Bienenfutter vor hohen Temperaturen schützen
Zum Weltbienentag: BVL gibt Tipps zur richtigen Lagerung
Für den Aufbau von Wintervorräten und als Ersatz für den vom Imker
entnommenen Honig füttern Imker ihre Bienenvölker bereits ab dem Sommer
mit einem speziellen Futter. Diese Sirupe oder Teige bestehen vor allem
aus Einfachzuckern. Bei hohen Umgebungstemperaturen oder direkter
Sonneneinstrahlung kann sich im Futter bienenschädliches
Hydroxymethylfurfural (HMF) bilden.
Durch richtige Lagerung der speziellen
Bienenfuttermittel lässt sich die HMF-Bildung reduzieren. Die verfügbaren
Daten aus den Jahresstatistiken der amtlichen Futtermittelüberwachung in
der Bundesrepublik Deutschland bestätigen, dass die empfohlenen
Orientierungswerte eingehalten werden.
Hohe HMF-Gehalte, welche die Bienen im Winter mehrere Monate lang aus dem
in den Waben eingelagerten Futtermittel aufnehmen, können mitunter zum Tod
von Bienenvölkern führen. Um dies zu verhindern, wird ein
Orientierungswert von maximal 60 mg HMF/kg Futtersirup zum Zeitpunkt der
Auslieferung empfohlen. Die Ergebnisse der Futtermittelstatistiken der
Jahre 2021 bis 2024 zeigen, dass die Untersuchungen der Bundesländer nicht
zu Beanstandungen der Futtermittelproben geführt haben. Damit setzt sich
der positive Trend der Untersuchungsergebnisse aus den Jahren 2018 bis
2020 fort.
Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl, Präsidentin des Bundesamtes für
Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), betont: „Honigbienen
sind als Teil der biologischen Vielfalt bedeutsam für die Landwirtschaft
und die Ernährung. Die Einhaltung der empfohlenen Lagerbedingungen und die
kontinuierliche Überwachung des HMF-Gehalts tragen dazu bei, dass Bienen
gesund bleiben.“
Um die Bildung von HMF im Bienenfutter zu vermeiden, ist es wichtig, auf
die Produktions-, Transport- und Lagerbedingungen zu achten. Händler und
Imker sollten Futterzucker vor Temperaturen über 25° C und direkter
Sonneneinstrahlung schützen. Zudem sollte eine lange Lagerdauer bei
höheren Temperaturen vermieden werden. Diese Maßnahmen tragen dazu bei,
dass sich die Bienen auch in den kalten Wintermonaten im Bienenstock
sicher versorgen können.
Hintergrundinformation
Hydroxymethylfurfural (HMF), auch 5-Hydroxymethyl-2-furaldehyd, ist ein
Abbauprodukt aus Einfachzuckern, insbesondere der Fructose. HMF kommt in
kohlenhydrathaltigen Lebens- und Futtermitteln vor, zum Beispiel in
Futterzuckern, die in der Winterfütterung von Honigbienen eingesetzt
werden. Studien deuten darauf hin, dass erhöhte Gehalte an HMF für
Honigbienen schädlich sind, besonders wenn eine lang andauernde
Fütterungsperiode, vor allem im Winter, eine langfristige Exposition mit
HMF bedingt.
Die Überwachungsbehörden der Bundesländer untersuchen Futtermittel
risikoorientiert auf den Gehalt an unerwünschten Soffen, so auch auf HMF.
Die Untersuchungsergebnisse fließen in die Futtermitteljahresstatistik
ein, die das BVL aus den von den Bundesländern gemeldeten Daten erstellt.
Im Zeitraum 2018 bis 2020 haben einige Bundesländer ein Sonderprogramm zur
Untersuchung von HMF in Bienenfuttermittel durchgeführt. Dabei wurden 116
Futtermittelproben auf ihren HMF-Gehalt untersucht. Im Zeitraum 2021 bis
2024, ohne Sonderprogramme, war die Zahl mit 37 Proben entsprechend
geringer. Im gesamten Untersuchungszeitraum wurde keine Probe beanstandet.
Weiterführende Informationen
Weitere Informationen zur Vermeidung des Vorkommens von HMF in
Futtermitteln für Honigbienen sind in einem Merkblatt zusammengefasst, das
in Zusammenarbeit von Bund und Ländern mit Wissenschaft und
Wirtschaftsverbänden erstellt wurde. Das Merkblatt kann von der
Internetseite des BVL heruntergeladen werden.
Über das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
Das BVL ist eine eigenständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des
Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Es
ist für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln und
gentechnisch veränderten Organismen in Deutschland zuständig. Im Bereich
der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit übernimmt das BVL
Managementaufgaben und koordiniert auf verschiedenen Ebenen die
Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Bundesländern und der Europäischen
Union.
