Fit und sicher im Alltag: OTH Regensburg rückt Prävention und selbstbestimmtes Leben in den Fokus
Rund 80 Teilnehmende informierten sich am Mittwoch, 8. Juli 2026, an der
Hochschule über Gesundheit, Bewegung und sicheres Wohnen.
Wie lässt sich die Lebensqualität bis ins hohe Alter erhalten? Welche
Maßnahmen helfen, Stürze zu vermeiden und ein sicheres Zuhause zu
gestalten? Antworten auf diese Fragen gab die Informationsveranstaltung
„Fit & Sicher“ an der OTH Regensburg, die von der Forschungsstelle für
Orthopädie und Ergonomie unter der Leitung von Prof. Dr. Joachim Grifka
initiiert wurde. Rund 80 Interessierte kamen dazu in den Hörsaal D 002.
Den Auftakt machte Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali, Beauftragte für
den zentralen Entwicklungsschwerpunkt Gesundheit, mit einem Grußwort. Sie
betonte die besondere Rolle der OTH Regensburg als Gesundheitshochschule
in Bayern: „Die OTH Regensburg ist der ideale Ort für diese Veranstaltung,
weil wir wissenschaftliche Kompetenz mit praxisnaher Ausbildung verbinden.
Unsere Studierenden werden qualifiziert, um in der direkten
Patientenversorgung tätig zu sein – in Praxen, im Kreißsaal, in
Pflegeeinrichtungen und Kliniken.“
Innovative Ansätze an der OTH Regensburg
Zugleich verwies sie auf innovative und interdisziplinäre Ansätze in
Forschung und Lehre, etwa den Einsatz von Virtual-Reality-Anwendungen,
digitalen Lösungen zur Reduktion von Einsamkeit sowie modernen Verfahren
zur Bilderkennung bei chronischen Wunden. Das Thema Gesundheit ist zudem
fest im Hochschulentwicklungsplan (HEP) der OTH Regensburg verankert und
prägt nachhaltig die strategische Ausrichtung der Hochschule.
Im ersten Vortragsblock sprach Dr. Ralph Paloncy, Ärztlicher Direktor des
ZAR Regensburg, über die Frage „Trimm’ dich fit ins Alter – aber wie?“. Er
machte deutlich, dass Prävention weit über die Vermeidung von Stürzen
hinausgeht. Es gelte Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Arthrose oder
Diabetes frühzeitig zu berücksichtigen und ganzheitlich zu behandeln. Ziel
sei es, möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier
Wänden zu führen – unterstützt durch Wissen, Netzwerke und geeignete
Vorsorgemaßnahmen.
Anschließend zeigten Prof. Dr. Joachim Grifka gemeinsam mit Silvia
Dullien, Sportwissenschaftlerin an der Forschungsstelle Orthopädie und
Ergonomie, und Dr. med. Agathe Thurn, Assistenzärztin an der
Forschungsstelle, praxisnah, wie Trainingstherapie konkret umgesetzt
werden kann. Dabei stand vor allem die Bedeutung von Bewegung im Alltag im
Mittelpunkt. Prof. Dr. Grifka hat gemeinsam mit seinem Team in der
Forschungsstelle Trainingseinheiten für Gelenke und Wirbelsäule
entwickelt. Darüber hinaus entstanden spezielle Programme für ältere
Menschen, die auf eine ausgewogene Kombination aus Kraft, Mobilität und
Koordination abzielen.
Einfache, aber effektive Übungen für zu Hause
Die Pause wurde als Bewegungspause mit praktischen Anleitungen gestaltet.
Gezeigt wurden einfache, jedoch sehr effektive Übungen, die zu Hause
selbst durchgeführt werden können, wie zum Beispiel das Wadenheben beim
Zähneputzen oder an der Kaffeemaschine.
Im zweiten Teil des Symposiums zeigten Markus Donhauser, Architekt bei der
Landesstelle Barrierefreiheit, mit Beratungstagen auch im Landratsamt
Regensburg, und Melanie Kagerer, Leiterin der Fachstelle Wohnen und
Technik, Seniorenamt der Stadt Regensburg, welche Maßnahmen sich in den
eigenen vier Wänden umsetzen lassen. So können zum Beispiel Stolperfallen
an Balkon- und Terrassentüren mit einem Haustürprofil vermieden werden.
Vieles kann bereits mit einfachen Hilfsmitteln und Lichtsteuerung,
Sturzsensoren oder Wohnungsanpassungen erreicht werden, die schon ab
Pflegegrad 1 von der Pflegekasse mitfinanziert werden.
Ein besonderes Anliegen war den Referentinnen und Referenten der
persönliche Austausch. Während der gesamten Veranstaltung gab es immer
wieder Gelegenheit für Fragen und individuelle Gespräche. Die rege
Beteiligung zeigte, wie groß das Interesse an praxisnahen und
alltagstauglichen Lösungen ist.
