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DFKI veröffentlicht Privacy Guardrail: Eine Schutzschicht für KI-Prompts direkt im Browser

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Immer mehr vertrauliche Informationen landen heute in Prompts für KI-
Chatdienste wie ChatGPT, Claude oder Gemini. Mit Privacy Guardrail
veröffentlicht das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
(DFKI) eine Open-Source-Erweiterung für Google Chrome, die
personenbezogene und andere sensible Inhalte vollständig lokal im Browser
erkennt, anonymisiert und nach der KI-Antwort wiederherstellt. Die
Anwendung befindet sich in einer Public Beta und ist derzeit offiziell für
Chrome auf dem Desktop freigegeben.



Generative KI ist längst im Arbeitsalltag angekommen – in E-Mails,
Support-Tickets, Protokollen, Forschungsnotizen oder internen Dokumenten.
Genau dort entsteht jedoch eine neue Schutzlücke: Wer KI produktiv nutzen
will, muss häufig Texte verarbeiten, die eigentlich nicht ohne Weiteres an
externe Dienste weitergegeben werden sollten. Privacy Guardrail setzt
deshalb genau an dem Moment an, in dem aus vertraulichem Text ein KI-
Prompt wird.

Die Erweiterung prüft eingefügte Inhalte automatisch lokal, markiert
erkannte sensible Stellen und ersetzt sie vor dem Absenden durch
typisierte Platzhalter wie [EMAIL_1] oder [PERSON_1]. Nutzerinnen und
Nutzer können die Erkennung vor dem Versand prüfen, anpassen oder einzelne
Treffer bewusst ignorieren. Nach der Antwort des KI-Systems lassen sich
bekannte Platzhalter lokal wieder durch die ursprünglichen Werte ersetzen,
sodass der inhaltliche Zusammenhang erhalten bleibt.

Datenschutz am Entstehungsort

Der zentrale Unterschied zu vielen anderen Ansätzen liegt im local-first-
Ansatz: Erkennung, Platzhalterzuordnung, Anonymisierung und
Wiederherstellung erfolgen vollständig im Browser. Eingefügte Texte werden
nicht an einen externen Inferenzdienst gesendet. Privacy Guardrail macht
den Browser damit selbst zum Ort des Datenschutzes – direkt dort, wo aus
sensiblen Inhalten ein Prompt entsteht.

Alle relevanten Daten verbleiben im lokalen Chrome-Profil des jeweiligen
Browsers. Dazu gehören je nach Nutzung Einstellungen,
Platzhalterzuordnungen, Identity-Vault-Einträge sowie lokale Korrektur-
und Feedbackdaten; eine Speicherung in Chrome Sync erfolgt nicht. So
bleibt die Kontrolle über sensible Informationen bei den Nutzerinnen und
Nutzern.

Zwei lokale Erkennungsebenen

Technisch kombiniert Privacy Guardrail zwei lokale Erkennungslayer.
Deterministische Pattern-Recognizer erfassen strukturierte Inhalte wie E
-Mail-Adressen, Kreditkartennummern, IBANs oder IP-Adressen. Ergänzend
kann die lokale KI-Komponente kontextabhängige Begriffe wie Personen,
Organisationen, Adressen, Orte oder Passwörter erkennen. Wenn WebGPU
verfügbar ist, läuft die Inferenz lokal über die Grafikkarte; andernfalls
nutzt das System einen langsameren CPU/WASM-Pfad. Für Geräte mit
begrenzten Ressourcen kann die Erweiterung zudem in einen Pattern-only-
Modus wechseln, bei dem strukturierte Formate weiterhin erkannt werden,
die Abdeckung freier Textstellen aber geringer ausfällt.

Low-Signal-Kategorien wie URL, DATE und MISC. Das DFKI kommuniziert dabei
bewusst offen über die Grenzen des Systems: Sensible Inhalte können
übersehen, harmlose Inhalte fälschlich markiert und ungewöhnlich
formatierte Texte schlechter erkannt werden. Privacy Guardrail versteht
sich deshalb ausdrücklich als assistive Schutzschicht und nicht als
Garantie für perfekte Anonymisierung, vollständige Verhinderung von
Offenlegung oder regulatorische Compliance. Gerade diese Transparenz ist
Teil des Konzepts: Vertrauenswürdige KI entsteht nicht durch pauschale
Versprechen, sondern durch nachvollziehbare Verfahren, offene
Dokumentation und echte Nutzerkontrolle.

Open Source mit klarer Beta-Grenze

Privacy Guardrail wird als Open-Source-Projekt auf GitHub veröffentlicht
und steht unter der Apache-2.0-Lizenz. Der offene Quellcode, dokumentierte
Erkennungsregeln und die lokale Verarbeitung machen das System auditierbar
und überprüfbar. Für die erste öffentliche Beta unterstützt die
Erweiterung offiziell Chrome auf dem Desktop sowie die Plattformen
chatgpt.com, chat.openai.com, claude.ai und gemini.google.com.

Andere Chromium-basierte Browser können grundsätzlich funktionieren,
werden derzeit aber nicht vollständig getestet. Perspektivisch arbeitet
das Team an einer besseren Erkennungsqualität, kleineren und effizienteren
lokalen Modellen, weiteren Plattformen und möglichen mobilen Szenarien.

Prof. Dr. Sebastian Vollmer, Leiter des Forschungsbereichs Data Science
und ihre Anwendungen:
„Vertrauenswürdigkeit und Transparenz sind zentrale Voraussetzungen für
den erfolgreichen Einsatz von Künstlicher Intelligenz made in Europe.
Vertrauen in KI entsteht dort, wo Nutzerinnen und Nutzer die Kontrolle
über ihre Daten behalten und Systeme verständlich sowie überprüfbar
bleiben. Privacy Guardrail zeigt, dass sich praktische, alltagstaugliche
KI-Werkzeuge und Datenschutz nicht ausschließen müssen.“