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LMU eröffnet neues Gebäude für Diagnostik und translationale Forschung

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Die neue Einrichtung des Max von Pettenkofer-Instituts soll dazu
beitragen, Infektionskrankheiten effizienter zu behandeln und zu
verhindern.. Die Übertragung exzellenter Forschungsergebnisse aus der Mikrobiologie und
Virologie in die Diagnostik an Patientinnen und Patienten ist ein
wesentlicher Schritt, um Krankheiten schneller und besser zu behandeln und
ihre Verbreitung zu verhindern. Zu diesem Zweck eröffnet die LMU das neue
Zentrum für Diagnostik und translationale Forschung des Max von
Pettenkofer-Instituts für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie.

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume: „Dieser 36 Millionen Euro
schwere Neubau ist ein Leuchtturm der exzellenten LMU-Infektionsmedizin
und ein Aushängeschild für den Wissenschaftsstandort Bayern. Die
Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt: Wer Krankheitserreger
schnell versteht, kann Leben retten. Mit dem DIAG haben wir einen Ort
geschaffen, an dem Virologie, Mikrobiologie und klinische Praxis eng
verzahnt zusammenwirken. Wir haben hier beste Bedingungen für Diagnostik
und kliniknahe Forschung – ganz im Sinne des Leitgedankens des DIAG: vom
Reagenzglas zur Rettung. Klar ist: Pandemien kündigen sich nicht an, aber
wir können uns vorbereiten. Resilienz entsteht durch strategische
Weichenstellungen. Das DIAG ist Ausdruck dieser Weitsicht.“

Für Bayerns Bauminister Christian Bernreiter war die Schlüsselübergabe am
10. Juni eine besondere Freude: „Als staatliche Bauverwaltung tun wir
alles, um die nötige Infrastruktur für diese Exzellenzuniversität zu
schaffen. Die Herausforderung für das Staatliche Bauamt München II lag
darin, sowohl höchste Ansprüche zu erfüllen, wie zum Beispiel das S3-Labor
mit höchster Sicherheitsstufe für die Diagnostik von hochansteckenden
Erregern, als auch die nötige Anpassungsfähigkeit für künftige andere
Labornutzungen zu schaffen. Entstanden ist ein gleichermaßen robuster, wie
flexibler und klimagerechter Bau. Ich danke allen Beteiligten für die
hervorragende Arbeit und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die
Geduld in den letzten Wochen und Monaten!“

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Matthias H. Tschöp, Präsident der LMU: „Die
Zusammenführung von Diagnostik, translationaler Forschung und Lehre in der
Medizinischen Mikrobiologie und Virologie auf höchstem Niveau, von
modernster Laborinfrastruktur, Hochsicherheitslaboren und KI-gestützter
Diagnostik - das sind optimale Voraussetzungen, um Infektionskrankheiten
schneller zu erkennen, besser zu verstehen und gezielter zu bekämpfen. So
können wir neue Erkenntnisse noch besser in die klinische Anwendung
überführen und die Versorgung von Patientinnen und Patienten weiter
verbessern. Für eine Exzellenzuniversität bedeutet ein solches Gebäude
weit mehr als einen Neubau: Es ist ein strategischer Ort
wissenschaftlicher Innovation, medizinischer Versorgungssicherheit und
akademischer Ausbildung auf höchstem internationalem Niveau.“

Prof. Dr. med. Sebastian Suerbaum, Lehrstuhl für Medizinische
Mikrobiologie und Krankenhaushygiene Max von Pettenkofer-Institut der LMU:
„Ich bin sehr froh, dass wir dieses neue Gebäude des Max von Pettenkofer-
Instituts auf dem Klinikum-Campus in Großhadern jetzt einweihen können. Es
bietet allen Mitarbeitenden des Max von Pettenkofer-Instituts, Ärzten,
Wissenschaftlern und dem technischen Personal, optimale Bedingungen für
unsere Arbeit in Infektionsdiagnostik und patientennaher translationaler
Forschung und gibt uns bestmögliche Rahmenbedingungen für eine
beschleunigte interdisziplinäre Diagnostik und die direkte Kommunikation
und Diskussion der Ergebnisse mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten.
Wir sind dem Freistaat Bayern und allen an Planung auf Bauausführung
beteiligten Teams für die zügige Realisierung dieses Gebäudes sehr
dankbar.“

Optimale Infrastruktur für moderne Diagnostik

Das neue Gebäude bietet optimale Arbeitsbedingungen für den Nachweis von
Infektionserregern mit allen modernen diagnostischen Verfahren der
Bakteriologie, Virologie, Mykologie und Parasitologie. Zu den Highlights
des Gebäudes gehört ein Großlabor für den Betrieb einer automatisierten
Laborstraße für die kulturelle Mikrobiologie.

Ein großer Laborraum wurde um diese Installation herum geplant und erlaubt
optimierte Arbeitsabläufe für die Versorgung der Automatenstraße mit
Reagenzien und Agarplatten, die Beladung mit den Patientenproben, die
technische und ärztliche Validation und Qualitätskontrolle sowie eine für
die großen anfallenden Datenmengen optimierte IT-Infrastruktur, die auch
die KI-unterstützte Analyse der Befunde erlaubt. Die Labore sind mit einer
hochmodernen neu gebauten Rohrpostanlage an die Knotenpunkte des Klinikums
angebunden, so dass beispielsweise im Operationssaal gewonnene Proben
innerhalb weniger Minuten das Labor erreichen.

Ein weiteres Highlight ist ein nach neuesten Sicherheitsstandards gebautes
Hochsicherheitslabor der Sicherheitsstufe 3, das beispielsweise für die
Diagnostik der Tuberkulose oder der HIV-Erkrankung erforderlich ist, um
einen optimalen Schutz des Personals und der Umwelt vor diesen Erregern
sicherzustellen.

Für die Lagerung von Patientenproben und Bakterien- und Virusisolaten ist
eine Biobank mit N2-Kryokonservierung und -80°C Tiefkühllagerungen in das
Gebäude integriert. Ein weiteres Element ist ein Impfstützpunkt mit zwei
Behandlungszimmern und Wartebereich.

Medizinische Forschung und Versorgung

Teams von insgesamt 20 Ärztinnen, Ärzten und Akademikern sowie 70
technische Mitarbeitende und Hilfskräfte arbeiten in dem neuen Gebäude,
die von IT-Fachpersonal und weiteren Disziplinen unterstützt werden. Die
zentrale Lage des Gebäudes erleichtert auch die Durchführung der täglichen
Visiten der ärztlichen Teams des Max von Pettenkofer-Instituts auf den
Stationen des LMU Klinikums mit infektiologischen Problempatienten.

Im neuen Gebäude werden neben der mikrobiologischen und virologischen
Diagnostik in den beiden akkreditierten Laborbereichen und ärztlicher
Beratungstätigkeit auch die beiden am Max von Pettenkofer-Institut
angesiedelten Nationalen Referenzzentren für Helicobacter pylori, den
wichtigsten infektiösen Krebserreger, und für Retroviren, besonders das
HI-Virus, eine Heimat finden.

In diesen beiden Bereichen hat das Max von Pettenkofer-Institut sowohl
durch innovative Diagnostik als auch durch seine international relevanten
Forschungserfolge eine führende Stellung erreicht. Translationale
Forschungsarbeiten des Instituts werden unter anderem im Deutschen Zentrum
für Infektionsforschung (DZIF) und im gerade neu gegründeten Bayerischen
Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) gefördert.