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Radfahren in der Schwangerschaft und mit Baby: Hebammen sollen künftig fundiert beraten

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Im Rahmen der Regensburger Radlwochen 2026 veranstaltete die OTH
Regensburg gemeinsam mit der Stadt Regensburg und dem Verein Fahrrad &
Familie e.V. einen Workshop für Hebammenstudierende im Bachelor- und
Masterstudiengang.

Im Mittelpunkt des Workshops standen Fragen, die viele werdende Eltern
beschäftigen: Wie lange kann ich während der Schwangerschaft Fahrrad
fahren? Ist das für mein Baby gefährlich?  Das vom Bundesministerium für
Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geförderte Forschungsprojekt
„Radfahren in der Schwangerschaft und mit Baby“ des Heidelberger
Verkehrsplanungsbüros Verkehr mit Köpfchen untersuchte die Fragen und
Herausforderungen junger Familien rund ums Radfahren. Rund 800 Schwangere
sowie Eltern von Kindern bis zu einem Jahr wurden befragt. Die Ergebnisse
zeigen: Viele Familien wünschen sich fundierte Informationen und wenden
sich mit ihren Fragen an Hebammen. Gleichzeitig fehlen bislang häufig
wissenschaftlich fundierte Informationen und Fortbildungsangebote zu
diesem Thema.

Bewegung statt Schonung

Noch immer hält sich die Vorstellung, Schwangere sollten sich möglichst
schonen. Das ist so nicht mehr richtig, wie Verena Stengel, Leiterin des
Masterstudiengangs Hebammenwissenschaft der OTH Regensburg, erklärt:
„Bewegung fördert während einer gesunden Schwangerschaft langfristig die
Gesundheit von Mutter und Kind und wirkt sogar
Schwangerschaftskomplikationen entgegen. Radfahren ist dabei eine gute
Möglichkeit, sich in der Schwangerschaft und auch nach der Geburt zu
bewegen. Gleichzeitig hilft es, mobil zu bleiben.“

Im Workshop erhielten die Studierenden wissenschaftlich fundierte
Informationen zum Radfahren in Schwangerschaft und früher Elternschaft. Im
Praxisteil probierten sie verschiedene Fahrräder und Transportsysteme aus.
Mit einem umgeschnallten Schwangerschaftsbauch testeten sie außerdem, wie
sich das Fahrgefühl verändert und welche Anpassungen am Fahrrad den
Fahrkomfort verbessern können.

Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft ist Radfahren grundsätzlich bis
zum Ende der Schwangerschaft möglich, solange die Belastung moderat
bleibt. Als Faustregel gilt: Wer sich während der Fahrt noch problemlos
unterhalten kann, überfordert sich in der Regel nicht. Mit wachsendem
Bauchumfang können ein höher eingestellter Lenker, ein etwas tiefer und
leicht nach vorn geneigter Sattel sowie ein tiefer Einstieg das Radfahren
erleichtern.

Keine Belege für Schadstoffbelastung

Auch zur Schadstoffbelastung von Kindern im Fahrradanhänger gibt es
bislang keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege. Zwar befinden sich
ihre Atemwege näher am Boden, gleichzeitig können sich im Auto – etwa im
Stau oder an Ampeln – Abgase im Innenraum anreichern. Eine pauschale
Aussage, welches Verkehrsmittel hinsichtlich der Schadstoffbelastung
günstiger ist, lässt sich deshalb nicht treffen.

Zum Thema Verkehrssicherheit zeigen die bisherigen Statistiken, dass
schwere Verletzungen bei mitgenommenen Kindern extrem selten sind. Wichtig
sind – wie bei anderen Verkehrsmitteln auch – ein geeignetes
Transportsystem sowie eine angemessene und umsichtige Fahrweise.

„Viele Eltern verzichten aus Unsicherheit aufs Radfahren – nicht, weil es
wissenschaftliche Belege dafür gibt“, sagt Hannah Eberhardt, Referentin
und Mitglied des Vereins Fahrrad & Familie e.V. „Wenn Hebammen diese
Fragen fundiert beantworten können, gibt das Familien Sicherheit im
Alltag.“

Der Workshop wurde an der OTH Regensburg erstmals im Rahmen der
praxisnahen Lehre durchgeführt. Teilgenommen haben die Abschlusskohorte
des Bachelorstudiengangs Hebammenkunde sowie die Masterstudierenden des
Studiengangs Hebammenwissenschaft. Welche Impulse der Workshop für die
angehenden Hebammen setzte, zeigen die Rückmeldungen der Studierenden:
„Ich nehme mit, dass es auf jeden Fall wichtig ist, dass Eltern
verschiedene Transportsysteme testen, bevor sie sich entscheiden“, sagt
eine Studentin. Eine weitere ergänzt: „Gut zu wissen ist auch, dass Babys
in Transporthängematten keinen Fahrradhelm tragen sollen.“

Der Workshop wurde durch die SBK finanziell unterstützt. Die Firma Feine
Räder stellte die Fahrräder und Transportsysteme zur Verfügung und
begleitete die Veranstaltung vor Ort mit fachlicher Beratung. Tipps und
wissenschaftlich fundierte Informationen zum Radfahren in der
Schwangerschaft sowie mit Baby und Kleinkind bietet die Homepage des
Vereins Fahrrad & Familie e.V..