Ausstellung studentischer Arbeiten: „Untenrum verhandelt“ – Gynäkologisches Wissen zwischen Fürsorge und Kontrolle
Weibliche Körper sind Gegenstand zahlreicher Debatten – im medizinischen,
gesellschaftlichen und politischen Kontext. In der Ausstellung „Untenrum
verhandelt“ machen Studierende der Universität Hamburg sichtbar, wer
welches Wissen hat und welche Rolle Macht dabei spielt. Sie ist vom 17.
Juni bis 8. Juli 2026 im Medizinhistorischen Museum Hamburg zu sehen und
wird von einem umfassendes Begleitprogramm ergänzt.
Wie wird über weiblich gelesene Körper gesprochen? Welche Geschichten
werden erzählt, welche verschwiegen? Und wer entscheidet, was als
gesichertes „Wissen“ über Gesundheit, Reproduktion und Sexualität gilt?
Diesen Fragen geht die Ausstellung „Untenrum verhandelt. Gynäkologien
zwischen Wissen und Macht“ nach.
Sie wird am 17. Juni 2026 um 20 Uhr eröffnet und ist bis zum 8. Juli zu
den Öffnungszeiten (Mi, Sa und So: 13–18 Uhr) im Medizinhistorischen
Museum Hamburg des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE,
Martinistraße 52, Haus N30b) zu sehen. Entstanden ist sie in einem
gemeinsamen Seminar des Instituts für Anglistik und Amerikanistik sowie
des Instituts für Liberal Arts & Sciences (ILAS) der Universität Hamburg.
„Die Studierenden haben zu dem Thema recherchiert, Schwerpunkte definiert
und eigene künstlerische Perspektiven entwickelt. Gemeinsam mit Dr. Henrik
Eßler vom Medizinhistorischen Museum haben wir aus diesen Arbeiten eine
Ausstellung entwickelt, um die Ergebnisse aus dem Seminarraum in die
Öffentlichkeit zu bringen“, erklärt Prof. Dr. Sophie Witt, Professorin für
Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Medical & Health Humanities
sowie Leiterin des ILAS. Neben Audioinstallationen, Collagen,
Videoarbeiten und Postkarten entstand so auch ein intensiver Dialog mit
historischen Objekten aus der Sammlung des Museums.
Thematisch geht es unter anderem um Geburten und Hebammenwissen, die
Klitoris und weibliche Lust oder auch um Menstruation. Begleitet wird die
Ausstellung durch ein vielseitiges Programm mit Theater-Lesung,
künstlerischem Workshop und wissenschaftlichem Vortrag. Zu diesen
Veranstaltungen sowie zu der Vernissage am 17. Juni (20 Uhr) und der
Finissage am 8. Juli (18 Uhr) sind Medienvertreterinnen und -vertreter
sowie Interessierte herzlich eingeladen.
„Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Medizinhistorischen
Museum und den Austausch mit der Klinik und Poliklinik für Gynäkologie am
UKE, aber auch durch die Synergien zwischen den Studiengängen ist eine
Ausstellung entstanden, die zeigt, dass Gynäkologie nicht nur ein
medizinisches Fachgebiet ist, sondern auch ein kultureller, politischer
und historischer Aushandlungsraum“, ergänzt Sandra Dinter,
Juniorprofessorin für Britische Literatur und Kultur. Darum lade die
Ausstellung Besucherinnen und Besucher gezielt dazu ein, eigene
Erinnerungen, Erfahrungen und Fragen einzubringen – und gynäkologische
Wissensgeschichten anders zu betrachten und neu zu erzählen.
Mehr Informationen zur Ausstellung „Untenrum verhandelt“ und zum
Begleitprogramm: https://uhh.de/ausstellung-unt
