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Exzellente Doktorandenschmiede für die Lebenswissenschaften - 20 Jahre Ulmer Graduiertenschule für Molekulare Medizin

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Sie ist ein einzigartiges Erfolgsmodell für die Doktorandenausbildung in
den Lebenswissenschaften: die „International Graduate School in Molecular
Medicine Ulm“ (IGradU). Ende Juni feierte sie ihr 20-jähriges Bestehen mit
einem Blick zurück und nach vorn. Eine Alumni Hall of Fame und
Videobotschaften ehemaliger Absolventinnen und Absolventen zeigten,
welchen Weg viele nach ihrer Promotion eingeschlagen haben – in der
Wissenschaft ebenso wie in der Industrie, einige inzwischen als
Professorinnen und Professoren oder in anderen Führungspositionen, und
zwar im In- und Ausland.

Seit ihrer Gründung haben 480 Nachwuchswissenschaftlerinnen und
-wissenschaftler aus 37 Ländern die IGradU mit Doktortitel (Dr. rer. nat.
oder PhD) abgeschlossen. Mehr als zwei Drittel der Alumni sind Frauen. Was
die Absolventinnen und Absolventen verbindet: eine exzellente
wissenschaftliche Ausbildung mit hervorragenden Karrierechancen. „Für die
Universität Ulm war die IGradU die Eintrittskarte zur wissenschaftlichen
Exzellenz, und sie hat mit der Zeit eine unglaubliche Dynamik entfaltet“,
sagte Professor Thomas Wirth, Dekan der Medizinischen Fakultät.
Universitätspräsident Professor Michael Weber erinnerte daran, dass die
IGradU 2007 der erste Erfolg der Universität Ulm in der
Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder war und damals als beste
Graduiertenschule Baden-Württembergs bewertet wurde. Ihr Auftrag sei es
von Beginn an gewesen, „exzellent ausgebildete und unabhängige
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hervorzubringen, die
selbstständig forschen können“.

Die an der Schnittstelle von Medizin und Naturwissenschaften angesiedelte
Graduiertenschule hat die lebenswissenschaftliche Forschung an der
Universität Ulm nachhaltig geprägt und ihre internationale Sichtbarkeit
gestärkt. Das strukturierte Promotionsprogramm verbindet ein
englischsprachiges Curriculum mit intensiver wissenschaftlicher Betreuung
in kleinen Doktorandengruppen. Thematisch reicht das Spektrum von der
Alters- und Krebsforschung bis zur Virologie und Traumaforschung. Strenge
Auswahlverfahren, regelmäßige Evaluationen und die Veröffentlichung
wissenschaftlicher Ergebnisse in Fachzeitschriften sichern hohe
Qualitätsstandards. Geforscht wird in enger Kooperation mit den von der
Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereichen und
Graduiertenkollegs der Universität Ulm.

Mit Anlauf zum Erfolg

Gegründet wurde die IGradU von Professor Michael Kühl und PD Dr. Dieter
Brockmann. Der Leiter des Instituts für Biochemie und Molekularbiologie
und der damalige Leiter des „Center for Research Strategy and Support Ulm“
(ResUl) hatten zuvor bereits den Bachelor- und Masterstudiengang für
Molekulare Medizin mit weiteren Kollegen und Kolleginnen aufgebaut und den
Anstoß gegeben für ein englischsprachiges Promotionsprogramm in diesem
Bereich. Dieses Programm bildete die Grundlage für die Bewerbung in der
Exzellenzinitiative, die 2007 – im zweiten Anlauf – schließlich
erfolgreich war. Internationale Kooperationen, zunächst mit Universitäten
in Italien (Padua) und Finnland (Oulu), später mit weiteren europäischen
Ländern sowie der USA und China, ermöglichten Doppelpromotionen und
intensivierten den wissenschaftlichen Austausch. Bis 2019 wurde die IGradU
von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. „Heute ist sie
eine zentrale Einrichtung der Universität Ulm und wird gemeinsam vom Land
Baden-Württemberg und der Medizinischen Fakultät getragen“, ergänzt
Michael Kühl. Der damalige Sprecher der IGradU ist heute Vizepräsident für
Kooperationen sowie designierter Präsident der Universität Ulm.

„Für die Universität Ulm markiert die IGradU einen gravierenden Umbruch –
weg von einer Doktorandenausbildung alter Schule hin zu einem modernen
Format, das damals in Deutschland wegweisend war“, betonte IGradU-Sprecher
Professor Bernd Knöll, Leiter des Instituts für Neurobiochemie. Neben dem
internationalen PhD-Programm gehören heute auch ein deutschsprachiges
Promotionsprogramm (Dr. med./Dr. med. dent.) für experimentelle Medizin
sowie ein Kooperationsprogramm mit der Southeast University im
chinesischen Nanjing zur Graduiertenschule.

An den Wandel anpassen

Dass die IGradU weit über die wissenschaftliche Ausbildung hinauswirkt,
zeigte Professor Peter Gierschik in seinem anekdotischen Rückblick über
gemeinsam Erlebtes bei Ausflügen und Veranstaltungen. „Freundschaften,
wissenschaftliche Netzwerke und sogar Partnerschaften sind hier
entstanden“, sagte der ehemalige Leiter des Instituts für Pharmakologie
und Toxikologie, der über viele Jahre zahlreiche junge
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betreut hat. Für die zukünftigen
Betreuer hatte er, mit einem gewissen Augenzwinkern, unter anderem den
folgenden Rat: „Versprechen Sie nicht zu viel! Und behaupten Sie nicht,
dass es einfach wird.“

Ein interaktives Highlight der Feier war eine vom Coordination Office
gestaltete Zeitkapsel, die mit Postkarten des Abends gefüllt und von den
PhD-Studierendenvertreterinnen für die Doktorandinnen und Doktoranden des
Jahres 2046 hinterlegt wurde. Außerdem demonstrierten die beiden IGradU-
Forscherinnen Tuğba Memiş und Nourice Jaber in einem perfekten Science
Pitch mit Fotos aus 2006 und 2026, wie sehr sich die Forschung und der
Laborbetrieb in den letzten 20 Jahren verändert haben. „Die IGradU hat
sich kontinuierlich mit ihren Studierenden weiterentwickelt. Unser Ziel
bleibt es, flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren und den
Promovierenden den nötigen Freiraum für exzellente Forschung zu bieten“,
so Knöll.