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CEDA-Kongress 2026 setzte starke Impulse für die Präzisionsdiabetologie

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Drei Tage lang stand Düsseldorf im Mittelpunkt der europäischen
Diabetologie: Vom 25. bis 27. Juni 2026 fand der Kongress der Central
European Diabetes Association (CEDA) am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ),
ein An-Institut an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), statt.
Rund 250 Teilnehmende tauschten sich über aktuelle Forschungsergebnisse
und neue Ansätze in der Diabetesversorgung aus. Insgesamt 16 Sitzungen, 56
Posterpräsentationen und vier Industriesymposien aus 25 Ländern zeigten
deutlich: Die Diabetologie richtet sich zunehmend auf den einzelnen
Menschen aus.

Diabetes ist nicht gleich Diabetes. Hinter der Diagnose stehen
verschiedene Verlaufsformen mit unterschiedlichen Risiken für
Folgeerkrankungen. Diese Unterschiede gezielt zu erkennen und jeden
Menschen mit Diabetes möglichst individuell zu behandeln, ist eine der
zentralen Aufgabe der Diabetologie in den kommenden Jahren. Die
Präzisionsdiabetologie war auch auf dem dreitägigen CEDA-Kongress auf dem
Gelände des Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) das verbindende Thema.
Die Forschung hat in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte
gemacht: Klinisch relevante Subtypen sind bekannt und ihre molekularen
Grundlagen zunehmend verstanden. „Je genauer wir verstehen, welcher
Diabetes-Subtyp bei einer Person vorliegt, desto gezielter können wir
behandeln. Das macht die Behandlung nicht nur effektiver, sondern könnte
auch Ressourcen im Gesundheitssystem schonen", betont Prof. Michael Roden,
Wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher des Vorstands des DDZ
sowie Kongresspräsident der CEDA 2026. Die entscheidende Aufgabe der
kommenden Jahre wird es sein, dieses Wissen in den Versorgungsalltag zu
überführen. „Kongresse wie die CEDA leisten einen entscheidenden Beitrag.
Der Vergleich unterschiedlicher Versorgungsmodelle und Forschungsansätze
aus Zentral-, Ost- und Südosteuropa zeigt, wo Fortschritte erzielt wurden
und wo noch Lücken bestehen", erklärt Roden.

Besondere Aufmerksamkeit erhielten beim Kongress zwei Themen: die
Verbindung zwischen Typ-2-Diabetes und der metabolischen Dysfunktion-
assoziierten steatotischen Lebererkrankung (MASLD), vormals
Fettlebererkrankung genannt, sowie kardiovaskuläre Risiken. Etwa 70
Prozent aller Menschen mit Typ-2-Diabetes haben auch eine MASLD;
unterschiedliche Diabetessubtypen tragen dabei ein unterschiedlich hohes
Risiko, schwere Leberschäden zu entwickeln. Ziel der
Präzisionsdiabetologie ist es, diese Hochrisikogruppen anhand weniger, im
Routinelabor verfügbarer Blutwerte, frühzeitig zu identifizieren, bevor
irreversible Schäden entstehen. Ähnliches gilt für Herz-Kreislauf-
Erkrankungen.

Verleihung des ersten Jühling Prize an Prof. Péter Kempler

Die CEDA 2026 bot den rund 250 Teilnehmenden insgesamt 16
wissenschaftliche Sessions zu Themen mit hoher klinischer Bedeutung,
darunter je ein gemeinsames Symposium mit dem Deutschen Zentrum für
Diabetesforschung (DZD) sowie der Europäischen Diabetesgesellschaft
(EASD). Vier Industriesymposien ergänzten das Programm. Die
Eröffnungsveranstaltung des Kongresses wurde durch Grußworte aus Politik,
Stadtgesellschaft und Wissenschaft begleitet: Ina Brandes, Ministerin für
Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, richtete sich per
Video an die Teilnehmenden. Persönlich anwesend waren Miriam Koch,
Beigeordnete für Kultur, Integration und Gesundheit der Landeshauptstadt,
sowie Prof. Anja Steinbeck, Rektorin der Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf. Im Rahmen der CEDA 2026 wurde Prof. Péter Kempler, Präsident
der CEDA (2022 – 2026) und Professor am Department für Medizin und
Onkologie der Semmelweis Universität Budapest in Ungarn, mit dem Jühling
Prize der Anna Wunderlich und Ernst Jühling-Stiftung ausgezeichnet.
Kempler betont den besonderen Wert des Kongressformats: „Die CEDA
ermöglicht Austausch zur Diabetesversorgung über Grenzen hinweg und
schafft damit etwas, das für die Medizin essentiell ist: einen Raum, in
dem klinische Praxis und Forschung wirklich zusammenkommen. Das Deutsche
Diabetes-Zentrum in Düsseldorf war dafür ein idealer Gastgeber."

Über die CEDA

Die Central European Diabetes Association (CEDA) ist eine internationale
wissenschaftliche Fachgesellschaft, die den Austausch von Diabetes-
Expertinnen und -Experten insbesondere in Zentral-, Ost- und Südosteuropa
fördert. Im Jahr 1969 als internationale Donau-Symposien gegründet,
organisiert die CEDA jährlich rotierende Kongresse und fördert den
Austausch zu regionalen Herausforderungen in der Diabetesforschung und
-versorgung.