Regionale Wertschöpfung mit Ziegen und Schafen – jetzt anmelden zur „Zickensommer“-Exkur
58 von 81 einheimischen Nutztierrassen sind derzeit als gefährdet
eingestuft, davon der Großteil aller Schafrassen (22 von 24) sowie alle
Ziegenrassen. Wie regionale Wertschöpfung mit Schafen und Ziegen gelingen
kann, steht am 22. und 23. Juni 2026 bei einem Transferbesuch in den
Spessart im Mittelpunkt. Die Initiative „Zickensommer“ zeigt dort
beispielhaft, wie Ziegenfleisch über regionale Zusammenarbeit wieder
stärker auf Tisch und Teller gebracht werden kann.
Gemeinsam besuchen die
Teilnehmenden einen „Zickensommer“-Ziegenbetrieb sowie einen
Milchschafbetrieb. Anmeldungen sind ab sofort unter <www.dvs-gap-
netzwerk.de> möglich.
Am 22. und 23. Juni 2026 laden die Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche
Räume - für die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (DVS) und das
Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) unter dem Motto „Gemeinsam zum
Zickensommer“ Interessierte aus Forschung, Vereinen, Landwirtschaft,
Beratung und Verwaltung zu einem Transferbesuch und Wissensaustausch in
die Region Spessart ein. Dort hat sich die Initiative „Zickensommer“ zum
Ziel gesetzt, Ziegenfleisch wieder mehr in Küchen und auf Speisekarten zu
bringen. Landwirtinnen und Landwirte, Gastronomie, Metzgereien und Handel
arbeiten hier gemeinsam am Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten. Kurze
Vermarktungswege und direkte Kontakte schaffen neue Perspektiven für
Betriebe und machen biologische Vielfalt erlebbar.
Besucht werden an zwei Tagen der Exkursion ein Ziegenbetrieb in
Schlüchtern, ein „Zickensommer“-Partnerrestaura
Schafkäserei in Hammersbach. Ergänzt wird das Programm durch Verkostungen
und ausreichend Raum zum fachlichen Austausch rund um aktuelle
Forschungsthemen. Anmeldungen sind ab sofort online möglich.
Einheimische Nutztierrassen schützen – wie kann es gehen?
„Die Vielfalt einheimischer Nutztierrassen stärkt die Biodiversität in der
Landwirtschaft und unterstützt den Erhalt gewachsener Kulturlandschaften.
Je mehr genetische Vielfalt erhalten bleibt, desto besser kann die
Landwirtschaft auf zukünftige Herausforderungen reagieren“, betont Dr.
Johanna Wider, Leiterin des Informations- und Koordinationszentrums für
Biologische Vielfalt (IBV) in der BLE anlässlich des Tages der
Biologischen Vielfalt (22. Mai). Die Rote Liste gefährdeter einheimischer
Nutztierrassen des IBV zeigt den Handlungsbedarf: In den vergangenen zehn
Jahren reduzierte sich beispielsweise der Bestand an männlichen und
weiblichen Zuchttieren des Schwarzköpfigen Fleischschafes um 46 Prozent
und 32 Prozent. Damit gelten nun auch das Schwarzköpfige Fleischschaf, die
Skudde und das Merinolandschaf als gefährdet. „Wenn wir regionale Schafe
und Ziegen wertschätzen – auf der Weide und auf dem Teller – können wir
gemeinsam dem Verlust wertvoller Nutztierrassen entgegenwirken“, so Wider.
Hintergrund
BÖL, DVS und IBV sind in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und
Ernährung (BLE) angesiedelt und setzen sich im Auftrag des
Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) unter
anderem für Nachhaltigkeit in der Ernährung und Landwirtschaft ein.
