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Europas einziger Hersteller von Galliumoxid-Halbleitern sichert sich 2 Millionen Euro

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Nach dem Chips Act 2.0: Das Berliner Deeptech-Startup NextGO Epi erhält 2
Millionen Euro für die Produktion der nächsten Generation von Halbleitern.
NextGO Epi, ein Berliner Deeptech-Startup und Spin-off des Leibniz-
Instituts für Kristallzüchtung (IKZ), hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde
in Höhe von 2 Millionen Euro abgeschlossen. Das Unternehmen produziert
Galliumoxid-Epitaxiewafer für die Leistungselektronik der nächsten
Generation. Sein Verfahren erzeugt ein bahnbrechendes Halbleitermaterial,
das die Ladezeit von Elektroautos von 60 auf nur 10 Minuten verkürzen und
zugleich die Herstellungskosten von Leistungshalbleitern um bis zu 75
Prozent senken könnte.



NextGO Epi ist das einzige europäische Unternehmen, das Galliumoxid-
Epitaxiewafer in Industriequalität mit bis zu vier Zoll Durchmesser
fertigt. Das Material bildet die elektrisch aktive Schicht der nächsten
Generation von Leistungshalbleitern: Bauelemente auf Galliumoxid-Basis
halten höheren Spannungen stand und arbeiten effizienter als das heute
gängige Siliziumkarbid oder Galliumnitrid. Die Technologie steckt im Kern
jeder Stromübertragung, von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge über
Wechselrichter für erneuerbare Energien bis hin zu KI-Rechenzentren und
Systemen zur Raketenortung.

Angeführt wurde die Pre-Seed-Runde von Vireo Ventures, unter Beteiligung
von Ultratech Capital Partners, IBB Ventures sowie Business Angel Boris
Habets. Nur eine Woche nachdem die Europäische Kommission mit dem Chips
Act 2.0 ihren bislang ambitioniertesten Vorstoß für Europas
Halbleitersouveränität vorgestellt hat, markiert die Runde das erste
institutionelle Investment in Europas einzigen Hersteller von Galliumoxid-
Epiwafern. Das frische Kapital fließt in die Beschleunigung der
Produktentwicklung, den Ausbau des Teams und die Stärkung der
kommerziellen Präsenz in Europa und auf den globalen Märkten.

„Ta-Shun und sein Team bei NextGO Epi haben eine großartige Zukunft vor
sich. Sie verbinden tiefes technisches Know-how mit modernsten
Fertigungskapazitäten, um Galliumoxid-Halbleiter zu produzieren, die die
Elektronik der nächsten Generation revolutionieren werden. Wir freuen uns
sehr, sie am Beginn ihres Weges zum führenden Anbieter dieser zunehmend
strategischen Schlüsseltechnologie zu begleiten“, sagt Damian Perl,
Gründer und General Partner von Ultratech Capital Partners.

Das Gründungsteam vereint mehr als zehn Jahre Erfahrung in Galliumoxid-
Forschung und Epitaxie, untermauert durch zwei internationale Patente und
über 30 wissenschaftliche Publikationen. Unterstützt wird das Unternehmen
zudem von Dr. Jochen Linck, ehemaliger COO von Aixtron, der als Operating
Partner das Wachstum und die kommerzielle Skalierung von NextGO Epi
begleitet.

„Galliumoxid ist für die Leistungselektronik, was Silizium für die
Computertechnik war – und Europa sollte diese Wertschöpfungskette
besitzen“, sagt Dr. Ta-Shun Chou, CEO und Mitgründer von NextGO Epi. „Wir
bauen die Materialbasis, die die nächste Energierevolution möglich macht.
Und wir bauen sie in Europa.“

Stephan Schulze, Investment Director bei IBB Ventures, ergänzt: „NextGO
Epi kommerzialisiert eine Technologie, die auf dem Kontinent einzigartig
ist. Entwickelt in Berlin, verwurzelt im starken Forschungsökosystem der
Stadt und ihrer jahrzehntelangen Halbleiterexpertise, ist das Unternehmen
bestens positioniert, um zu einem zentralen europäischen Lieferanten von
Galliumoxid-Epiwafern zu werden.“

Der Chip, bei dem sich Europa keine Importabhängigkeit leisten kann

Der im Juni vorgestellte Chips Act 2.0 der Europäischen Kommission zielt
ausdrücklich darauf ab, Europas Abhängigkeit von asiatischen und US-
amerikanischen Lieferanten bei jenen Halbleitermaterialien zu verringern,
die Elektrofahrzeuge, KI-Server und das Stromnetz der Energiewende
antreiben. NextGO Epi ist genau die Art von Unternehmen, die diese Politik
hervorbringen soll: Es baut die grundlegende Lieferkette auf, die Europa
braucht, um die nächste Welle der Energie- und Mobilitätswende anzuführen.

Galliumoxid bietet gegenüber dem heute verbreiteten Siliziumkarbid einen
erheblichen Effizienzsprung: Das Material ist zehnmal energieeffizienter,
verkraftet eine bis zu sechsmal höhere Spannungsdichte und lässt sich um
bis zu 75 Prozent günstiger herstellen. Das dreiköpfige, durchgängig
promovierte Gründerteam – Dr. Ta-Shun Chou, Dr. Andreas Popp und Dr.
Andreas Fiedler – hat über ein Jahrzehnt daran gearbeitet, defektfreies
Galliumoxid in Industriequalität zu entwickeln, mit starker Unterstützung
des IKZ. „Das Wissenschafts- und Technologieprogramm des IKZ hat sich der
Entwicklung und Bereitstellung von Kristallen höchster Qualität für
Elektronik und Photonik verschrieben. Im Fall unserer Ausgründung NextGO
Epi freue ich mich, sagen zu können: Höchste Qualität gilt hier nicht nur
für das Galliumoxid-Produkt, sondern gleichermaßen für das Gründerteam“,
erklärt IKZ-Direktor Prof. Dr. Thomas Schroeder.

Vom Labor in die Produktion: Kunden auf drei Kontinenten

Das Unternehmen produziert bereits, erzielt Umsätze und beliefert Kunden
auf drei Kontinenten. Kern des Produkts ist das Aufwachsen einer
epitaktischen Galliumoxid-Schicht – der sogenannten „Epi-Schicht“ – auf
ein Wafersubstrat. Sie bildet den elektrisch aktiven Teil eines
Hochleistungs-Halbleiterbauelements. NextGO Epi ist das einzige
europäische Unternehmen, das diese Schicht aus Galliumoxid in der von
Industriekunden geforderten Qualität herstellt.

Die naheliegendste Anwendung ist das Laden von Elektrofahrzeugen: Eine
Ladesäule mit Bauelementen auf Basis des NextGO-Epi-Materials könnte ein
Fahrzeug in 10 statt heute 60 Minuten vollständig laden – und das
zuverlässig auch im Winter, wenn Lithium-Batterien typischerweise am
schwächsten sind. Darüber hinaus steigert dasselbe Material die Effizienz
von Wechselrichtern für erneuerbare Energien, Stromversorgungen in KI-
Rechenzentren, Netztransformatoren und Verteidigungssystemen.

„Halbleiter mit ultrabreiter Bandlücke entwickeln sich zur entscheidenden
Schlüsseltechnologie für die Hochvolt-Leistungselektronik der nächsten
Generation – und Galliumoxid führt dieses Feld an. Kein anderes Material
erreicht dieses Leistungsspektrum“, sagt Mischa Wetzel, Mitgründer und
Managing Partner von Vireo Ventures. „Was NextGO Epi auszeichnet: Das ist
kein Forschungsprojekt. Das Team produziert bereits, liefert bereits an
Kunden – und weltweit kann praktisch niemand, was sie können. Diese
Position, aufgebaut auf Jahren erstklassiger Forschung am IKZ, macht sie
zu einem einzigartig starken Kandidaten für die Rolle als
Schlüssellieferant dieser Industrie.“

Über NextGO Epi

NextGO Epi entwickelt und produziert Galliumoxid-Epitaxiewafer für
Leistungshalbleiter der nächsten Generation. Gegründet in Berlin von einem
Team aus Halbleiterwissenschaftlern, ist das Unternehmen Europas einziger
Hersteller von Galliumoxid-Epitaxiewafern in Industriequalität – mit
Anwendungen in der EV-Ladeinfrastruktur, bei erneuerbaren Energien, KI-
Infrastruktur, Netzelektronik und Verteidigung. NextGO Epi unterhält mehr
als 20 aktive Kooperationen mit Kunden und Forschungseinrichtungen in
Europa, Asien und Nordamerika, darunter Foxconn, Gallox Semiconductor, das
Ferdinand-Braun-Institut (FBH) und ITRI. Unterstützt wird das Unternehmen
von der Investitionsbank Berlin, INAM, Siltronic und dem Leibniz-Institut
für Kristallzüchtung (IKZ). Mehr unter: www.nextgoepi.com