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Rekord bei Maifischen in der Mosel – Rückkehr setzt sich fort

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Die Rückkehr des einst im Rhein und seinen Nebenflüssen ausgestorbenen
Maifischs (Alosa alosa) setzt sich in der Mosel deutlich fort: Im Jahr
2026 wurden an der Fischaufstiegsanlage in Koblenz bislang bereits 102
aufsteigende Tiere registriert. Im Vorjahr waren es insgesamt noch 32.



„Die Beobachtungen unseres automatischen Fischzählers in der Fischtreppe
an der Moselstaustufe Koblenz deuten darauf hin, dass sich die
Wiederansiedlung der Wanderfischart im Moselsystem zunehmend verstetigen
könnte“, erklärt Bernd Mockenhaupt, Wissenschaftler der BfG. „Wichtiger
als der Rekord ist, dass sich über mehrere Jahre hinweg eine klare
Aufwärtsentwicklung abzeichnet. Das spricht dafür, dass die umfangreichen
Maßnahmen zur Wiederansiedlung Wirkung zeigen.“

Der Maifisch galt in Mosel und Rhein seit den 1960er Jahren als
ausgestorben. Erst mit der Verbesserung der Wasserqualität und dem Start
des EU-LIFE-Maifischprojekts (www.maifischprojekt.de) im Jahr 2007 begann
seine Rückkehr. Seitdem werden im Rheinsystem jährlich hunderttausende
Larven ausgesetzt und durch Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen
Durchgängigkeit begleitet.

Starke Indizien für dauerhafte Rückkehr des Maifischs

Seit der ersten Beobachtung eines Maifischs im Jahr 2013 in der damals neu
errich-teten Fischaufstiegsanlage Koblenz stiegen regelmäßig Maifische in
die Mosel auf, jedoch bis vor drei Jahren nur vereinzelt. Dies scheint
sich nun zu ändern. Nachdem in 2025 bereits zahlreiche Tiere beobachtet
werden konnten, hat sich die Zahl nun vervielfacht. Für die Mosel brachte
dieses Jahr gleich zwei erfreuliche Ergebnisse: Neben einer Rekordanzahl
an Nachweisen konnten erstmals auch zwei Maifische für das Maifischprojekt
gefangen werden. Mit speziellen Methoden wird nun versucht zu klä-ren, ob
die Tiere das Ergebnis einer natürlichen Vermehrung von
Maifischrückkehrern sind – eventuell sogar aus der Mosel –, oder ob sie
den Besatzmaßnahmen im Rheinsystem zuge-ordnet werden können. Ein Nachweis
einer natürlichen Vermehrung des Maifischs in der Mo-sel hätte besondere
Bedeutung, da dies die erste bestätigte Fortpflanzung der Art seit ihrem
Aussterben vor 80 Jahren wäre.

Nach Mitteilung des Rheinischen Fischereiverbandes, der die Maßnahmen zur
Wiederansied-lung der Wanderfischart im Rheinsystem koordiniert, konnten
auch im Rhein auf Höhe der französischen Gemeinde Gambsheim zahlreiche
Maifische beim Aufstieg beobachtet werden.

Ohne ökologische Durchgängigkeit ist die Rückkehr von Wanderfischen kaum
denkbar

Die aktuellen Zahlen fügen sich somit in ein positiv stimmendes Bild ein.
Die Renatu-rierungs- und Wiederansiedlungsmaßnahmen im Rheinsystem
scheinen langfristig Wirkung zu zeigen. Gleichzeitig ist die weitere
Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit eine zentrale Aufgabe, um
die Rückkehr der Wanderfische dauer-haft zu sichern. Darunter ist zu
verstehen, dass Hindernisse wie Wehre und Staustu-fen technisch so
gestaltet werden, dass Fische sie überwinden können.

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde trägt dazu bei, bestehende
Wissenslücken zur ökologischen Entwicklung der Wanderfischarten im
Rheinsystem zu schließen. Sie begleitet die Entwicklung der flussbaulichen
Maßnahmen und berät auf Grundlage des aktuellen Stands von Wissenschaft
und Technik.

Einmal Atlantik und zurück

Maifische sind nahe Verwandte von Heringen und Sprotten. Mit Körperlängen
von 50 bis 70 cm und einem Gewicht von drei bis vier Kilogramm werden sie
jedoch erheblich größer. Ihr Name leitet sich vom Monat ab, in dem sie
ihre Hauptwanderaktivität haben. Wie beim Lachs und anderen
Wanderfischarten schwimmen auch die jungen Maifische zum Aufwachsen ins
Meer. Konkret zieht es den Maifisch in die Nordsee und den Atlantik. Im
Alter von drei bis acht Jahren wandert er als erwachsenes Tier zum Laichen
in sein Geburtsgewässer zurück.

Die Aufstiegszeit der Maifische endet in Koblenz erfahrungsgemäß
spätestens Anfang Juli. Die Chance weitere Fische dieser streng
geschützten Art beobachten zu können bleibt also noch einige Wochen
bestehen.