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Klärschlamm aufbereiten und emissionsarm verbrennen: Sächsisches Verbundprojekt „ReKlär“ entwickelt innovative Lösungen

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Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an eine ressourcenschonende
Abfallverwertung sowie die angestrebte Energieautarkie kommunaler
Kläranlagen besteht ein wachsender Bedarf an innovativen Lösungen zur
thermischen Verwertung von Klärschlämmen. Gemeinsam mit einem sächsischen
Netzwerk aus Wirtschaft und Forschung ist vor diesem Hintergrund das mit
1,9 Mio. EUR Gesamtvolumen durch die sächsische Aufbaubank (SAB)
finanzierte Verbundprojekt „ReKlär“ gestartet. Ziel ist die Entwicklung
eines innovativen Gesamtsystems, das insbesondere kleinen und mittleren
kommunalen Kläranlagen eine wirtschaftliche und ressourcenschonende
Verwertung von Klärschlamm ermöglicht.

Im Mittelpunkt des Projekts „Ganzheitliche Entwicklung und Optimierung von
Brennstoffen und Brennerkonzepten für emissionsarme Klärschlammverbrennung
– ReKlär“ (FKZ: 100784296) stehen die Entwicklung eines homogenen,
lagerfähigen Brennstoffs aus entwässertem Klärschlamm sowie eines speziell
darauf abgestimmten Brennersystems für eine effiziente und emissionsarme
thermo-chemische Verwertung. „Durch die Kombination beider Teilvorhaben
soll ein praktikables System zur dezentralen thermischen
Klärschlammverwertung entwickelt werden, das speziell auf die Bedürfnisse
kleiner und mittelgroßer Kläranlagen bis 50.000 Einwohnerwerte, meist ohne
Faulgasnutzung, ausgelegt ist. Insbesondere die Skalierung auf kleinere
Kläranlagen begründet den innovativen Charakter des Vorhabens, da bislang
kein ganzheitlich konzipiertes System zur Aufbereitung und Nutzung von
Klärschlamm für diese Anlagengröße aus einer Hand verfügbar ist“ erläutert
Dr. Claudia Kirsten, Projektleiterin am DBFZ.

Neben ökologischen Vorteilen (Emissionsreduktion, Ressourcennutzung) des
entwickelten Konzeptes bietet das System auch ökonomische Potenziale durch
eine effektive Wärmenutzung, wegfallende Transportkosten, Erlöse aus
zugekauften Monostoffen und überwiegend extern verwerteten Aschen sowie
die langfristige Reduzierung von Lager- und Entsorgungskosten. Damit soll
das Projekt einen deutlichen Beitrag zur Umsetzung der politisch gesetzten
Ziele zur weitgehenden bilanziellen Energieautarkie kommunaler
Infrastrukturen bis 2040 auch im Sinne der Substitution fossilen Erdgases
bzw. Heizöles als Energieträger leisten.

Im Rahmen des Verbundprojektes übernimmt das DBFZ die Aufbereitung sowie
die umfassende Charakterisierung der Klärschlämme, Zumischkomponenten,
erzeugten Brennstoffe und Aschen durch standardisierten Laboranalytik und
ordnet diese nationalen und internationales Standards zu. Zudem wird der
Rechtsrahmen rund um die energetische Nutzung von Klärschlamm evaluiert.
Zusätzlich unterstützt das DBFZ bei der messtechnischen Erfassung der
Emissionen der Brennersysteme sowie bei der Auslegung and Anpassung der
Brenner und der zusätzlichen Emissionsminderungsnologien.

Regionale Industriepartner wie die NMT Heizsysteme GmbH, die Richter
Fördertechnik + Metallbau GmbH, die Taupitz GmbH & Co. KG sowie die GAD
GmbH bringen ihre Expertise aus den Bereichen Brennstofftechnik,
mechanische und thermische Verfahrenstechnik, Anlagenbau und digitaler
Messtechnik mit dem Ziel ein, eine integrierte technische Lösung für die
dezentrale thermische Verwertung von Klärschlamm zu entwickeln.