Zukunft der Pflege gestalten: Neuer dualer Studiengang an der KH Freiburg
Mit dem neuen dualen Bachelorstudiengang „Angewandte Pflegewissenschaft
dual (B.Sc.)“ setzt die Katholische Hochschule Freiburg ein wichtiges
Zeichen für die Zukunft der Pflege und stärkt die akademische
Qualifizierung dringend benötigter Pflegefachpersonen.
FREIBURG, 18.5.2026. Die Katholische Hochschule Freiburg (KH Freiburg)
reagiert auf die tiefgreifenden Veränderungen im Gesundheitswesen und
richtet ihren pflegewissenschaftlichen Studiengang strategisch neu aus:
Zum Wintersemester 2027/2028 startet der primärqualifizierende duale
Bachelorstudiengang „Angewandte Pflegewissenschaft dual (B.Sc.)“. Damit
setzt die Hochschule ein klares Zeichen für die Zukunftsfähigkeit ihrer
pflegewissenschaftlichen Studiengänge und stärkt zugleich die akademische
Qualifizierung dringend benötigter Pflegefachpersonen.
Antwort auf gesellschaftliche und gesetzliche Herausforderungen
Mit der Einführung des neuen Studiengangs reagiert die KH Freiburg auf
gesetzliche Vorgaben des Pflegeberufegesetzes, die ab 2032 ausschließlich
primärqualifizierende Studiengänge zur Erlangung der Berufszulassung
vorsehen. Gleichzeitig adressiert das neue Angebot den wachsenden Bedarf
an hochqualifizierten Pflegefachpersonen in allen Versorgungsbereichen –
von der stationären Langzeitpflege über die ambulante Versorgung bis hin
zur Akutpflege in Kliniken.
Dabei betont die KH Freiburg zugleich die Bedeutung wissenschaftlich
fundierter Pflegepraxis: „Pflegewissenschaft ist aus der heutigen
Pflegepraxis nicht mehr wegzudenken, wenn wir anschlussfähig bleiben
wollen. Von den erweiterten Kompetenzen und Zuständigkeiten der
akademischen Pflegefachpersonen profitieren sowohl Pflegeempfangende als
auch die gesamte Berufsgruppe in der Pflege“, so Prof.in Dr. Nadine
Konopik, Studiengangsleiterin der Angewandten Pflegewissenschaft an der KH
Freiburg.
Gleichzeitig kooperiert die KH Freiburg weiterhin mit Pflegeschulen und
tritt gemeinsam mit diesen dafür ein, eine breite Personengruppe für die
professionelle Pflege zu gewinnen. Damit wird unterstrichen, dass sowohl
akademische als auch schulische Zugangswege in die Pflege parallel
gestärkt und weiterentwickelt werden.
„Die Pflege steht vor enormen Herausforderungen: demografischer Wandel,
steigende Versorgungsbedarfe und komplexere Krankheitsbilder erfordern
eine fundierte, wissenschaftlich basierte Ausbildung. Mit dem neuen
Studiengang leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung der
Versorgungsqualität“, so Prof.in Dr. Stephanie Bohlen, Rektorin der KH
Freiburg.
Duale Struktur: Theorie und Praxis eng verzahnt
Der siebensemestrige Studiengang verbindet ein wissenschaftlich fundiertes
Hochschulstudium mit umfangreichen praktischen Einsätzen.
In primärqualifizierenden Studiengängen nach dem Pflegeberufegesetz
(PflBG) ist seit 2024 vorgesehen, dass Studierende einen
Ausbildungsvertrag mit einem Träger des praktischen Teils des
Pflegestudiums abschließen.
Die Hochschule verantwortet die Theoriestunden und übernimmt zugleich die
Gesamtkoordination zwischen Theorie- und Praxisphasen sowie den jeweiligen
Praxiseinsätzen. Damit werden sowohl ein akademischer Abschluss als auch
die Berufszulassung gemäß Pflegeberufegesetz erworben.
Für die praxisnahe Lehre steht an der KH Freiburg ein eigenes Skills Lab
Pflege zur Verfügung, das gezieltes Fertigkeitentraining und realitätsnahe
Simulationen ermöglicht.
In einem Gesundheitswesen, das durch steigende medizinisch-pflegerische
Bedarfe, komplexe Krankheitsverläufe und einen raschen Wissenszuwachs
geprägt ist, gewinnt die enge Verzahnung von Theorie und Praxis an
zentraler Bedeutung: Sie ermöglicht es, wissenschaftliche Erkenntnisse in
die Pflegepraxis zu übertragen, Verantwortung für vorbehaltene Aufgaben zu
übernehmen, auch in komplexen Pflegesituationen. Beides ist eine
entscheidende Voraussetzung für hohe Versorgungsqualität und
Patient*innensicherheit.
Kompetenzen für eine moderne, evidenzbasierte Pflege
Der Studiengang bleibt bewusst generalistisch ausgerichtet und
qualifiziert für die Pflege von Menschen aller Altersgruppen. Neben
pflegewissenschaftlichen Grundlagen stehen insbesondere evidenzbasierte
Entscheidungsfindung, interprofessionelle Zusammenarbeit sowie die
ethische und rechtliche Reflexionsfähigkeit im Mittelpunkt.
Neu ist die systematische Integration sogenannter heilkundlicher Module in
zentralen Versorgungsbereichen wie Demenz, Diabetes mellitus und
Wundmanagement. Damit werden ausgewählte medizinisch-pflegerische
Tätigkeiten, die traditionell primär Ärzt*innen vorbehalten waren, stärker
in die Kompetenzbereiche akademisch qualifizierter Pflegefachpersonen
eingebunden. Studierende lernen komplexe Versorgungssituationen
eigenständig zu beurteilen, pflegerische Maßnahmen auf wissenschaftlicher
Grundlage zu planen und im definierten Rahmen heilkundliche Aufgaben
eigenverantwortlich zu übernehmen.
Diese Erweiterung der Kompetenzen trägt der Entwicklung eines modernen
Gesundheitswesens Rechnung, in dem Pflegefachpersonen eine zunehmend
eigenständige und verantwortungsvolle Rolle einnehmen. Sie So wird
verbessert nicht nur die Kontinuität und Effizienz der Versorgung
verbessert, sondern stärkt auch die Versorgungsqualität und
Patient*innensicherheit, insbesondere bei komplexen Pflegebedarfen.
Attraktives Angebot für Studieninteressierte
Das Studienangebot richtet sich insbesondere an Absolvent*innen von
Gymnasien und Fachoberschulen, die eine akademische Ausbildung mit
direkter Berufszulassung verbinden möchten. Die KH Freiburg plant Kohorten
von rund 35 Studierenden und bietet damit eine persönliche Lernumgebung
mit intensiver Betreuung.
Starke Perspektiven für die Pflege – und die Region
Mit dem neuen Studiengang baut die KH Freiburg ihre langjährige Expertise
in der Pflegewissenschaft weiter aus und unterstreicht ihre zentrale Rolle
als Bildungs- und Innovationspartner im Gesundheitswesen der Region.
Gleichzeitig leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung
und zur Weiterentwicklung professioneller Pflege.
Im engen Austausch mit Ministerien, Fachgremien und Praxispartnern wird
der Studiengang kontinuierlich weiterentwickelt und an aktuelle
Anforderungen angepasst mit dem Ziel, Pflege auf hohem wissenschaftlichen
Niveau nachhaltig zu stärken.
Katholische Hochschule Freiburg
Die Katholische Hochschule Freiburg ist Baden-Württembergs größte
Hochschule im Bereich Sozial- und Gesundheitswesen. An der staatlich
anerkannten Hochschule studieren derzeit 1.900 Studierende aus Deutschland
und dem benachbarten Ausland. Das Studienangebot umfasst neben Sozialer
Arbeit und Heilpädagogik auch ein breites Weiterbildungsangebot, darunter
Kunsttherapie, Psychodrama und Mediation. Die Hochschule entstand 1971 aus
Vorgängereinrichtungen, deren älteste bereits 1911 gegründet wurde.
