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Abtauchen in die Unterwasserwelt direkt vor der Haustür: Bildungsprojekt „Snorkeling.City“ startet in dritte Runde

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Wie sieht das Leben unter der Wasseroberfläche der Ostsee aus? Das vom
GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel initiierte
Umweltbildungsprojekt „Snorkeling.City“ ermöglicht bereits zum dritten Mal
rund 500 Schüler:innen aus dem Norden einen Einblick in die spannende
Unterwasserwelt der Kieler Förde. Heute ist das Projekt mit der ersten
Schnorchelexpedition in die Saison 2026 gestartet.

Viele Menschen kennen die Ostsee nur von der Oberfläche – mal grau, mal
grün, mal tiefblau – doch was sich darunter verbirgt, haben die wenigsten
je mit eigenen Augen gesehen. Dabei existiert direkt vor der Kaikante in
der Kieler Förde eine überraschend vielfältige Unterwasserwelt. Diese
können auch in diesem Sommer rund 500 Schüler:innen entdecken – mit Maske,
Schnorchel und Flossen. Beim Umweltbildungsprojekt „Snorkeling.City“, das
vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel initiiert wurde,
bekommen 25 Schulklassen die Möglichkeit, die Unterwasserwelt der Ostsee
direkt vor ihrer Haustür zu erleben.

Das Projekt wird ehrenamtlich von Dr. Henry Göhlich geleitet und gemeinsam
mit Pro Ocean umgesetzt. Finanziell unterstützt wird „Snorkeling.City“ von
der BINGO! Umweltlotterie, dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz,
Naturschutz und nukleare Sicherheit, regionalen Unternehmen sowie privaten
Spender:innen.

Wenn aus Unsicherheit Staunen wird

Das erste Mal mit einem Schnorchel im Meer, der erste Atemzug durch die
Maske, der Moment, wenn plötzlich eine Strandkrabbe über den Meeresboden
huscht, ein Seestern oder eine im Seegras versteckte Seenadel sichtbar
wird – für viele Kinder ist es der erste Blick unter die Wasseroberfläche
der Ostsee ein eindrückliches Erlebnis.

Vom Seebad Düsternbrook aus geht es direkt in die Kieler Förde, hinein in
eine Welt mit Seegras, Garnelen, Quallen und kleinen Krebsen. Aus
anfänglicher Unsicherheit wird häufig Begeisterung. Viele Kinder
überwinden Ängste vor kaltem Wasser oder unbekannten Meerestieren, wachsen
im Buddy-System als Team zusammen und entdecken gemeinsam einen
Lebensraum, den sie zuvor kaum wahrgenommen haben.

Meer erleben – Natur schützen

„Nur was wir kennen und emotional erleben, wollen wir auch schützen“, sagt
Dr. Mark Lenz, Meeresbiologe am GEOMAR. Er hat das Projekt initiiert und
freut sich, dass es nun in die dritte Saison geht: „Wer einmal durch eine
Seegraswiese geschnorchelt ist, sieht die Ostsee mit anderen Augen. Genau
diese Erfahrung möchten wir Kindern und Jugendlichen ermöglichen.“

Die Kurse verbinden Naturerlebnis mit wissenschaftlicher Umweltbildung.
Vor der Schnorchelexkursion lernen die Schüler:innen beispielsweise, was
es bedeutet, dass die Ostsee ein Brackwassermeer ist oder warum
Seegraswiesen für Biodiversität, Wasserqualität und Küstenschutz so
wichtig sind.

Begleitet werden die Gruppen von Studierenden der Christian-Albrechts-
Universität zu Kiel und des GEOMAR, die in Umweltbildung, Erster Hilfe
sowie Rettungsschwimm- und Schnorchelpraxis geschult sind. Ergänzend
arbeiten die Teilnehmenden mit einfachen wissenschaftlichen Methoden, wie
Mikroskopieren oder Messungen von Salzgehalt, Sauerstoff und pH-Wert.

Lernen durch eigenes Erleben

Die Verbindung von Wissenschaft, Bewegung, Teamarbeit und emotionaler
Erfahrung ermöglicht eine ganz eigene Lernerfahrung. Statt Umweltbildung
im Klassenraum zu vermitteln, erleben die Teilnehmenden die Ostsee
unmittelbar mit dem eigenen Körper.

„Viele Kinder erzählen nach dem Schnorcheln zum ersten Mal zuhause von
Seegras, Krebsen oder Quallen – und plötzlich sprechen ganze Familien über
Meeresschutz“, sagt Projektleiter Dr. Henry Göhlich. „Genau diese
persönliche Verbindung macht den Unterschied.“

Langfristig verfolgen die Initiator:innen das Ziel, dass jedes Kind an der
Ostseeküste Schleswig-Holsteins einmal selbst die Unterwasserwelt der
Ostsee erlebt haben soll. Denn die Erfahrung zeigt: Wer einmal selbst
durch eine Seegraswiese geschnorchelt ist, entwickelt eine andere
Beziehung zur Ostsee – und versteht unmittelbar, warum Meeresschutz direkt
vor der eigenen Haustür beginnt.