Lebensmittelsicherheit stärken
Lebensmittelbedingte Krankheiten durch Datenmanagement und
Krisenkoordination eindämmen
Bakterien, Viren und Parasiten verursachen jedes Jahr tausende
lebensmittelbedingte Krankheitsfälle. Der jährlich am 7. Juni
stattfindende „Welttag der Lebensmittelsicherheit“ richtet im Jahr 2026
sein Augenmerk auf die Frage, wie Daten über lebensmittelbedingte
Krankheiten dabei helfen können, die gesellschaftliche Belastung durch
diese Krankheiten durch wissenschaftlich fundierte Lösungen zu minimieren.
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
übernimmt beim Datenmanagement und bei der Eindämmung
lebensmittelbedingter Krankheitsausbrüche eine koordinierende Rolle.
Wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht, war im Jahr 2025
die entzündliche Durchfallerkrankung Campylobacter-Enteritis mit 50.271
gemeldeten Fällen die am häufigsten auftretende, lebensmittelbedingte
bakterielle Infektionskrankheit in Deutschland. Die am häufigsten
gemeldete virale lebensmittelbedingte Infektionskrankheit war mit 77.446
Erkrankten im Jahr 2025 die Norovirus-Gastroenteritis. Dabei handelt es
sich um eine akute Magen-Darm-Infektion.
Gelangen Produkte mit solchen oder weiteren Krankheitserregern in den
Handel und kommt es in Folge dessen zu einem Krankheitsausbruch,
koordiniert das BVL die Kommunikation zwischen den beteiligten Behörden.
Das BVL stellt den Informationsaustausch zwischen dem RKI, den
Lebensmittel-Überwachungsbehör
für Risikobewertung (BfR) sicher. So können Maßnahmen zur Eindämmung und
Beendigung des Ausbruchs getroffen werden.
Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl, Präsidentin des BVL, erklärt dazu: „Das BVL ist
dafür verantwortlich, Krankheitsausbrüchen durch effizientes
Datenmanagement und enge Zusammenarbeit mit den Partnerbehörden schnell
und gezielt zu begegnen. Unsere Fachleute unterstützen die
Überwachungsbehörden bei der Ausbruchsaufklärung und tragen so zur
Stärkung der Lebensmittelsicherheit in Deutschland bei. Der Welttag der
Lebensmittelsicherheit ist deshalb ein guter Anlass, das Bewusstsein für
die Bedeutung dieser gemeinsamen Arbeit von Bund und Ländern zu schärfen.“
Hintergrundinformation
Das BVL sammelt für die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit
(EFSA) Daten zu Lebensmitteln, die an Krankheitsausbrüchen beteiligt sind
und veröffentlicht jedes Jahr zusammen mit dem RKI einen Bericht zu
lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen in Deutschland (BELA-Bericht).
Bei Bedarf unterstützen die Fachleute des BVL die Überwachungsbehörden bei
der Ausbruchsaufklärung und geben ihr Wissen bei Schulungen an
Behördenmitarbeitende weiter. Dabei werden methodische Ansätze und
Werkzeuge der Ausbruchsaufklärung vorgestellt und geübt.
Der „Welttag der Lebensmittelsicherheit“ (World Food Safety Day) wurde von
den Vereinten Nationen im Jahr 2019 ins Leben gerufen. Er wird jährlich am
7. Juni begangen. Ziel ist es, Menschen für einen sicheren Umgang mit
Lebensmitteln zu sensibilisieren. Dadurch soll das Risiko für
lebensmittelbedingte Erkrankungen gesenkt werden. 2026 steht der Tag unter
dem Motto: „From burden to solutions – safe food everywhere“. Es soll
verdeutlichen, wie Daten über lebensmittelbedingte Krankheiten dabei
helfen können, die Last („burden“) dieser Krankheiten durch
wissenschaftlich fundierte Lösungen („solutions“) zu minimieren.
Weiterführende Informationen
• Weitere Informationen zum Welttag der Lebensmittelsicherheit
stellen WHO und FAO zur Verfügung.
https://www.who.int/campaigns/
https://www.fao.org/fao-who-co
details/en/c/1757766/
• Weitere Informationen zum „Bundeseinheitlichen System zur
Erfassung von Daten zu Lebensmitteln, die bei Krankheitsausbrüchen
beteiligt sind (BELA) hat das BVL auf seiner Internetseite zusammenge-
stellt:
https://www.bvl.bund.de/DE/Arb
• Weitere Informationen zu den erfassten Daten meldepflichtiger
Infektionskrankheiten, die das RKI im Dashboard des Epidemiologische
Bulletin (EpidBull) veröffentlicht, sind unter folgendem Link abrufbar:
https://www.rki.de/DE/Aktuelle
Bulletin/Daten/Dashboard-Melde
Infektionskrankheiten.html?__b
Über das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
Das BVL ist eine eigenständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des
Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Es
ist für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln und
gentechnisch veränderten Organismen in Deutschland zuständig. Im Bereich
der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit übernimmt das BVL
Managementaufgaben und koordiniert auf verschiedenen Ebenen die
Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Bundesländern und der Europäischen
Union.
