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Neuer Standort für die Antisemitismusforschung an der TU Berlin

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Reinhard-Rürup-Bibliothek des Zentrums für Antisemitismusforschung und
Arthur Langerman Archiv eröffnet. Die Technische Universität Berlin (TU Berlin) hat am 20. Mai 2026 die neue
Bibliothek des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) in der Kaiserin-
Augusta-Allee 104–106 in Berlin-Moabit eröffnet. Am neuen Standort wird
auch das Arthur Langerman Archiv für die Erforschung des visuellen
Antisemitismus (ALAVA) einziehen.

Nach umfassendem Umbau stehen künftig rund 55.000 Bücher und Zeitschriften
sowie etwa 11.000 visuelle Antisemitika für Forschung und Lehre zur
Verfügung. Die einzigartige Sammlung aus sechs Jahrhunderten wurde von dem
belgischen Holocaustüberlebenden und Privatsammler Arthur Langerman,
Ehrensenator der TU Berlin, dem ZfA im Jahr 2019 gestiftet. Als weltweit
größte Sammlung visueller Antisemitika dokumentiert sie die historische
Verbreitung antisemitischer Bildsprache und macht Kontinuitäten
antisemitischer Stereotype bis in die Gegenwart sichtbar. Sie wird in
digitaler und analoger Form im Lesesaal der neuen Bibliothek zugänglich
sein und steht damit für Forschungs-, Bildungs- und Ausstellungszwecke zur
Verfügung.

„Mit dem neuen Standort schaffen wir einen international einzigartigen
Ort, der Forschung, Lehre und gesellschaftliche Verantwortung im Umgang
mit Antisemitismus eng miteinander verbindet. Ich danke allen, die dieses
Projekt ermöglicht und umgesetzt haben. Es leistet einen immens wichtigen
Beitrag für unsere Gesellschaft“, sagt TU-Präsidentin Prof. Dr. Fatma
Deniz.

Mit der neuen Bibliothek des ZfA entsteht erstmals ein dauerhafter
Standort für das Archiv mit konservatorisch gesichertem Magazinraum,
modernen Arbeitsplätzen, einer Dauerausstellung und direkter Anbindung an
die Fachliteratur.

Statements:
Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum, Direktorin des Zentrums für
Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin: „Die Eröffnung
der Reinhard-Rürup-Bibliothek des Zentrums für Antisemitismusforschung und
des Arthur Langerman Archivs in der Kaiserin-Augusta-Allee ist ein großer
Tag für uns alle und betont, wie sehr sich die TU Berlin den
Geisteswissenschaften im Allgemeinen und den Themen der
Antisemitismusforschung und der jüdischen Geschichte im Besonderen
verbunden fühlt.“

Piet Heirbaut, Belgischer Botschafter in Berlin: „Die Forschung, die am
Zentrum für Antisemitismusforschung betrieben wird, ordnet die
Sammlungsobjekte des Arthur Langerman Archivs in ihren jeweiligen Kontext
ein. Damit liefert sie eine wissenschaftliche Herangehensweise an den
Antisemitismus und lässt die Objekte sprechen.“

Dr. Henry Marx, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung im Land
Berlin: „Mit dieser Eröffnung setzen wir so nun auch ein Zeichen: diese
Gesellschaft, dieses Land nimmt weder den historischen, noch den aktuell
so stark zunehmenden Antisemitismus auf die leichte Schulter! Gerade in
den heutigen Zeiten, in denen Desinformation, manipulierte Bilder, Hass
und Hetze immer weitere Kreise ziehen, ist die wissenschaftliche
Aufarbeitung umso wichtiger. Die ebenso öffentlich wirksame wie
wissenschaftliche kritische Untersuchung der Schemata von
Menschenfeindlichkeiten aller Art bleibt eine wichtige Aufgabe des
gesellschaftlichen Zusammenhaltes.“

Lars Oeverdieck, Kanzler der TU Berlin: „Die neue Bibliothek und das
Archiv stärken nicht nur das Zentrum für Antisemitismusforschung, sondern
auch den Wissenschaftsstandort Berlin insgesamt. Mit der Sammlung
Langerman entsteht hier ein international sichtbarer Ort der Forschung zu
Antisemitismus — ein echtes Leuchtturmprojekt innerhalb der
Geisteswissenschaften unserer TU Berlin.“

Arthur Langerman, Stifter und Ehrensenator der TU Berlin: „Für mich ist
das ein sehr besonderer Moment, dass meine Sammlung nun einen dauerhaften
Ort gefunden hat. Besonders wichtig ist mir, dass Studierende und junge
Menschen Zugang zu diesen Quellen erhalten. Antisemitische Bilder haben
über Jahrhunderte hinweg Vorurteile geprägt und verbreitet. Wenn wir
verstehen wollen, wie Antisemitismus funktioniert, müssen wir auch seine
Bildsprache verstehen. Deshalb freut es mich sehr, dass in der neuen
Bibliothek eine Dauerausstellung mit Objekten aus der Sammlung zu sehen
sein wird, die Besucherinnen und Besuchern Einblicke in diese Geschichte
ermöglicht.“

Paul Nemitz, Kuratoriumsvorsitzender der Arthur Langerman Stiftung: „Mit
der neuen Bibliothek entsteht ein Ort, der weit mehr ist als ein Raum für
Bücher und Archive. Hier begegnen sich Forschung, Erinnerung und
gesellschaftliche Verantwortung. Die Arthur Langerman Foundation versteht
sich nicht nur als Hüterin einer einzigartigen Sammlung, sondern als
aktiver Ort der Aufklärung und der demokratischen Bildung.“