Generative KI verändert Gesellschaft – internationale Weizenbaum-Konferenz zieht Bilanz
Mehr als 300 Teilnehmende aus Wissenschaft und Praxis haben auf der 8.
Weizenbaum Conference über die gesellschaftlichen Auswirkungen generativer
Künstlicher Intelligenz diskutiert. Unter dem Motto „Generative AI and
Society: What is at stake?“ kamen sie am 10. und 11. Juni in Berlin
zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Zukunftsfragen der digitalen
Transformation zu beleuchten.
Rund internationale 50 Forschende präsentierten ihre Arbeiten in Vorträgen
und interdisziplinären Panels. Im Mittelpunkt standen die Chancen und
Risiken generativer KI sowie die Frage, welche Folgen es hat, wenn
Prozesse und Entscheidungen zunehmend automatisiert werden. Die
Diskussionen knüpften dabei an zentrale Überlegungen des Informatikers und
Gesellschaftskritikers Joseph Weizenbaum an: Wie lassen sich
Verantwortung, Transparenz und menschliche Kontrolle in datengetriebenen
Systemen sicherstellen?
Anhand unterschiedlicher Anwendungsfelder zeigten die Beiträge, wie
Künstliche Intelligenz bereits heute Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und
Gesellschaft verändert. Themen waren unter anderem Plattformregulierung,
digitale Arbeit, Nachhaltigkeit sowie globale Machtverschiebungen durch
technologische Innovationen. Diskutiert wurden sowohl die Potenziale der
Technologie – etwa Effizienzgewinne und neue Anwendungsmöglichkeiten – als
auch Risiken wie die Verstärkung bestehender Macht- und
Ungleichheitsverhältnisse.
Die Vorsitzenden des Programmkomitees, Dr. habil. Anne Krüger und
Professor Florian Butollo vom Weizenbaum-Institut zogen ein positives
Fazit. „Wir haben es geschafft, solide empirische Forschungsergebnisse in
Dialog miteinander zu bringen. Insgesamt zeigen die Befunde, dass sich
Arbeitswelt und Wissensproduktion deutlich verändern. Sie zeigen aber
auch, dass die Erzählungen eines breitflächigen Ersatzes von Arbeit und
der vollautomatisierten Wissensproduktion irreführend sind“, sagt Butollo.
Krüger ergänzt: „Eine zentrale Aufgabe der Konferenz war es, den Austausch
über eine Technologie zu fördern, die nicht einem einzigen Zweck dient,
sondern in sehr unterschiedlichen Kontexten eingesetzt wird. So kann Ethik
nicht einfach in KI-Systeme eingeschrieben werden. Ethisches Verständnis
und Verantwortung müssen von den Menschen getragen werden, die diese
Technologien entwickeln und einsetzen. Das unterstreicht die Bedeutung
sozialwissenschaftlicher Digitalisierungsforschung wie die des Weizenbaum-
Instituts.“
Mit ihrer achten Ausgabe bestätigte die Weizenbaum Conference erneut ihre
Rolle als wichtige Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft,
Politik und Zivilgesellschaft zu den gesellschaftlichen Folgen der
Digitalisierung.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Florian Butollo https://www.weizenbaum-institu
/florian-butollo/#page=1&tags=
Dr. habil. Anne K. Krüger https://www.weizenbaum-
institut.de/portrait/p/anne-k-
