Fraunhofer IMM präsentiert innovative Diagnostiklösungen auf der medtech RLP
Das Fraunhofer-Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme IMM präsentiert
auf der medtech RLP zwei Entwicklungen für die automatisierte Point-of-
Care-Diagnostik und Laboranalytik: das CLIP-X-System zur Proteinanalytik
mittels Chemilumineszenz-Immunoassay sowie den MICRO-HEAD, eine modulare
Lösung zur automatisierten Probenvorbereitung und Flüssigkeitshandhabung.
Automatisierte Proteinanalytik auf mikrofluidischer Basis
Mit dem CLIP-X-System entwickelt das Fraunhofer IMM eine mikrofluidische
Plattform zur automatisierten Detektion von Proteinen mithilfe von
Chemilumineszenz-Immunoassays (CLIA). CLIP-X steht für „Chemiluminescent
Lab-on-chip Immunoassay Platform“, das X für den jeweiligen Test. Ziel ist
es, aufwendige Laborprozesse zu automatisieren und gleichzeitig schnelle,
spezifische sowie sensitive Nachweise einzelner Protein-Biomarker zu
ermöglichen. Die Technologie eignet sich sowohl für qualitative als auch
quantitative Analysen und kann an unterschiedliche Nachweisreaktionen
angepasst werden, wenn geeignete Antikörper verfügbar sind.
Durch den hohen Automatisierungsgrad soll das System künftig auch als
Point-of-Care/Use-Lösung eingesetzt werden können, vor allem in den
Bereichen patientennahe Diagnostik, Lebensmittelsicherheit und
Pflanzengesundheit. Die mikrofluidische Kartusche übernimmt dabei
wesentliche Prozessschritte der Probenbearbeitung und Analyse.
„Mikrofluidische Systeme ermöglichen es, komplexe diagnostische Prozesse
deutlich kompakter und effizienter abzubilden. Damit schaffen wir die
Grundlage für robuste und flexible Analytiklösungen direkt am Point of
Use“, sagt Benedict Martens, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gruppe
Diagnostik und Biodruck.
MICRO-HEAD: Modulare Laborautomation für kleine und mittlere Labore
Mit dem MICRO-HEAD stellt das Fraunhofer IMM außerdem eine kompakte
Plattform für die automatisierte Probenvorbereitung vor. Das System
kombiniert Pipettier- und Flüssigkeitshandhabungsfunktio
mikrofluidischen Anschlussstücken, die es ermöglichen, zusätzliche
Prozessschritte wie Mischen, Filtrieren oder Aufreinigen in den
Pipettiervorgang zu integrieren.
Der MICRO-HEAD richtet sich insbesondere an kleine Diagnostik-,
Lebensmittel- und Analytiklabore, die steigende Probenzahlen,
Fachkräftemangel und Kostendruck bewältigen müssen. Der MICRO-HEAD
verfolgt dabei einen modularen Ansatz, der automatisierte
Probenvorbereitung auch für kleinere Labore kostengünstig zugänglich
machen soll.
„Mit dem MICRO-HEAD wollen wir Laborautomation flexibler und
wirtschaftlicher gestalten. Besonders kleinere Labore sollen von
automatisierten Prozessen profitieren können, ohne in große und komplexe
Systeme investieren zu müssen“, erklärt Dr. Tobias Gerling vom Fraunhofer
IMM.
Forschung für anwendungsnahe Diagnostik
Die auf der medtech RLP präsentierten Entwicklungen stehen beispielhaft
für die Arbeiten des Fraunhofer IMM im Bereich Bioanalytik und Diagnostik.
Das Institut entwickelt mikrofluidische Systeme und
Automatisierungslösungen für Anwendungen in Medizin, Diagnostik und
Analytik mit dem Ziel, Prozesse effizienter, reproduzierbarer und
anwenderfreundlicher zu gestalten. Besuchen Sie unsere
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am 11. Juni auf der medtech
Begleitausstellung „Medizin, Technologie & Forschung“in der Alten Lokhalle
Mainz, Stand 19.
