Kinderwunsch: Chancen erstmals selbst berechnen
ReproCheck: Individuelle Prognosen auf Knopfdruck. Der neue Online-Rechner
ReproCheck des Deutschen IVF-Registers (D·I·R) ermöglicht Paaren, ihre
individuellen Erfolgsaussichten auf Schwangerschaft und Geburt auf Basis
hochwertiger Registerdaten eigenständig einzuschätzen.
„Wie hoch sind meine Chancen?“ - eine häufige und zentrale Frage rund um
die Kinderwunschbehandlung. Der neue Onlinerechner ReproCheck des
Deutschen IVF-Registers (D·I·R) ermöglicht es Menschen mit Kinderwunsch,
sich anhand einfacher Eingaben selbst ein erstes, aber durchaus
realistisches Bild ihrer individuellen Erfolgsaussichten zu machen. Alter,
Vorgeschichte und mögliche Behandlungsart reichen aus, um mit wenigen
Klicks die eigenen Chancen auf eine Schwangerschaft und Geburt im Rahmen
einer Kinderwunschbehandlung besser zu verstehen.
Der ReproCheck richtet sich an Paare vor und während einer Behandlung.
„Die ärztliche Beratung kann es hingegen nicht ersetzen: Dazu ist die
Ausgangslage für eine Behandlung eines unerfüllten Kinderwunsches – und
damit auch die Chancen auf Schwangerschaft und Geburt – stets zu
individuell und zu stark von der jeweiligen Patientin sowie dem Paar
abhängig, um es in unserem neuen ReproCheck darstellen zu können. Aber es
stärkt die informierte Entscheidungsfindung in einer sensiblen
Lebensphase“, sagt Dr. med. Andreas Tandler-Schneider (Berlin),
Vorstandvorsitzender des Deutschen IVF-Registers (D·I·R). Für viele
Betroffene bietet der ReproCheck eine wertvolle Orientierung in einer
emotional herausfordernden Lebensphase. Es hilft, Erwartungen einzuordnen,
Gespräche mit behandelnden Ärztinnen und Ärzten vorzubereiten und
individuelle Entscheidungen fundierter und gemeinsam zu treffen. Der
Chancenrechner ReproCheck ersetzt somit keine medizinische Beratung,
sondern versteht sich als ergänzendes Informationsangebot.
Die Aussagekraft des ReproChecks basiert auf einer außergewöhnlich
hochwertigen Datengrundlage. „Über 600.000 Behandlungen aus den Jahren
2020 bis 2024, erfasst in nahezu allen deutschen Kinderwunschzentren,
fließen in die Berechnungen ein“, erklärt Prof. Dr. med. Jan-Steffen
Krüssel (Düsseldorf), Vorstandsmitglied des D·I·R. Diese systematisch
erhobenen und qualitätsgesicherten Registerdaten sind verlässlich und
repräsentativ für die tatsächliche Versorgungssituation in Deutschland.
„Wir geben Paaren ein Instrument an die Hand, mit dem sie erstmals selbst
ihre Chancen realistisch und auf wissenschaftlicher Basis einschätzen
können“, sagt Prof. Krüssel. „Die Stärke liegt in der Qualität und Breite
unserer Daten, sie machen die Ergebnisse belastbar und alltagsnah.“
Mehr Klarheit beim Kinderwunsch
Wie das konkret aussehen kann, zeigt ein typisches Beispiel: Eine
35-jährige Frau, die eine IVF-Behandlung plant, erhält auf Basis
vergleichbarer Fälle eine differenzierte Einschätzung ihrer
Schwangerschafts- und Geburtenchancen, inklusive der Spannbreite möglicher
Verläufe. „Gerade für Patientinnen um die Mitte 30 ist es wichtig zu
verstehen, wie sich individuelle Faktoren auf die Erfolgsaussichten
auswirken – oder auch, wie sich die Chancen sukzessive verschlechtern,
wenn noch ein paar Lebensjahre gewartet werden würden“, sagt Dr. med.
Sascha Tauchert (Saarbrücken), ebenfalls Vorstandsmitglied des D·I·R: „Der
ReproCheck kann helfen, Erwartungen zu justieren und Gespräche mit
Ärztinnen und Ärzten gezielter zu führen“, sind sich Dr. Tauchert und die
Kinderwunsch-Experten des Deutschen IVF-Registers sicher.
Der ReproCheck ist frei zugänglich und benutzerfreundlich gestaltet. Klare
Strukturen und verständliche Darstellungen erleichtern den anonymen Zugang
auch für medizinische Laien. Komplexe Inhalte sind nachvollziehbar
aufbereitet. „Mit unserem neuen Angebot setzt das Deutsche IVF-Register
einen wichtigen Impuls für mehr Transparenz und Patientenorientierung in
der Reproduktionsmedizin“, sagt Dr. Tandler-Schneider.
Zum ReproCheck: https://www.deutsches-ivf-regi
Über das Deutsche IVF-Register
Schon seit 1997 sind die deutschen Behandlungsdaten zur
Kinderwunschmedizin elektronisch dokumentiert. Insgesamt sind über 2,6
Millionen Behandlungen erfasst. In Deutschland kamen inzwischen über
433.000 Kinder nach einer Kinderwunschbehandlung zur Welt, was der
Einwohnerzahl von zwei deutschen großen Städten wie Saarbrücken und
Chemnitz zusammen entspricht.
Weitere Informationen, aktuelle Zahlen und Analysen sind im Jahrbuch des
Deutschen IVF-Registers (D·I·R) und in der Sonderausgabe für Paare zu
finden, die auch online abrufbar sind: https://www.deutsches-ivf-
register.de/jahrbuch.php. Das nächste D·I·R® Jahrbuch und damit auch die
nächste Sonderausgabe für Paare erscheint am 07.11.2026.
