byzantinischen und
mittelalterlichen Kunstgeschichte
„Bissera Pentcheva gehört zu den international profiliertesten
Vertreterinnen der byzantinischen und mittelalterlichen Kunstgeschichte
mit Ausstrahlung in viele andere Bereiche wie Musikwissenschaft, Digital
Humanities, Musikethnologie oder Architekturanalyse. Sie kooperiert aber
auch mit weiter entfernten Gebieten wie Physik und Akustik und hat dadurch
neue Perspektiven für die interdisziplinäre Zusammenarbeit eröffnet“,
heißt es in der Nominierung Pentchevas für den Gutenberg Research Award
von Prof. Dr. Klaus Pietschmann (Abteilung Musikwissenschaft der JGU) und
Prof. Dr. Vasiliki Tsamakda (Abteilung Christliche Archäologie und
Byzantinische Kunstgeschichte der JGU). Besonders hervorzuheben sei
Pentchevas bahnbrechender Beitrag zur Erforschung der akustischen
Dimension sakraler Räume. In ihren jüngsten Veröffentlichungen sowie in
von ihr geleiteten Projekten an der Stanford University widme sie sich dem
Zusammenspiel von Architektur, Liturgie und Musik und dessen Auswirkungen
auf die Sinne, insbesondere auf die optische und akustische Wahrnehmung.
Mit ihren Studien zur Hagia Sophia und anderen Großkirchen der Spätantike
und des Mittelalters habe sie einen transdisziplinären Paradigmenwechsel
eingeleitet. In enger Zusammenarbeit mit Physiker*innen,
Akustikingenieur*innen und Musikethnolog*innen habe sie die historischen
Klangumgebungen dieser Monumente rekonstruiert und es so vermocht, die
komplexen Wechselwirkungen von Architektur, Licht, Bewegung und Gesang
überzeugend analytisch zu erfassen.
Konzert und Buchpräsentation am 21. Mai im Alten Dom St. Johannis
Bissera Pentcheva wird während ihres Aufenthalts in Mainz am 20. Mai den
diesjährigen Jahresvortrag des Instituts für Kunstgeschichte und
Musikwissenschaft der JGU halten. Am 21. Mai wird sie im Rahmen eines
öffentlichen Gesprächskonzerts im Alten Dom St. Johannis, bei dem eine
byzantinische Orgel und mittelalterliche Choräle zu hören sein werden, den
von Klaus Pietschmann und Tobias Weißmann herausgegebenen Band „Sacred
Architecture, Rite and Music between Byzantium and the West (6th-15th
Centuries)“ vorstellen. Das Buch entstand im Rahmen des Forschungsprojekts
CANTORIA, in dem Klaus Pietschmann, gefördert durch ein Fellowship des
GFK, dem Wechselverhältnis von Musik und Sakralarchitektur nachgeht.
