Der Krieg gegen die Drogen und die Verstetigung der Gewalt
Der Umgang mit Drogen und Drogenhandel ist besonders auf den
amerikanischen Kontinenten von Verboten und militarisierten Maßnahmen
geprägt, die kriegsähnliche Ausmaße annehmen können. Eine neue
Forschungsgruppe wird sich von Juni dieses Jahres bis Oktober 2028 am
Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld
damit befassen, wie solche Gewalt den Alltag der Betroffenen prägt und
gleichzeitig Machtstrukturen verfestigt.
Die Forschungsgruppe mit dem Titel „Dimensions of Regulation:
Conceptualizing the Popular in the Drugs/Violence Nexus“ („Dimensionen der
Regulierung. Zur Konzeptualisierung des Populären im Drogen-/Gewalt-
Nexus“) wird untersuchen, wie die Grenzziehung zwischen Legalität und
Illegalität, Sicherheitsnarrative, Männlichkeitsideale und
Überwachungsinfrastrukturen die Wirtschaft, die Politik und die sozialen
Beziehungen prägen, weit über Grenzkontrollen und Drogenbekämpfung hinaus.
„Unsere zentrale These lautet, dass man auf die Regulierung – und nicht
auf Rechtmäßigkeit oder Rechtswidrigkeit – schauen muss, um die
Zusammenhänge zwischen Drogenmärkten, Gewalt und staatlicher Macht zu
verstehen“, erklärt der Politikwissenschaftler Dr. Philipp Wolfesberger
von der Universität Bielefeld. Er leitet die Gruppe zusammen mit Dr.
Estefanía Ciro Rodriguez, Direktorin der unabhängigen
Forschungseinrichtung AlaOrillaDelRío in Kolumbien, der Soziologin Dr.
Alke Jenss vom Arnold-Bergstraesser-Institut in Freiburg und Oswaldo
Zavala, Professor für Lateinamerikanische Kulturen an der City University
of New York.
Für ihr Langzeitprojekt haben sie nicht nur Wissenschaftler*innen, sondern
auch Mitglieder zivilgesellschaftlicher Organisationen ans ZiF eingeladen.
„Gemeinsam möchten wir neue begriffliche und methodologische Werkzeuge
entwickeln, um die Gewalt, die durch die Verbotspolitik entstanden sind,
besser zu verstehen“, so Wolfesberger.
Die Leiterinnen und Leiter der Gruppe stehen für Presseanfragen gerne zur
Verfügung.
