Schutz vor Radioaktivität ist möglich
BfS präsentiert sich auf der Messe Interschutz in Hannover
Öffentliche Sicherheit auch in Zeiten von Krisen und Kriegen
sicherzustellen, erfordert eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten im
Bevölkerungsschutz – darunter dem Strahlenschutz. Eine besondere
Herausforderung ist dabei, dass das Thema Strahlung sowohl bei Bürgerinnen
und Bürgern als auch bei Einsatzkräften für Verunsicherung sorgen kann.
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) stellt deshalb Anfang Juni bei der
Messe Interschutz in Hannover seine Arbeit als Teil der
Sicherheitsarchitektur vor. Dort steht die verstärkte Zusammenarbeit der
beteiligten Behörden und Organisationen im Fokus. Die Interschutz ist die
Leitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz.
Die Präsidentin des BfS, Inge Paulini, betont: „Uns ist bewusst, dass
Einsätze mit möglicher Radioaktivität für die Mitarbeitenden von
Feuerwehr, Rettungsdiensten, der Polizei und Hilfsorganisationen eine
besondere Herausforderung darstellen: Sie helfen anderen, sich vor Schäden
durch Strahlung zu schützen, und können zugleich selbst betroffen sein.
Daher ist es wichtig zu vermitteln, welche konkreten Gefahren durch
Strahlung auftreten können, was als Einsatzkraft zu beachten ist und wie
man sich schützen kann. Denn auch wenn man sie nicht sehen kann: Strahlung
lässt sich messen. Das ist ein zentraler Baustein für effektiven Schutz.
Dazu wollen wir auf der Interschutz in den Austausch kommen.“
BfS ist Teil der Zivilschutz-Infrastruktur
Das BfS ist Teil der deutschen Zivilschutz-Infrastruktur. Die Behörde
verfügt über Fähigkeiten und Technologien, die im Krisenfall helfen,
sowohl Einsatzkräfte als auch die Bevölkerung zu schützen.
Dazu gehören unter anderem die 1.700 Sonden des Messnetzes für
Radioaktivität, die auch in Friedenszeiten die sogenannte
Ortsdosisleistung (ODL) erfassen. In einem Notfall bilden dieses Messnetz
sowie weitere, teils mobile Messungen die Grundlage dafür, die Lage
einzuschätzen, und Maßnahmen zum Schutz vor Strahlung empfehlen zu können.
Dies gilt für Unfälle in Atomanlagen ebenso wie für militärische Lagen.
Mit diesen und weiteren Fähigkeiten unterstützt das BfS das
Bundesumweltministerium (BMUKN) maßgeblich beim Betrieb des Radiologischen
Lagezentrums des Bundes (RLZ-Bund), das für die Lagedarstellung, die
Empfehlung von Schutzmaßnahmen sowie Verhaltensempfehlungen an die
Bevölkerung zuständig ist. Mit der Nuklearspezifischen Gefahrenabwehr,
kurz NGA, ist das BfS zudem Partner im Unterstützungsverbund CBRN, diese
Abkürzung steht für chemisch, biologisch, radiologisch und nuklear. Der
Verbund steht bereit, um bei der Bewältigung von polizeilich relevanten
radiologischen Lagen zu unterstützen.
Im BfS werden außerdem weitere Fähigkeiten vorgehalten, die bei der
Bewältigung eines Notfalls mit radioaktiven Stoffen helfen: Dazu gehören
die biologische Dosimetrie, also der Nachweis und nach Möglichkeit auch
die Quantifizierung einer Strahlenbelastung mithilfe biologischer
Indikatoren, sowie Messungen, ob und welche Mengen radioaktiver Stoffe in
den menschlichen Körper gelangt sind (Inkorporationsmessungen).
Angebote für Einsatzkräfte
Für Einsatzkräfte ist es vor allem wichtig, eine Lage auch in einer
radiologischen oder nuklearen Gefahrensituation richtig einschätzen zu
können. Auf der Interschutz präsentiert sich das BfS vom 01.06. bis zum
06.06.2026 in Halle 17, Stand A67, mit Live-Demonstrationen, Beispielen
für digitale Informationsweitergabe sowie Fachvorträgen. Für Einsatzkräfte
gibt es konkrete Handreichungen:
• Messbus, Messgeräte und Sonden veranschaulichen, wie
Radioaktivität gemessen wird.
• Expertinnen und Experten ordnen die möglicherweise im Einsatz
aufgenommene persönliche Strahlendosis ein und erläutern, was die
Ortsdosisleistung ist.
• Im Dialog mit Chatbot Klara kann ausprobiert werden, welche
Informationen in einem nuklearen oder radiologischen Notfall entscheidend
sind.
• Die interaktive Virtual-Reality-Anwendung des BfS macht komplexe
Inhalte anschaulich und erfahrbar – auch zum radiologischen Notfallschutz.
• Auf dem Interschutz Forum erläutert der Leiter der Abteilung
Radiologischer Notfallschutz des BfS, Dr. Florian Gering, die besonderen
Herausforderungen für Einsatzkräfte in radiologischen Lagen.
• Am Stand des BfS sind zudem Fachleute des Qualifizierungsverbunds
Strahlenschutz vertreten, dessen Ziel die Stärkung der Strahlenschutz-
Kompetenz ist.
Das BfS kann mit Wissen, Technik, Fachpersonal und Empfehlungen für
sinnvolles Schutzverhalten den Bevölkerungsschutz maßgeblich stärken. Der
enge Austausch mit den verschiedenen Einsatzkräften ist auch deswegen von
Bedeutung, weil diese als Multiplikator*innen in die Bevölkerung
hineinwirken.
Zu der Interschutz unter dem Motto „Safeguarding tomorrow“ werden den
Angaben der Messe zufolge mehr als 1.500 Aussteller aus rund 50 Ländern
erwartet. Neben Feuerwehr und Rettungswesen ist der Bevölkerungsschutz ein
wichtiger Schwerpunkt. Die Aussteller präsentieren Lösungen und Produkte,
die von Prävention über den Schutz Kritischer Infrastrukturen bis hin zur
schnellen Einsatzbereitschaft im Krisenfall reichen. Die letzte
Interschutz wurde wegen der Covid-19-Pandemie von 2020 auf 2022
verschoben.
Links:
• Das ODL-Messnetz des Bundes: https://odlinfo.bfs.de
• Das BfS im Zivilschutz:
https://www.bfs.de/DE/themen/i
• Maßnahmen zum Schutz der Einsatzkräfte:
http://www.bfs.de/loseblattsam
• Ermittlung der Informations- und Schutzbedürfnisse von
Einsatzkräften im Notfallschutz – Ableitung von Empfehlungen zur
Verbesserung der Ausbildung, Information und Kommunikation: nbn-
resolving.de/urn:nbn:de:0221-2
• Angebote zu biologische Dosimetrie und Inkorporationsüberwachung:
www.bfs.de/DE/themen/ion/servi
• Wie Sie sich im radiologischen Notfall schützen:
http://www.bfs.de/notfallschut
Bundesamt für Strahlenschutz
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) arbeitet für den Schutz des
Menschen und der Umwelt vor Schäden durch Strahlung. Das BfS informiert
die Bevölkerung und berät die Bundesregierung in allen Fragen des
Strahlenschutzes. Die rund 600 Beschäftigten bewerten Strahlenrisiken,
überwachen die Umweltradioaktivität, unterstützen aktiv im radiologischen
Notfallschutz und nehmen hoheitliche Aufgaben wahr, darunter im
medizinischen und beruflichen Strahlenschutz. Ultraviolette Strahlung und
strahlenrelevante Aspekte der Digitalisierung und Energiewende sind
weitere Arbeitsfelder. Als wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde
betreibt das BfS Forschung und ist mit nationalen und internationalen
Fachleuten vernetzt. Weitere Informationen unter www.bfs.de.
