Wissenschaftsskepsis ist keine Majestätsbeleidigung – Skepsis ist Motor neuen Wissens
Der IAMO Policy Brief 51 beleuchtet die Bedeutung kritischer Wissenschaft
in Zeiten multipler Krisen. Im Interview erörtert Prof. Thomas Glauben den
Umgang mit Wissenschaftsskepsis, warnt vor sicherheitspolitischer
Abschottung und betont die zentrale Rolle von Bildung und Forschung für
Innovation und gesellschaftliche Resilienz.
Der Bedarf an leistungsstarken und innovativen Forschungsmethoden, nicht
zuletzt, um der gegenwärtigen multiplen Krise begegnen zu können, ist
größer denn je. Fundierte und realitätsbezogene wissenschaftliche Analysen
bilden eine wichtige Grundlage für die Entwicklung wirksamer
Handlungsstrategien und deren realweltliche Umsetzung. Im Interview
spricht Prof. Thomas Glauben, Direktor des Leibniz-IAMO, über
Herausforderungen einer anspruchsvollen, an den Problemen der Gegenwart
orientierten, international aufgestellten Wissenschaft. Dabei geht er auf
den Umgang mit Wissenschaftsskepsis, die Chancen und Barrieren
transdisziplinärer Forschung sowie die Gefährdung internationaler
Forschungszusammenarbeit durch staatliche Sicherheitslogiken ein. Um auf
internationalem Wissenschafts- und Innovationsparkett nicht zunehmend ins
Hintertreffen zu gelangen, empfiehlt er weitaus mehr in Bildung und
öffentliche Forschung zu investieren, und nicht so einseitig wie bisher
auf pumpfinanzierte Militärausgaben und Kriegstüchtigkeit zu setzten.
„Argumentationen, allein massive Militärausgaben würden die Sicherheit der
Bevölkerung erhöhen oder seien gar ein wirtschaftlicher Gewinn für die
Volkswirtschaft, sind höchst fragwürdig und wenig substantiiert. Hingegen
gibt es zuverlässige Evidenz, dass sich Bildung und Forschung für ein Land
wirtschaftlich auszahlen“, betont Thomas Glauben.
Der IAMO Policy Brief 51 „Wissenschaftsskepsis ist keine
Majestätsbeleidigung – Skepsis ist Motor neuen Wissens“ ist in der
deutschen und englischen Sprache erschienen. Die Ausgaben können auf der
folgenden Webseite kostenfrei heruntergeladen werden: www.iamo.de/iamo-
policy-briefs.
Über das IAMO
Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien
(IAMO) widmet sich der Analyse von wirtschaftlichen, sozialen und
politischen Veränderungsprozessen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft
sowie in den ländlichen Räumen. Sein Untersuchungsgebiet erstreckt sich
von der sich erweiternden EU über die Transformationsregionen Mittel-,
Ost- und Südosteuropas bis nach Zentral- und Ostasien. Das IAMO leistet
dabei einen Beitrag zum besseren Verständnis des institutionellen,
strukturellen und technologischen Wandels. Darüber hinaus untersucht es
die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Agrar- und Ernährungssektor
sowie die Lebensumstände der ländlichen Bevölkerung. Für deren Bewältigung
werden Strategien und Optionen für Unternehmen, Agrarmärkte und Politik
abgeleitet und analysiert. Seit seiner Gründung im Jahr 1994 gehört das
IAMO als außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft
an.
Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)
Theodor-Lieser-Straße 2
06120 Halle (Saale)
www.iamo.de
Originalpublikation:
https://www.iamo.de/fileadmin/
