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UN-Nachhaltigkeitsziele spielerisch entdecken

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Was bedeutet Nachhaltigkeit wirklich? Wie sieht eine nachhaltige
Kreislaufwirtschaft aus? Und welchen Einfluss haben politische
Entscheidungen auf Klima, Gesellschaft und Wohlstand? Damit hat sich
Student Ben Grünewald im Studiengang Sustainable Process Engineering
beschäftigt. Er hat den SDG Campus entwickelt – eine Plattform mit
Informationen und Spielen zu den UN-Nachhaltigkeitszielen. Spieler:innen
können ihre Müllsortierkenntnisse unter Beweis stellen oder in einer
Simulation die Regierung einer Industrienation übernehmen. Zu finden ist
das Spiel unter https://v0-nachhaltigkeit-verstehen.vercel.app/.



Nachhaltiges Handeln spielt im verfahrenstechnischen Studiengang
Sustainable Process Engineering eine wichtige Rolle. Neben der Frage, wie
in Zukunft fossile Rohstoffe vermieden und durch nachhaltige Alternativen
ersetzt werden können, geht es dabei auch um die Wiederverwertung von
Materialien nach dem Ende ihrer Nutzungsdauer. Studierende sollen
Nachhaltigkeit in ihren vielfältigen Ausprägungen kennenlernen und
verstehen. Aus diesem Grund sind auch die Nachhaltigkeitsziele der UN
(SDGs) ein wichtiges Thema im Studiengang. Schon im ersten Semester
entwickeln die Studierenden Projektideen, wie sie das komplexe Thema
anschaulich vermitteln können. Ben Grünewald hat dafür gemeinsam mit
Kommiliton:innen eine Unterrichtsstunde für Grundschulklassen
ausgearbeitet. „Wir haben ein Projekt geplant, bei dem es um Schokolade
geht – unter anderem auch um die Verpackung. Ich habe Spaß daran gefunden
und wollte gern etwas machen, wobei das Thema digital greifbar wird“,
erklärt er.

Entstanden ist dabei der SDG-Campus, eine digitale Plattform, auf der
Interessierte die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN finden können. Außerdem
hat Ben Grünewald mit der Unterstützung von Künstlicher Intelligenz zwei
Spiele entwickelt. Beim „Sortierwerk“ müssen verschiedene Dinge,
beispielsweise Kassenbons oder Druckerpatronen, in die richtigen
Müllbehälter sortiert werden. Danach gibt es Feedback, ob die Sortierung
richtig war und wie sich die Entscheidungen auf die CO2-Bilanz auswirken.
„Wir beschäftigen uns auch im Studiengang damit, wieso Recycling wichtig
ist und welche Auswirkungen eine falsche Müllsortierung auf die Umwelt
hat. Manches ist auch gesetzlich geregelt, zum Beispiel das Recycling von
Batterien. Das sollte man wissen, wenn man beispielsweise
Forschungsprojekte umsetzen möchte“, erklärt Ben Grünewald.

Wie politische Entscheidungen Einfluss auf Klima, Gesellschaft und
Wohlstand haben, zeigt das Strategiespiel „Pilotprojekt Zukunft“.
Spieler:innen übernehmen die Regierung einer modernen Industrienation und
müssen mit dem vorhandenen Budget klug in die Bereiche Soziales,
Gesundheit, Bildung, Umwelt, Infrastruktur und Wirtschaft investieren.
Welche Konsequenzen die Entscheidungen haben, basiert auf realen
Wirkungszusammenhängen aus der Nachhaltigkeitsforschung und IPCC-
Szenarien. Die Simulation realistisch zu gestalten, war eine besonders
große Herausforderung. „Ich hatte in einem Videospiel ein Schiebersystem
gesehen, das ich gern übernehmen wollte. Bis das geklappt hat, habe ich
einige Anläufe gebraucht“, sagt der Student. Auch die Höhe des Budgets
musste mit Bedacht gewählt werden. „Wenn es zu hoch ist, können überall
100 Prozent ausgewählt werden. Das ist selbstverständlich nicht
realistisch.“ Jeder Bereich hat unterschiedliche Auswirkungen auf die
planetare Belastbarkeit, die menschliche Entwicklung, die wirtschaftliche
Resilienz und den gesellschaftlichen Frieden. So verbessern beispielsweise
CO2- Steuern zwar das Klima, senken aber den sozialen Frieden. Wenn dieser
oder die planetare Belastbarkeit unter kritische Schwellenwerte sinken,
kommt es zum Systemkollaps. Spielende müssen in jeder Runde auf die
Ereignisse eingehen und ihre Einstellungen anpassen, da sonst die Werte
ebenfalls sinken.

Neben den beiden Spielen enthält der SDG-Campus Informationen zu den 17
Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Diese sind 2016 in Kraft
getreten und sollen die nachhaltige Entwicklung aller Länder weltweit
sichern. Ben Grünewald hat sie zusammengetragen und mit weiteren
Informationen hinterlegt, beispielsweise der Armut- und
Unterernährungsquote oder dem Materialverbrauch. „Wer SPE studiert, soll
nach dem Abschluss Probleme der Zukunft lösen. Das Verständnis für
Nachhaltigkeit ist daher sehr wichtig“, sagt er. Weitere Informationen zum
Studiengang sind unter www.hs-bremerhaven.de/spe zu finden. Außerdem
beantwortet Ben Grünewald als Studienpate per Mail und Videochat Fragen
rund um das SPE-Studium. Informationen dazu unter www.hs-
bremerhaven.de/de/studium/studienpat-innen/sustainable-process-
engineering.

Der SDG-Campus ist entstanden im Rahmen des neuen Lehrformats
"Transformative, dialogisch-interaktive BNE-Lehre" im Projekt „InFoNa -
Entwicklung von innovativen Lehrformaten im Nachhaltigkeitskontext an der
Hochschule Bremerhaven“. Ziel ist es, dass Studierende nicht nur das
fachliche Wissen zum Thema Nachhaltigkeit erwerben, sondern auch die Werte
verinnerlichen. Dies geschieht durch die Durchführung eigener Projekte.
Ben Grünewald hat sich als Student in der Pilotphase eingebracht.
Gefördert wird das Projekt durch die Senatorin für Umwelt, Klima und
Wissenschaft - Freie Hansestadt Bremen sowie die "Bremerhavener
Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH“ (bis).

Derzeit läuft die Bewerbungsphase für ein Studium an der Hochschule
Bremerhaven. Auch der Bachelorstudiengang Sustainable Process Engineering
nimmt neue Studierende auf. Die Bewerbungsfrist ist der 15. August.
Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren für Bachelorstudiengänge
unter www.hs-bremerhaven.de/...rbewerbung. Wer Interesse an einem
Masterstudium hat, findet weitere Informationen unter https://www.hs-
bremerh...rbewerbung.