Forschung trifft Verantwortung: FBN diskutiert Zukunft der Nutztierhaltung in Berlin
Wie gelingt eine nachhaltige und resiliente Nutztierhaltung? Darüber
diskutierten Gäste aus Politik, Wissenschaft und Praxis
Wie kann Nutztierhaltung künftig tiergerecht, klimaresilient und zugleich
wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden? Darüber diskutierten
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Verbänden und
Praxis beim Parlamentarischen Abend des Forschungsinstituts für
Nutztierbiologie (FBN) in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in
Berlin.
Zu der Veranstaltung hatten das FBN, das Ministerium für Klimaschutz,
Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern sowie
die Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern beim Bund eingeladen.
Forschung als Grundlage politischer Entscheidungen
Prof. Dr. Klaus Wimmers, Vorstand des FBN, hob die Rolle der Forschung für
eine zukunftsfähige Nutztierhaltung hervor:
„Die Herausforderungen für die Nutztierhaltung lassen sich nur mit
wissenschaftlich fundierten Lösungen bewältigen. Am FBN verbinden wir
Grundlagenforschung mit konkreten Ansätzen für mehr Tierwohl,
Nachhaltigkeit und resiliente Agrarsysteme – kurz gesagt: Forschung für
eine bessere Nutztierhaltung.“
Im wissenschaftlichen Impulsvortrag sprach Prof. Dr. Wilhelm Windisch,
emeritierter Professor der Technischen Universität München, über die
Bedeutung der Nutztierhaltung für resiliente Agrarsysteme.
Einen politischen Impuls setzte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.
„Das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf ist
heute eine bundesweit und international anerkannte Spitzeneinrichtung der
Agrarforschung. Mecklenburg-Vorpommern hat sich immer klar zum Standort
bekannt und dessen Entwicklung konsequent unterstützt – mit erheblichen
Investitionen in Infrastruktur und Forschung. Das FBN verbindet
Grundlagenforschung mit konkretem Nutzen für die landwirtschaftliche
Praxis und leistet wichtige Beiträge für Tierwohl, Klimaanpassung,
Emissionsminderung und Ernährungssicherung. Herausragend sind unter
anderem die Arbeiten zur Entschlüsselung und funktionellen Genomforschung
bei Rind, Schaf und weiteren Nutztieren sowie die erfolgreiche
Sequenzierung des Zander-Genoms als wichtiger Aquakulturfisch. Das FBN ist
ein unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Forschungslandschaft.
Deshalb unterstützt Mecklenburg-Vorpommern ausdrücklich den weiteren
Entwicklungsprozess des Instituts und dessen Rückkehr in die Leibniz-
Gemeinschaft“, so Minister Dr. Till Backhaus.
Forschung zum Anfassen
Im Anschluss nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Austausch mit
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des FBN. An den Tischen standen
Forschende des Instituts als direkte Ansprechpartner zur Verfügung.
Darüber hinaus präsentierte das FBN im Foyer ausgewählte
Forschungsprojekte und Exponate aus der aktuellen Arbeit des Instituts.
Gezeigt wurden unter anderem der virtuelle „Milchviehstall der Zukunft“,
innovative Ansätze zur automatisierten Tierwohlanalyse mit KI, neue
Konzepte der Insektenfütterung für eine ressourcenschonende
Nutztierhaltung sowie digitale Monitoring-Systeme für die Weidehaltung von
Schafen. Auch Projekte zur Verbindung von Schafhaltung und
Agriphotovoltaik verdeutlichten, wie Forschung zur Lösung aktueller
Zielkonflikte in Landwirtschaft und Landnutzung beitragen kann.
Der Parlamentarische Abend fand zudem vor dem Hintergrund des Antrags des
FBN auf Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft statt. Mit seiner Forschung
zu biologischen Grundlagen landwirtschaftlicher Nutztiere leistet das
Institut einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftsbasierten
Weiterentwicklung resilienter Agrarsysteme.
