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Eine gesunde Stadt für alle: „JRF vor Ort“ diskutierte in Dortmund zu StadtGesundheit

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Wie lassen sich Städte klimaresilient und gesundheitsfördernd gestalten?
Und wie können alle davon profitieren? Diese Fragen standen am 18. Mai bei
der Veranstaltung „JRF vor Ort: Grün, aktiv mobil und gerecht: Wege zu
gesunden Städten“ im Westfälischen Industrieklub in Dortmund im
Mittelpunkt.


Eingeladen hatte die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft gemeinsam mit
ihrem Mitgliedsinstitut ILS – Institut für Landes- und
Stadtentwicklungsforschung innerhalb der Veranstaltungsreihe „JRF vor
Ort“. Städte stehen vor großen Herausforderungen, etwa durch Hitze, Luft-
und Lärmbelastung sowie fehlende Grün- und Freiräume. „Deshalb stellen wir
heute die Frage in den Mittelpunkt, wie Städte lebenswerter, kühler und
aktiver gestaltet werden können“, begrüßte Ralf Zimmer-Hegmann,
Geschäftsführer des ILS, die Gäste aus Wissenschaft, Politik, Praxis und
der Öffentlichkeit.



Auch Alexandra Landsberg, Abteilungsleiterin für Nachhaltige Entwicklung,
Klimawandel, Circular Economy und Transformation im Ministerium für
Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNV),
betonte in ihrem Grußwort die wachsenden Anforderungen an Städte und
Gemeinden: „Durch den Klimawandel müssen wir Stadtentwicklung neu denken.
Planerinnen, Architekten und Ingenieurinnen stellen sich auf Starkregen
ein, sichern gegen Hochwasser ab und entsiegeln, um Versickerung zu
ermöglichen, Gesundheitsämter schützen vor Hitze etwa in Seniorenheimen.
Das erfordert neues Wissen in den Kommunen und eine integrierte Planung.
Auf diesem Weg werden unsere Städte und Gemeinden resilienter. Dies ist
auch eine Chance, grüner und attraktiver zu werden.“



Prof. Dr. Gabriele Bolte (Universität Bremen) betonte in ihrer Keynote,
dass eine gesunde Stadt vor allem eine gerechte Stadt sei, die alle
Menschen in den Blick nehme: „Gesundheitliche Chancengerechtigkeit in
Verbindung mit Umweltgerechtigkeit ist der zentrale Anknüpfungspunkt für
eine gesunde Stadt für alle.“ Dabei ging es konkret etwa um Themen wie
gesunde Lebensbedingungen in allen Stadtteilen und
Mitbestimmungsmöglichkeiten.



Dr. Odile Mekel vom Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz NRW berät
mit ihrem Team Kommunen zu Thema Hitze. Sie betonte, dass StadtGesundheit
ein Querschnittsthema sei: „StadtGesundheit wird immer lebendiger und
sichtbarer, durch gute Zusammenarbeit verschiedener Ämter in den
Kommunen.“



Das ILS forscht zu diversen Fragen der StadtGesundheit. Die ILS-
Wissenschaftler*innen Dr. Kerstin Conrad, Dr. Bastian Heider und Prof. Dr.
Noriko Otsuka gaben konkrete Einblicke zur Bedeutung aktiver Mobilität
(Projekt:
ICUH), datengetriebener Forschung für die Klimaanpassung (Projekt:
Catch4D) und der Bedeutung von Grünflächen für die mentale Gesundheit
(Projekt: GreenME). „Ziel ist die evidenzbasierte Gestaltung städtischer
Lebenswelten, die für alle Menschen ein gesundes Leben ermöglicht“,
erläutert Dr. Kerstin Conrad, die den Arbeitskreis StadtGesundheit am ILS
leitet. Ein Überblick über die verschiedenen Arbeiten bietet das gerade
erschiene ILS-TRENDS „StadtGesundheit gemeinsam gestalten: Perspektiven
aus der ILS-Forschung“.



Zum Abschluss wurde auf dem Podium diskutiert, wie StadtGesundheit vom
Konzept in die Planungspraxis übersetzt werden kann. Bastian Michael,
Projektkoordinator des Projekts GreenME bei der Stadt Herne, brachte dabei
die kommunale Perspektive mit in die Diskussion. Die Teilnehmenden waren
sich einig: Eine gesunde Stadt braucht einen ganzheitlichen Ansatz,
ressortübergreifendes Denken und tragfähige Allianzen zwischen
Wissenschaft, Verwaltung und anderen Akteuren der Praxis.



„Die Institute der JRF stehen für anwendungsorientierte Forschung ‚made in
NRW‘ für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Im Leitthema ,Städte &
Infrastruktur‘ geht es uns darum, Städte so weiterzudenken, dass sie auch
unter den Bedingungen des demografischen Wandels lebenswert und
zukunftsfähig bleiben. Die Veranstaltung hat erneut unterstrichen, welche
zentrale Rolle das ILS mit seiner Forschung zu gesunden, klimaangepassten
und kühleren Städten einnimmt. Die Beiträge und Diskussionen haben
wichtige Impulse für eine Stadtentwicklung gegeben, die Gesundheit,
Klimaanpassung und Lebensqualität zusammenführt“, resümierte Prof. Dr.
Dieter Bathen, Vorstandsvorsitzender der JRF.



Durch die Veranstaltung führte Theresa von Bischopink (ILS).