Golden House – Bauen mit Stroh
Studentischer Pavillon im Schweinstal verbindet Hochschule, Praxis und
Region Architekturstudierende der Hochschule Kaiserslautern haben mit „GOLDEN
HOUSE – Bauen mit Stroh“ einen neuen Aufenthaltsort im Pfälzer Wald
geschaffen. Das studentische Selbstbauprojekt setzt die in den
vorangegangenen Semestern erarbeiteten Forschungs- und Entwurfsergebnisse
zu biobasierten Konstruktionen um und knüpft inhaltlich an die Ausstellung
„GOLDEN CORN – Bauen mit Stroh“ an.
Studentisches Selbstbauprojekt und Entwurfsstudio
Im Schweinstal ist zwischen dichtem Wald und stillen Karpfenweihern ein
Pavillon aus Holz, Stroh und Sandstein entstanden. Sein spitzes Dach und
die golden schimmernde Strohfassade spiegeln sich im Wasser und setzen
einen Akzent im Skulpturenpark. Er ist begehbar und dient Besuchenden als
wettergeschützter Unterstand.
An dem Projekt arbeiteten rund 30 Masterstudierende im Studiengang
Architektur der Hochschule Kaiserslautern. Es geht aus einem
Entwurfsstudio im Wintersemester 2025/2026 hervor und basiert auf dem
studentischen Pavillonentwurf von Jan-Luca Barz und Linus Thiel. Die
Umsetzung erfolgte im Rahmen von Blockveranstaltungen in mehreren
Planungs- und Bauphasen. Zunächst wurden Labortests, Detailplanungen und
Versuchsaufbauten von Bauteilen an der Hochschule durchgeführt.
Anschließend folgten mehrere Bauetappen vor Ort im Schweinstal. „Damit
holen wir das Thema Bauen mit Stroh aus dem Seminarraum in die Praxis. Die
Studierenden erleben den gesamten Prozess von der Idee bis zur Umsetzung
im Maßstab 1:1“, sagt Sabrina Wirtz, Professorin für Nachhaltiges
Konstruieren und Entwerfen im Bestand an der Hochschule Kaiserslautern.
Der Einsatz von Stroh, Holz und Sandstein aus der Region demonstriert
dabei die gestalterischen und konstruktiven Möglichkeiten biobasierter
Baustoffe.
Förderung und Kooperation mit Praxispartnern
Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt,
Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz sowie von der Hochschule
Kaiserslautern. Zudem wird es durch die Landesforste Rheinland-Pfalz
unterstützt. Die praktische Umsetzung erfolgt Hand in Hand mit engagierten
Praxispartnern aus der Region (unter anderem Natursteinwerk Picard und
Zimmerei hand–kraft), die ihr Know-how in Materialbereitstellung,
Fertigung und Montage eingebracht haben. Diese enge Zusammenarbeit steht
beispielhaft für gelebten Wissenstransfer zwischen Hochschule und Praxis,
bei dem Studierende mit erfahrenen Handwerker*innen an zukunftsfähigen
Konstruktionen arbeiten.
Lehre, Forschung und Baukultur
Das Lehrgebiet „Nachhaltiges Konstruieren und Entwerfen im Bestand“
verknüpft mit GOLDEN HOUSE forschendes Lernen, konstruktives Entwerfen und
reale Bauprozesse. Die Studierenden übernehmen Verantwortung in
arbeitsteiligen Teams – von Planung und Sicherheit über Material- und
Werkzeuglogistik bis hin zur Dokumentation –, wodurch sowohl technische
Kompetenzen als auch Team- und Organisationsfähigkeit geschult werden.
„Wir möchten den Studierenden und allen Besuchenden des Pavillons zeigen,
dass man mit einfachen Mitteln und natürlichen Baumaterialien
inspirierende Räume schaffen kann“, sagt Nils Fischer, Wissenschaftlicher
Mitarbeitender der Hochschule Kaiserslautern, der das
semesterübergreifende Projekt mitbetreut hat. Ziel ist es, zirkuläre,
ressourcenschonende und postfossile Bauweisen erfahrbar zu machen und
damit einen sichtbaren Beitrag zur Bauwende und zu einer
zukunftsorientierten, regionalen Baukultur zu leisten.
