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Zonierungsmodelle als Baustein alpiner Raumordnung

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Der neu erschienene Arbeitsbericht der ARL Nr. 41 entwickelt
planungsunterstützende multikriterielle GIS-Methoden im Hinblick auf eine
potenzielle Weiterentwicklung des Bayerischen Alpenplans.
Seit seinem Inkrafttreten im Jahr 1972 hat der „Alpenplan“ großflächige
Bereiche in den bayerischen Alpen durch seinen verbindlichen
Zonierungsmechanismus vor einer infrastrukturellen „Übererschließung“
bewahrt.

In weiten Teilen der Landespolitik, relevanter Fachverbände und
seitens der wissenschaftlichen Forschung gilt er daher als
raumplanerisches „Erfolgsmodell“, welches ökologische, ökonomische und
soziale Belange und deren Raumansprüche auch im Sinne der Alpenkonvention
vorausschauend koordiniert. In den mittlerweile über 50 Jahren seines
Bestehens haben sich aber einige Kontextbedingungen verändert: Der
Klimawandel, die Biodiversitätskrise, die fortschreitende
Freiflächeninanspruchnahme und andere dynamische Trends setzen den
Alpenraum mit seinem begrenzten Dauersiedlungsraum zusätzlich unter Druck.
Planungsrelevante Fachdaten sowie die GIS-technischen Möglichkeiten zu
deren Analyse und Verarbeitung haben sich in den letzten Jahren erheblich
weiterentwickelt. Der völkerrechtlich verbindliche Regelungsrahmen der
Alpenkonvention wurde bis lang noch nicht vollumfassend im deutschen bzw.
bayerischen Alpenraum implementiert, wobei auch die fehlende
Deckungsgleichheit zwischen den Perimetern von Alpenplan und
Alpenkonvention relevant ist. Zusammengenommen bestehen somit verschiedene
Ausgangspunkte, über eine Weiterentwicklung des Alpenplans im 21.
Jahrhundert nachzudenken.

Die vorliegende Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, wissenschaftlich
fundierte, methodische Grundlagen für diesen normativen Diskussionsprozess
zu erarbeiten. Neben einer Aufbereitung der relevanten fachlichen und
rechtlichen Anforderungen für die Alpine Raumordnung steht dabei vor allem
die Entwicklung multikriterieller Analyse-, Bewertungs- und
Entscheidungsmethoden in einer GIS-Umgebung im Vordergrund. In dieser
Arbeit werden zwei verschiedene Herangehensweisen der Modellierung
aufgezeigt: Zum einen wird eine sektorale Analyse der Multifunktionalität
Grüner Infrastruktur im bestehenden Alpenplan-Perimeter dargestellt,
welche bedeutsame Gebiete mit Blick auf die Klimawandelanpassung und
Naturgefahrenvorsorge identifiziert. Zum anderen wird ein intersektorales
Planning Support System (PSS) entwickelt, welches ein breites
Themenspektrum an freiraumsicherungs- und erschließungsrelevanten
Kriterien abdeckt und dabei den gesamten deutschen Anwendungsbereich der
Alpenkonvention in Bayern inklusive des Alpenvorlands betrachtet. Das PSS
stellt das zentrale Produkt dieser Arbeit dar und wird bezüglich seiner
Entwicklungsschritte und Modellergebnisse detailliert aufbereitet. Dabei
werden auch statistische Überprüfungen hinsichtlich möglicher
Multikollinearität sowie der Modellsensitivität durchgeführt. Entsprechend
eines variablen, am Analytic Hierarchy Process (AHP) ausgerichteten
Gewichtungsmechanismus werden die Ergebnisse des PSS für drei verschiedene
Szenarien berechnet, die unterschiedliche Prioritäten der Raumentwicklung
repräsentieren. Außerdem werden die Perspektiven und Möglichkeiten für
seine Anwendung in der Praxis der bayerischen Landes- und Regionalplanung
umfassend diskutiert.
Die Arbeit reflektiert zudem verschiedene methodische Chancen und
Limitationen der entwickelten Zonierungsmodelle. Ein ergänzender
Schwerpunkt liegt mit einer alpenweiten Perspektive auch auf der Frage, ob
und wie sich die mit Blick auf den bayerischen Alpenraum entwickelten
Modelle auch auf andere (alpine) Regionen übertragen lassen.

>> Direkt zum Open Access verfügbaren Arbeitsbericht der ARL: https://www
.arl-net.de/de/shop/zonierungsmodelle-als-baustein-alpiner-raumordnung