Neue Struktur für mehr Vielfalt und Teilhabe
Mit einem vielseitigen Programm hat die Universität Siegen am 14.
bundesweiten Diversity-Tag das neue Referat Chancengerechtigkeit offiziell
eröffnet. Einen besonderen Impuls gab Alumna Maria Popov mit ihrem Vortrag
„Von Siegen in die Medienwelt: Perspektiven einer neuen Generation“.
Bereits seit Beginn des Jahres 2026 sind im Referat Chancengerechtigkeit
die Bereiche Gleichstellung, Diversity, Inklusion sowie Vereinbarkeit von
Familie und Beruf organisatorisch zusammengeführt. Bestehende Angebote
werden so enger verzahnt und Synergien besser genutzt. Das Referat, das
dem Prorektorat für Nachwuchs, Diversity und Internationales zugeordnet
ist, wird von der zentralen Gleichstellungsbeauftragten Dr.‘ Elisabeth
Heinrich geleitet. Sie und Katharina Miketta dankten zu Beginn der
Eröffnungsveranstaltung ihrem „tollen Team“, das mit viel Herzblut dabei
sei. Man arbeite wunderbar zusammen und es sei gut, dass die Struktur sie
nun unter ein „Dach“ zusammengeführt habe.
„Über viele Jahre hinweg sind wertvolle Initiativen und Einrichtungen
entstanden“, so Dr.‘ Elisabeth Heinrich bei einem Blick zurück auf die
Gleichstellungsarbeit an der Universität Siegen. „Mit dem Referat
Chancengerechtigkeit schaffen wir nun eine starke gemeinsame Basis für die
Zukunft.“ Ziel sei es, die Sichtbarkeit nach innen und außen zu stärken
und neue Impulse im Hochschulalltag zu setzen.
„Bei diesen wichtigen Themen braucht es Engagement, Ausdauer und den
festen Willen, Veränderungen voranzubringen“, betonte Kanzlerin Iris Litty
in ihrem Grußwort. „Wir freuen uns daher gemeinsam sehr, mit dem Referat
eine starke, sichtbare Anlaufstellen geschaffen zu haben.“
Die Eröffnungsfeier stand unter dem Motto „All In – Vielfalt ist unsere
Profession“ und zeigte die thematische Bandbreite des Referats. Neben dem
Vortrag von Dr‘. Antje Schnoor über das ebenfalls neue Weiterbildungs-
Zertifikat Gender & Diversity, bot ein vielfältiges Rahmenprogramm
Gelegenheit zum Austausch. Als besonderer Gast war die Journalistin Maria
Popov eingeladen, die persönliche Perspektiven auf Karrierewege und
Diversität einbrachte.
Die Journalistin, Moderatorin, Autorin und Content-Creatorin studierte
Medienwissenschaft an der Universität Siegen. Vor 13 Jahren habe sie als
Studentin Sätze gehört wie: „Die Wahrscheinlichkeit, später Taxi zu
fahren, ist größer als es in die Medien zu schaffen.“ Sie saß in einem
ähnlichen Seminarraum wie jetzt. Voller Unsicherheit. Jetzt ist Maria
Popov, sobald das Mikro „on“ ist, auf den Punkt präsent und hat sofort die
Aufmerksamkeit des Publikums. Ebenso souverän wie unterhaltsam erzählt
sie, wie die Zweifel dem Mut gewichen sind. „Ich hatte keinen Plan, keine
Verbindungen, keine Eltern, die mich finanziell hätten absichern können.“
Gerade als queere Frau mit Migrationshintergrund habe sie sich gefragt,
wie ein Weg in die Medienbranche gelingen könne.
Heute arbeitet sie erfolgreich vor und hinter der Kamera, war unter
anderem beim Content-Netzwerk funk, machte eine Reportage für Arte, talkt
auf TikTok und youtube. Vor kurzem erschien ihre erstes Buch „Kein Bock
Club.“ Dass sie als „diskriminierungssensible Journalistin“ ihren Weg
gehen kann, beschreibt Popov, die in Berlin lebt, als Zusammenspiel aus
Zufällen, dem Willen, Hürden zu überwinden, Neues zu wagen und dem
Austausch mit guten Mentorinnen. Zugleich betonte sie die prägende Rolle
ihrer Studienzeit. Bei Campus TV habe sie sich ausprobieren und
Erfahrungen sammeln können. „Die Uni Siegen hat in mir das geweckt, was
ich wirklich will.“ Sie sei ein Fan der Uni Siegen. „Nein, ich bin sogar
ein Uni Siegen Ultra!“
Nach dem Programm gab es Gelegenheit zum Austausch mit der Initiative
ArbeiterKind.de. Ehrenamtliche – meist selbst Studierende der ersten
Generation – engagieren sich bei ArbeiterKind.de in rund 80 lokalen
Gruppen bundesweit, auch in Siegen.
