Sommerprognose: Zaghafte Erholung, aber viel Gegenwind
Auf die deutsche Wirtschaft wirken weiterhin gegenläufige Kräfte. Während
die Finanzpolitik für expansive Impulse sorgt, bremsen die Folgen des
Irankriegs die wirtschaftliche Dynamik. Das zeigt die aktuelle
Sommerprognose des Kiel Instituts. Demnach wird das Bruttoinlandsprodukt
trotz der expansiven Fiskalpolitik in diesem Jahr voraussichtlich um
lediglich 0,8 Prozent zulegen, für das kommende Jahr haben die Ökonomen
die Prognose von zuvor 1,4 Prozent auf 1,0 Prozent gestutzt. Während
bislang kaum Anzeichen für eine kräftige Erholung bei Exporten und
Unternehmensinvestitionen erkennbar sind – wie sie für frühere
Erholungsphasen (...)
(...) charakteristisch waren –, dürften vor allem die öffentlichen Konsum-
und Investitionsausgaben anziehen. Demgegenüber bleibt die private
Investitionstätigkeit schwach, und auch die Beschäftigungsperspektiven
haben sich deutlich eingetrübt.
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Die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise infolge des Irankriegs führen
derzeit zu spürbaren Kaufkraftverlusten, die die wirtschaftliche
Entwicklung hemmen. „Die Folgen des Irankriegs dämpfen die
Wirtschaftsleistung“, erklärt Moritz Schularick, Präsident des Kiel
Instituts. „Der Anstieg der Rohstoffpreise erweist sich als persistenter,
was die wirtschaftliche Dynamik bis in das kommende Jahr hinein belasten
wird.“
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Deutsche Wirtschaft im Sommer 2026: Wenig Schwung – Erhöhte Risiken
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Weltwirtschaft im Sommer 2026: Konjunktur weiter im Zeichen des Irankriegs
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sommer-2026-konjunktur-weiter-
Auch die grundlegenden Probleme der deutschen Wirtschaft bestehen fort. So
haben sich die Exporte zwar zuletzt stabilisiert und werden wohl
allmählich wieder einen moderaten Expansionskurs einschlagen. Von einer
dynamischen Erholung kann jedoch nach den Rückgängen der vergangenen Jahre
nach wie vor keine Rede sein. „Die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit der
deutschen Wirtschaft wird weitere Verluste an Weltmarktanteilen nach sich
ziehen“, sagt Stefan Kooths, Konjunkturchef des Kiel Instituts. „Gemessen
an früheren Aufschwüngen fallen die erwarteten Zuwächse mager aus. Ohne
durchgreifende standortstärkende Reformen driftet die deutsche Wirtschaft
in ein Fahrwasser aus erlahmenden Wachstumskräften mit sich verschärfenden
Verteilungskonflikten.“
Steigende Inflation, moderater Zuwachs bei Exporten
Der deutliche Anstieg der Rohstoffpreise macht sich in einer gestiegenen
Inflationsrate bemerkbar. Für das laufende Jahr rechnet das Kiel Institut
mit 2,8 Prozent, auch im kommenden Jahr wird die Inflation mit 2,3 Prozent
erhöht bleiben. Der Zuwachs bei den Exporten fällt mager aus: Aufs Jahr
gerechnet dürften die Exporte nur leicht um 1,8 Prozent zulegen.
Privater Konsum kommt kaum voran, Bauinvestitionen steigen leicht
Der private Konsum steigt hingegen kaum, weil höhere Rohstoffpreise
Kaufkraft kosten. Das macht sich unter anderem am eingetrübten Konsumklima
bemerkbar. Für das laufende Jahr wird mit einem leichten Plus von 0,3
Prozent gerechnet, im kommenden Jahr fällt die Zunahme mit 0,4 Prozent
kaum größer aus. Bei den Bauinvestitionen ist der Zuwachs auch aufgrund
der gestiegenen Rohstoffpreise gedämpft: Insgesamt wird für 2026 – trotz
des Infrastruktur-Sondervermögens – lediglich ein Zuwachs um 0,3 Prozent
erwartet, für 2027 wird ein Plus von 1,9 Prozent prognostiziert.
Eingetrübte Aussichten für den Arbeitsmarkt, steigende Staatsverschuldung
Die Aussichten für den Arbeitsmarkt haben sich derweil eingetrübt. Die
Zahl der Erwerbstätigen dürfte am Ende des Prognosezeitraums um 330.000
Personen niedriger ausfallen als noch im Frühjahr prognostiziert, das Kiel
Institut rechnet im Jahresdurchschnitt mit einer Arbeitslosenquote von 6,3
Prozent, im kommenden Jahr ist ein leichter Rückgang auf 6,2 Prozent zu
erwarten. Zugleich weiten sich die Fehlbeträge in den öffentlichen Kassen
deutlich aus: Der expansive Kurs der Finanzpolitik lässt das Budgetdefizit
von 2,8 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2025 auf 4,1
Prozent im Jahr 2027 steigen.
Weltwirtschaft: Vorübergehend spürbare Abschwächung
Die Weltwirtschaft legt laut Prognose des Kiel Instituts im laufenden Jahr
nur noch um 2,8 Prozent zu (2025: 3,4 Prozent). Maßgeblich hierfür ist ein
Einbruch der Produktion in den Ländern am Persischen Golf, während sich
die Konjunktur in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften sowie in den
meisten Schwellenländern nur leicht verlangsamt. Für 2027 ist unter der
Voraussetzung einer Beilegung des Konflikts mit dem Iran wieder mit einem
Anstieg um 3,3 Prozent zu rechnen.
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