BIÖG:20 Jahre regionales Netzwerk „Quit the Shit“
Weniger kiffen, den Konsum besser kontrollieren oder ganz aufhören: Dabei
unterstützt das Online-Programm „Quit the Shit“ seit 20 Jahren. Mehr als
14.000 Menschen haben das kostenlose, anonyme Angebot bereits genutzt. Es
begleitet Teilnehmende mit persönlicher Online-Beratung, einem digitalen
Konsumtagebuch und individuellen Rückmeldungen. Viele Ratsuchende konnten
ihren Cannabiskonsum deutlich reduzieren oder ganz beenden. Dass das
Programm wirkt, zeigen auch mehrere wissenschaftliche Studien.
Weniger kiffen, den Konsum besser kontrollieren oder ganz aufhören: Viele
Cannabis-Konsumenten nehmen sich genau das vor und merken dann, wie groß
die Herausforderung im Alltag ist. Seit zwei Jahrzehnten kooperiert das
Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) mit einem Netzwerk
kommunaler Suchtberatungseinrichtungen bei „Quit the Shit“ (https://www
.quit-the-shit.net/qts). Mehr als 14.000 Menschen haben das Angebot seit
dem Start der Kooperation im Jahr 2006 genutzt.
Seit April 2024 ist Cannabis in Deutschland für Erwachsene unter
bestimmten Bedingungen legal. Neben Alkohol und Tabak ist es die am
häufigsten konsumierte Droge in Deutschland. Rund acht Prozent der 12- bis
17-Jährigen und fast die Hälfte der jungen Erwachsenen haben bereits
Cannabis konsumiert, zeigt die Drogenaffinitätsstudie 2025
(https://www.bioeg.de/forschun
ab-1997/suchtpraevention/droge
Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Die meisten nutzen Cannabis
nur gelegentlich oder stellen den Konsum nach einer Weile wieder komplett
ein. Doch bei knapp elf Prozent der Jugendlichen und 13 Prozent der jungen
Erwachsenen, die Cannabis konsumieren, entwickelt sich ein problematisches
Verhalten: Sie konsumieren weiter, obwohl sie bereits negative Folgen
erleben, etwa Konflikte mit nahestehenden Menschen oder nachlassende
Leistungen in Schule, Studium oder Beruf.
Für Menschen, die ihren Konsum verändern wollen, bietet „Quit the Shit“
niedrigschwellige Unterstützung. Das kostenlose Online-Programm ist Teil
des Suchtpräventionsangebots https://www.drugcom.de des Bundesinstituts
für Öffentliche Gesundheit. Bundesweit unterstützen derzeit zehn
Suchtberatungseinrichtungen das Netzwerk. Jedes Mitglied der
multiprofessionellen Beratungsteams verfügt über eine psychotherapeutische
oder Beratungsausbildung sowie Erfahrungen in der Online-Beratung.
Zum Angebot gehören ein digitales Konsumtagebuch, wöchentliche
Rückmeldungen durch eine Beratungsperson sowie ein Einstiegs- und
Abschlussgespräch per Chat. Die regelmäßige Dokumentation – auch
konsumfreier Tage – soll helfen, Konsummuster zu erkennen und
Veränderungen sichtbar zu machen.
Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für
Öffentliche Gesundheit: „Viele Ratsuchende haben mit Hilfe von ‚Quit the
Shit‘ ihren Cannabiskonsum deutlich reduzieren oder sogar ganz stoppen
können. Das Programm wirkt – das zeigen auch mehrere wissenschaftliche
Studien. Besonderen Anteil am Erfolg haben die Beraterinnen und Berater,
die sich mit viel Empathie individuell auf die Belange jedes und jeder
Ratsuchenden einstellen. Ich danke allen Beteiligten für ihr großes
Engagement.“
Ilka Andersen, psychologische Psychotherapeutin, seit 2006 bei „Quit the
Shit“ tätig: „Manche Teilnehmende melden sich selbst nach längerer Zeit
noch einmal bei mir und erzählen, dass sie wieder mit dem Laufen
angefangen und sogar einen Marathon geschafft haben. Andere schreiben,
dass sie ihr Studium oder ihre Berufsausbildung abgeschlossen haben. Das
zeigt mir immer: Da ist eine persönliche Verbindung entstanden – auch wenn
das Programm nur online stattfindet. Und wenn die Teilnehmenden stolz
erzählen, was sie erreicht haben, berührt mich das sehr. Wenn der Konsum
nach und nach weniger Raum einnimmt, entsteht wieder Platz für andere
Dinge: für Hobbys, Beziehungen, Interessen und das eigene Leben. Zu sehen,
wie dadurch wieder mehr Energie, Lebensfreude und Lebensqualität
entstehen, ist toll.“
Laura Eißler, Sozialarbeiterin und Suchttherapeutin, seit 2024 bei „Quit
the Shit“ tätig: „Was ich an ‚Quit the Shit‘ ganz toll finde, ist, dass
das Programm sehr eigenverantwortlich ist. Es gibt nicht die eine
Zielvorgabe, die alle erreichen müssen. Man muss nichts Bestimmtes
erfüllen, sondern kann genau an den Themen oder Zielen arbeiten, die das
eigene Leben besser machen. Das kann bedeuten, für sich eine andere Form
des Konsums zu finden. Es kann natürlich auch Abstinenz sein. Entscheidend
ist, dass am Ende ein Umgang entsteht, der für die jeweilige Person
persönlich zu einem besseren Leben beiträgt."
Andreas Schön, Sozialpädagoge und Suchttherapeut: „Ich bin seit 20 Jahren
als Berater tätig. ‚Quit the Shit‘ bedeutet für mich den Einstieg in den
Ausstieg. Ich bin nach wie vor fasziniert darüber, wie viel Veränderung
innerhalb eines doch relativ überschaubaren Zeitraums möglich ist.“
Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von „Quit the Shit“ haben
Beraterinnen und Berater kurze Videos aufgenommen, in denen sie
persönliche Erinnerungen und Erfahrungen aus ihrer Arbeit teilen. Die
Beiträge sind auf dem Instagram-Kanal des Bundesinstituts
(https://www.instagram.com/bun
Beratungs- und Unterstützungsangebote des Bundesinstitus für Öffentliche
Gesundheit für Anliegen rund um Sucht und Drogen:
• Das kostenlose und anonyme Online-Beratungsangebot Quit
the Shit (https://www.quit-the-shit.net
Menschen, die ihren Cannabiskonsum reduzieren oder ganz beenden möchten.
Die Teilnahme erfolgt über eine Online-Anmeldung. Nach der Registrierung
werden die Teilnehmenden persönlich beraten und während des Programms
unter anderem durch ein Konsum-Tagebuch begleitet.
• Mit dem Online-Selbsttest „Cannabis-Check“
(https://www.drugcom.de/tests/
individuelle Cannabis-Konsum überprüft werden.
• Anonyme Chat-Beratung
(https://www.drugcom.de/beratu
15:00 - 17:00 Uhr und Mittwoch, Freitag: 13:00 - 15:00 Uhr)
• Anonyme E-Mail-Beratung (https://www.drugcom.de/beratu
finden/e-mail-beratung-bei-fra
Ratsuchende
• Übersicht von Beratungsstellen (https://www.drugcom.de
/beratung-finden/drogenberatun
Therapieangebote
• Das BIÖG-Beratungstelefon zur Suchtvorbeugung, Tel. 0221
89 20 31, bietet persönliche Beratung und informiert über Hilfs- und
Beratungsangebote vor Ort (erreichbar Mo. – Do. von 10 bis 22 Uhr und Fr.
– So. von 10 bis 18 Uhr, Preis für Gespräche in das Kölner Ortsnetz)
Alle BIÖG-Informationsangebote zur Cannabisprävention auf einen Blick
(https://www.infos-cannabis.de
Angebote_Cannabispraevention_S
• Online-Portal für alle Zielgruppen: https://www.infos-
cannabis.de
• Online-Portal für Jugendliche, Fach- und Lehrkräfte sowie
Eltern: https://www.cannabispraeventio
• Online-Portal für junge Erwachsene, Fach- und Lehrkräfte
sowie Eltern: https://www.drugcom.de
Social-Media-Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene
• https://www.instagram.com/can
• https://www.youtube.com/@Cann
• https://www.tiktok.com/@sucht
• https://www.youtube.com/@drug
Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte:
https://www.cannabis-kompakt.d
Fortbildung zur Durchführung von Cannabis-Elternabenden:
https://www.cannabiselternaben
Online-Kurs „Cannabispraevention - Wissen, verstehen, handeln“:
https://www.zpg-bayern.de/onli
Bestellung von kostenlosen Materialien des Bundesinstituts für Öffentliche
Gesundheit unter:
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, 50819 Köln
Online-Bestellsystem: https://shop.bioeg.de/
E-Mail:
https://www.drugcom.de/materia
https://www.shop.bioeg.de/them
