Rheuma online auf die Spur kommen
Neues kostenloses Online-Tool unterstützt Menschen mit Verdacht auf
rheumatische Erkrankungen – Studienteilnehmende gesucht
Anhaltende Gelenkschmerzen, unaufhörliche Beschwerden oder die Sorge, dass
etwas nicht stimmt? Menschen mit möglichen rheumatischen Erkrankungen
durchleben häufig eine lange Phase der Unsicherheit. Bis eine Diagnose
gestellt wird, vergehen oft Monate oder sogar Jahre. Ein neues digitales
Angebot soll Betroffene dabei unterstützen, ihre Beschwerden besser
einzuordnen und gut vorbereitet in ärztliche Gespräche zu gehen.
Ziel ist
es, den Zugang zur Versorgung zu verbessern. Im Online-Tool „Rheumatic?“
können Personen mit Verdacht auf rheumatische Erkrankungen einen
wissenschaftlich entwickelten Fragebogen ausfüllen und erhalten
anschließend eine persönliche Symptomübersicht. Diese kann gespeichert,
ausgedruckt und zum Arzttermin mitgenommen werden. Für die begleitende
Studie sucht die Arbeitsgruppe „Digitale Medizin und Versorgungsforschung“
von PD Dr. Harriet Morf, Fachärztin der Medizinischen Klinik 3 –
Rheumatologie und Immunologie des Uniklinikums Erlangen, nun
Studienteilnehmende, die das Tool testen und anschließend Fragen dazu
beantworten möchten.
„Digitale Angebote können die ärztliche Diagnostik nicht ersetzen. Sie
können aber dazu beitragen, Menschen früher zu erreichen, Orientierung zu
geben und den Zugang zur Versorgung zu vereinfachen. Unser Ziel ist es,
Patientinnen und Patienten dabei zu unterstützen, sich besser auf
medizinische Gespräche vorzubereiten und ihre Beschwerden gezielter zu
kommunizieren“, erklärt PD Morf.
Das digitale Angebot „Rheumatic?“ wurde in enger Zusammenarbeit mit
Rheumatologinnen und Rheumatologen sowie mit Patienten und Patientinnen
entwickelt und deckt unterschiedliche rheumatische Erkrankungen ab. Es
dient ausdrücklich nicht der Diagnosestellung, sondern soll die
Kommunikation zwischen Betroffenen und Behandelnden unterstützen und
dadurch eine frühzeitige medizinische Abklärung erleichtern. Ziel des
Forschungsprojekts ist es, zu untersuchen, wie Menschen digitale
Unterstützung bei der Orientierung im Gesundheitssystem erleben und wie
solche Angebote künftig verbessert werden können.
Studienteilnahme
Nutzerinnen und Nutzer, die an der Studie teilnehmen möchten, werden nach
der Verwendung des Online-Tools viermal per E-Mail zu ihrem
Gesundheitszustand, möglichen Diagnosen und Behandlungen befragt. Die
gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung von
„Rheumatic?“ ein. Das Online-Tool steht allen Interessierten – unabhängig
davon, ob sie an der Studie teilnehmen oder nicht – kostenlos zur
Verfügung. Weitere Informationen und Zugang zum Tool:
https://rheumatic.elsa.science
Europäische Zusammenarbeit
Die Untersuchung ist Teil des europäischen Forschungsprojekts SPIDeRR
unter Leitung der Universität Leiden, in dem Forschende und
Versorgungspartner aus mehreren Ländern gemeinsam neue Ansätze zur
früheren Erkennung und besseren Versorgung rheumatischer Erkrankungen
entwickeln. Unterstützt wird die Initiative außerdem durch den Deutschen
Rheuma-Liga Bundesverband e. V., der sich für eine bessere Versorgung,
Information und Beteiligung von Menschen mit rheumatischen Erkrankungen
einsetzt. Neben dem Uniklinikum Erlangen beteiligt sich aus Deutschland
auch die Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane.
Mehr zum Forschungsprojekt SPIDeRR:
https://spiderr-project.eu/
