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Neue Beratungsstelle für seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Zittau eröffnet

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Folgeprojekt zur Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen
mit psychischen Auffälligkeiten und Störungen stärkt Versorgungsstrukturen
im Landkreis Görlitz
Seit April 2026 ist in Zittau die ‚Beratungsstelle Seelische Gesundheit
für Kinder und Jugendliche‘ eröffnet. Die neue Anlaufstelle für den
Landkreis Görlitz schließt künftig die Lücke zwischen ersten psychischen
Auffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter und klinischer Diagnostik und
Behandlung. Staatssekretärin Dagmar Neukirch würdigte bei einem Besuch die
Einrichtung als wesentlichen Schritt für die regionale Versorgung.

Das
Vorhaben wird im Rahmen eines Projekts gemeinschaftlich durch das
Sächsische Krankenhaus Großschweidnitz, das Universitätsklinikum Carl
Gustav Carus Dresden, den Landkreis Görlitz sowie die Carus Consilium
Sachsen GmbH umgesetzt. Finanziert wird das Vorhaben durch das
Sozialministerium. In diesem Jahr werden dafür 265.000 Euro
bereitgestellt.

Bei ihrem Besuch der neuen Beratungsstelle heute in Zittau sagte
Staatssekretärin Dagmar Neukirch: „Seelische Gesundheit ist das Fundament
einer starken Gesellschaft. Deshalb müssen wir die Sorgen und seelischen
Belastungen unserer Kinder und Jugendlichen ernst nehmen. Wir brauchen
verlässliche, zukunftsfeste Strukturen, die Halt geben, bevor Krisen
entstehen und die unsere jungen Menschen mit den Herausforderungen der
modernen Welt gesund mitwachsen lassen.“

Neben der Staatssekretärin nahmen Vertreterinnen und Vertreter des
Sächsischen Krankenhauses Großschweidnitz, des Universitätsklinikums Carl
Gustav Carus Dresden, des Landkreises Görlitz und der Carus Consilium
Sachsen GmbH an dem Besuch teil.

Dr. Anja Hartmann, Chefärztin der Klinik für Kinder- und
Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Sächsischen
Krankenhaus Großschweidnitz: „Die Sorge um und für Kinder und Jugendliche
mit psychischen und emotionalen Problemen ist eine gesamtgesellschaftliche
Aufgabe. Die Einrichtung dieser Beratungsstelle und der regionalen
Netzwerkstelle soll in der schwierigen Versorgungslage im Landkreis
Görlitz die Arbeit aller Beteiligten unterstützen und eine angemessene und
frühzeitige Versorgung ermöglichen. Wir hoffen sehr, dass sich diese
Ansätze bewähren und dann mit Hilfe aller Beteiligten in stetige
Einrichtungen überführt werden können.“

„Als Maximalversorger sind wir verantwortlich für die Menschen in Dresden,
Ostsachsen und darüber hinaus. Es gilt, mit modernen Konzepten die
Gesundheitsversorgung in der Region zu sichern. Dazu gehört auch die
Seelische Gesundheit. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir mit diesem
Gemeinschaftsprojekt unserer Verantwortung gerecht werden und dazu
beitragen, dass Kindern und Jugendlichen mit psychischen und emotionalen
Problemen sowie ihren Familien geholfen werden kann“, sagt Janko Haft,
Kaufmännischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden.

Johannes Klaus, Geschäftsführer der Carus Consilium Sachsen GmbH, ergänzt:
„Mit der neuen Beratungsstelle stärken wir die regionale Versorgung und
schaffen gemeinsam mit unseren Partnern tragfähige Strukturen, die
Familien frühzeitig Orientierung und Hilfe bieten“.

Frühzeitig helfen – Versorgungslücken schließen
Mit der Beratungsstelle entsteht im Landkreis Görlitz ein
niedrigschwelliges und wohnortnahes Unterstützungsangebot für Kinder und
Jugendliche, die erste emotionale oder soziale Auffälligkeiten zeigen, mit
der medizinischen Kompetenz des Sächsischen Krankenhauses Großschweidnitz
und des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden im Rücken. Ziel
ist es, betroffenen Familien frühzeitig Hilfe anzubieten – bevor sich
Probleme verfestigen und eine intensivere kinder- und jugendpsychiatrische
Behandlung erforderlich wird.

Die Einrichtung setzt damit eine zentrale Handlungsempfehlung aus dem im
Jahr 2024 durchgeführten Pilotprojekt zur Stärkung der kinder- und
jugendpsychiatrischen sowie -psychotherapeutischen Versorgung in einer
ländlich geprägten Modellregion um. Das vorangegangene Projekt hatte
gezeigt, dass insbesondere bei frühen psychischen Belastungen erhebliche
Versorgungslücken bestehen. Häufig erhalten betroffene Kinder und
Jugendliche erst dann fachliche Unterstützung, wenn sich Symptome bereits
verfestigt haben und längere Wartezeiten auf spezialisierte Angebote in
Kauf genommen werden müssen.

Genau an dieser Schnittstelle setzt die Beratungsstelle jetzt an und
bietet:
•       Screening und diagnostische Ersteinschätzung
•       Niedrigschwellige fachliche Beratung für Kinder, Jugendliche und
Familien
•       Empfehlungen und gezielte Vermittlung in weiterführende Hilfen
•       Enge Zusammenarbeit mit Schulen, Jugendhilfe, medizinischen
Einrichtungen und weiteren regionalen Akteuren
•       Fallbezogene Beratung von Fachkräften

Damit übernimmt das Team aus Psychologin, Sozialpädagogin und Medizinische
Fachkraft eine Steuerungs- und Filterfunktion im regionalen Hilfesystem.
Familien im Landkreis Görlitz erhalten einen Anlaufpunkt, von dem aus
passgenaue Unterstützungsangebote koordiniert werden.
Ein Termin bei der Beratungsstelle kann telefonisch vereinbart werden –
ein Überweisungsschein ist nicht erforderlich. Die Beratung ist
kostenfrei.

Regionale Vernetzung und kindzentrierte Versorgung ausbauen
Aufbauend auf den zentralen Ergebnissen des Pilotprojekts wird im
Folgeprojekt neben der Einrichtung einer neuen Beratungsstelle
insbesondere die sektorenübergreifende Zusammenarbeit in der Kinder- und
Jugendpsychiatrie gezielt weiterentwickelt. In enger Kooperation mit dem
Sächsischen Krankenhaus Großschweidnitz ist geplant, dazu eine regionale
Netzwerkstelle auszubauen. Dadurch soll die Vernetzung zwischen
medizinischen, pädagogischen und psychosozialen Fachkräften verbessert und
die Patientenversorgung nachhaltig optimiert werden. Die Umsetzung ist bis
Ende 2026 geplant.

Das Folgeprojekt wird durch den Bereich Psychosoziale Medizin und
Entwicklungsneurowissenschaften des Universitätsklinikums Carl Gustav
Carus Dresden wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Dabei werden
sowohl die Inanspruchnahme als auch die Wirksamkeit der neu geschaffenen
Beratungsstelle untersucht. Die Ergebnisse sollen zur nachhaltigen
Weiterentwicklung beitragen und eine mögliche Übertragbarkeit auf andere
ländliche Regionen ermöglichen.

Die Umsetzung des Projekts zur Verbesserung der Versorgung von Kindern und
Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten und Störungen im Landkreis
Görlitz wird mit Mitteln des Freistaates Sachsen gefördert.