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Erfreulicher Fund nach über 50 Jahren: Großer Puppenräuber ist zurück in Sachsen-Anhalt

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Wissenschaftlerinnen und Studierende der Hochschule Anhalt haben im Rahmen
eines Forschungsprojekts einen bedeutenden natürlichen Gegenspieler des
Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) wiederentdeckt: den
Großen Puppenräuber (Calosoma sycophanta). Exemplare des auffälligen
Laufkäfers wurden sowohl im Drömling als auch im Raum Dessau-Roßlau
nachgewiesen. Für Sachsen-Anhalt ist dies ein besonderer Fund, denn die
Art galt seit den 1960er Jahren als ausgestorben beziehungsweise
verschollen.

Wissenschaftlerinnen und Studierende der Hochschule Anhalt haben im Rahmen
eines Forschungsprojekts einen bedeutenden natürlichen Gegenspieler des
Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) wiederentdeckt: den
Großen Puppenräuber (Calosoma sycophanta). Exemplare des auffälligen
Laufkäfers wurden sowohl im Drömling als auch im Raum Dessau-Roßlau
nachgewiesen. Für Sachsen-Anhalt ist dies ein besonderer Fund, denn die
Art galt seit den 1960er Jahren als ausgestorben beziehungsweise
verschollen.

„Der Wiederfund ist eine kleine Sensation. Letztmalig wurde der Käfer in
den 1960er Jahren bei uns in Sachsen-Anhalt gesichtet. Vermutlich ist er
aufgrund des inzwischen großen Nahrungsangebots aus Brandenburg
eingewandert. Wir hoffen, dass er sich bei uns dauerhaft etabliert und
wieder stabile Populationen aufbauen kann“, sagt Dr. Peer Hajo Schnitter
vom Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt.
Der Große Puppenräuber ernährt sich bevorzugt von Raupen und Puppen des
Eichenprozessionsspinners und trägt damit zur natürlichen Regulierung der
Bestände bei. Dass die Käfer nun in Regionen gefunden wurden, die seit
Jahren stark vom Eichenprozessionsspinner betroffen sind, unterstreicht
ihre ökologische Bedeutung.

Gesundheitliche Gefahren für den Menschen immer häufiger im Fokus

Der Eichenprozessionsspinner ist eine heimische Nachtfalterart, deren
Raupen ab dem dritten Larvenstadium Brennhaare entwickeln. Bei Berührung
von Haut oder Schleimhäuten können diese bei Menschen allergische
Reaktionen auslösen. Durch die starke Zunahme der Nachtfalterart in den
letzten Jahrzehnten stehen die damit einhergehenden gesundheitlichen
Gefahren aktuell häufig im Fokus des medialen und öffentlichen Interesses.
Um die Folgen für die menschliche Gesundheit gering zu halten, wird die
Art in Siedlungen und anderen stärker durch Menschen frequentierten
Bereichen häufig bekämpft. Raupennester werden von den Eichen abgesaugt
oder entsprechende Biozide vom Boden oder aus der Luft versprüht.

Natürliche Feinde verstehen und fördern

Bereits seit 2021 untersucht die Hochschule Anhalt in mehreren
Forschungsprojekten nachhaltige Strategien im Umgang mit dem
Eichenprozessionsspinner. Dabei stehen präventive Maßnahmen zur Förderung
der natürlichen Feinde im Mittelpunkt. „Klimawandel und
Biodiversitätsverlust infolge intensiver Landnutzung könnten Ursachen für
die verstärkte Ausbreitung des wärmeliebenden Eichenprozessionsspinners
sein“, erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Annett Baasch von der Hochschule
Anhalt. Untersucht werden beispielsweise der Einfluss von raupenfressenden
Brutvögeln in Nistkästen sowie das Auftreten weiterer Gegenspieler unter
den Insekten. Der Große Puppenräuber ist einer der natürlichen Feinde und
kann helfen, die Population des Falters zu kontrollieren. „Indem wir die
natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners besser verstehen und
fördern, stärken wir natürliche Regulationsmechanismen und schaffen die
Grundlage für nachhaltige, biodiversitätsfreundliche
Managementstrategien.“
Dass der Große Puppenräuber in den beiden Untersuchungsregionen des
Projektes nun gefunden wurde, ist für die ökologische Balance eine sehr
positive Nachricht. Wegen seiner Größe und dem auffälligen goldmetallisch
glänzenden Panzer ist der Große Puppenräuber leicht zu erkennen – ein
wahrer Eye-Catcher. Er ist ein guter Flieger und bekannt dafür, dass er
große Strecken auf der Suche nach Futterquellen zurücklegen kann. Sein
Name verrät seine bevorzugte Nahrung: Raupen und Puppen von
Schmetterlingen. Zwar kann auch der Große Puppenräuber Massenvermehrungen
des Eichenprozessionsspinners nicht aufhalten - aber er ist ein
essentieller Baustein im komplexen Beziehungs- und Regulationsnetzwerk.

Das vom Land Sachsen-Anhalt geförderte Forschungsprojekt „Untersuchungen
und Wissenstransfer zum nachhaltigen Umgang mit dem
Eichenprozessionsspinner in peri-urbanen und ländlichen Gebieten“ läuft
noch bis Ende 2026. Kooperationspartner sind das Biosphärenreservat
Drömling mit den Drömlingsgemeinden sowie die Untere Naturschutzbehörde
der Stadt Dessau-Roßlau.