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Restitution an Nigeria: Schweizer Museen geben 18 bedeutende Kulturgüter zurück

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Achtzehn Kulturgüter aus dem Königtum Benin wurden von drei
Schweizer Museen an Nigeria zurückgegeben. Die Kulturgüter, die in
höfischen und religiösen Kontexten verwendet wurden, gehören zu den
berühmten «Benin-Bronzen», die Ende des 19. Jh. aus dem Königreich Benin
im heutigen Nigeria geraubt wurden. Zudem übergab die Eidgenossenschaft
Nigeria fünf in der Schweiz eingezogene Kulturgüter. Im Rahmen der
Übergabezeremonie unterzeichneten Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider
und Nigerias Kulturministerin Hannatu Musa Musawa ein Abkommen über den
Transfer von Kulturgütern. Ziel ist es, den illegalen Handel mit
Kulturgütern zu bekämpfen und das kulturelle Erbe zu schützen.

Bei der Zeremonie im Nationalmuseum in Lagos nahm die National Commission
for Museums and Monuments (NCMM) im Namen der Bundesrepublik Nigeria
offiziell achtzehn Objekte aus dem Königtum Benin entgegen. Vierzehn
Objekte stammen aus dem Völkerkundemuseum der Universität Zürich, zwei aus
dem Museum Rietberg in Zürich und zwei aus dem Musée d’Ethnographie de
Genève (MEG). Die bedeutenden Kulturgüter gehören zu den sogenannten
«Benin-Bronzen», die seit dem 16. Jahrhundert am Königshof von Benin im
heutigen Nigeria entstanden. Es handelt sich um aus Metall gegossene oder
auch aus Elfenbein geschnitzte Objekte, die zur Verkörperung und Verehrung
von Ahnen sowie zur Ausübung politischer Ämter genutzt wurden.

Die Rückgabe erfolgt nach mehrjähriger gemeinsamer Provenienzforschung im
Rahmen der Benin Initiative Schweiz, die ergab, dass die Objekte
höchstwahrscheinlich während des britischen Angriffs im Jahr 1897 aus dem
Königtum Benin geraubt wurden, worauf sie auf den Kunstmarkt und weltweit
in Museen gelangten. An der Feier wurden ausserdem ein Bronzearmband und
vier archäologische Monolithen aus der Region des nigerianischen
Nigerdeltas zurückgegeben, die im Rahmen von Strafverfahren in der Schweiz
eingezogen und anschliessend dem Staat übergeben worden waren. Mit der
Restitution der Objekte an das Herkunftsland Nigeria hat die Schweiz ihre
gesetzliche Verpflichtung erfüllt.

Abkommen zur Verhütung des rechtswidrigen Kulturgütertransfers

Im Rahmen der Übergabezeremonie unterzeichneten Bundesrätin Elisabeth
Baume-Schneider und die nigerianische Ministerin für Kunst, Kultur,
Tourismus und Kreativwirtschaft, Hannatu Musa Musawa, ein internationales
Abkommen über die Einfuhr, die Ausfuhr und die Rückführung von
Kulturgütern. Das Abkommen bildet die rechtliche Grundlage, um die
Zusammenarbeit zur Verhütung des illegalen Handels mit Kulturgütern sowie
die Rückgabe rechtswidrig eingeführter Kulturgüter zu erleichtern und den
Austausch von Informationen, Fachwissen und guten Praktiken zwischen der
Schweiz und Nigeria zu stärken. Die Restitution der Kulturgüter und die
Vereinbarung über die künftige Zusammenarbeit sind Teil umfassenderer
Bestrebungen, historisches Unrecht zu beseitigen und gleichzeitig die
Grundlage für eine langfristige kulturelle Partnerschaft zu schaffen.

Zukunft der zurückgegebenen Kulturgüter in Nigeria

Die zurückgegebenen Kulturgüter sind Teil des historischen Gedächtnisses,
des spirituellen Lebens, des künstlerischen Erbes und der Identität der
Gemeinschaften, aus denen sie stammen. Durch die Rückgabe erhalten
nigerianische Institutionen, Forschende, Kunstschaffende, Studierende und
die breite Öffentlichkeit die Möglichkeit, dieses Kulturerbe in Nigeria
und nach nigerianischen Massstäben zu erforschen, zu bewahren und zu
vermitteln. Einige der zurückgegebenen Objekte werden im Nationalmuseum in
Lagos ausgestellt, die meisten werden jedoch an ihren Ursprungsort im
nigerianischen Bundesstaat Edo zurückkehren, wo sie sicher untergebracht
werden, zunächst im Oba Ovonramwen-Depot des Nationalmuseums in Benin
City. Die NCMM plant eine hochstehende Galerie, in der alle kürzlich
zurückgegebenen Benin-Objekte ausgestellt werden sollen. Dazu gehören
neben den von der Schweiz zurückgegebenen Objekten auch die im vergangenen
Jahr von den Niederlanden restituierten Artefakte sowie Rückgaben, die aus
Cambridge erwartet werden.

An der Zeremonie anwesend waren neben Nigerias Kulturministerin Hannatu
Musa Musawa und Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider der Generaldirektor
der NCMM, Olugbile Holloway, sowie Vertreterinnen und Vertreter des
Bundesamtes für Kultur und die Direktorinnen der drei beteiligten
Schweizer Museen, Prof. Dr. Alice Hertzog für das Völkerkundemuseum der
Universität Zürich, Dr. Annette Bhagwati für das Museum Rietberg Zürich
und Dr. Carine Ayélé Durand für das MEG.

Benin Initiative Schweiz
Die Benin Initiative Schweiz wurde 2021 unter der Federführung des Museums
Rietberg mit der Beteiligung von acht Schweizer Museen und in enger
Zusammenarbeit mit nigerianischen Partnern ins Leben gerufen. Das vom
Bundesamt für Kultur unterstützte Projekt untersuchte die Herkunft von
Objekten aus Benin in Schweizer Sammlungen. Die Ergebnisse bildeten die
Grundlage für die Beschlüsse der Universität Zürich, der Stadt Zürich im
Namen des Museums Rietberg sowie der Stadt Genf im Namen des Musée
d’Ethnographie de Genève betreffend die Restitution der Objekte. Die
Übertragung der Eigentumsrechte betraf insgesamt 28 Objekte und wurde am
20. März 2026 unterzeichnet. Zehn Werke verbleiben als Dauerleihgaben in
der Schweiz, neun im Museum Rietberg, und eines im MEG. Die im Rahmen der
Benin Initiative geknüpften Arbeitsbeziehungen stärkten das Vertrauen und
das gegenseitige Verständnis und leisteten damit einen wesentlichen
Beitrag zum Abschluss der Vereinbarung über den Transfer von Kulturgütern
zwischen der Schweiz und Nigeria.