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Nahwärme-Bürgerinitiativen sind wichtig für die Berliner Wärmewende

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Gemeinsame Pressemitteilung des Instituts für ökologische
Wirtschaftsforschung (IÖW) und des Aktionskreis Energie e.V. (AkE) ► Der
Berliner Wärmeplan zeigt: Für rund ein Fünftel der beheizten Fläche in
Berlin könnte klimafreundliche Nahwärme eine wichtige Rolle spielen.
Einige Nahwärme-Initiativen sind bereits aktiv und suchen
Mitstreiter*innen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Diese Initiativen
benötigen Unterstützung, um ihre Ziele zu erreichen. Das zeigt ein
Workshop des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) mit
Initiativen, die im Aktionskreis Energie e. V. (AkE) vernetzt sind.



Berlin, 28. Juli 2026 – Rund ein Fünftel der beheizten Fläche in Berlin
eignet sich laut Wärmeplan für Quartierswärmenetze. Dort könnten kleinere
Nahwärmenetze mit Abwärme, Geothermie oder anderen lokalen Quellen künftig
Gas- und Ölheizungen ersetzen. Als Betreiber kommen unter anderem lokale
Bürgerinitiativen infrage. Der Berliner Aktionskreis Energie e.V. (AkE)
vernetzt solche Initiativen. Vor welchen Hürden sie stehen und welche
Unterstützungsbedarfe sie haben, ermittelte ein Workshop des Projekts
„Wärmewende Schöneberger Norden“ (WärmSchöN). Er fand im Rahmen eines AkE-
Vernetzungstreffens im Juni am Institut für ökologische
Wirtschaftsforschung (IÖW) statt. Insbesondere zeigte sich, dass die
Initiativen schon weit vor der eigentlichen Umsetzung finanzielle
Unterstützung und Beratung brauchen, etwa um Gutachten und
Machbarkeitsstudien zu beauftragen oder Lösungen fundiert bewerten zu
können.

Berlin braucht Quartierswärme – doch wer könnte Nahwärmenetze betreiben?

Viele Menschen in der Stadt fragen sich, wie sie zukünftig heizen werden.
Die Ergebniskarte des Berliner Wärmeplans zeigt, welche
Versorgungslösungen für welche Gebäudeblöcke priorisiert werden. In
sogenannten Prüfgebieten, die 18 Prozent der beheizten Fläche ausmachen,
könnten Nahwärmenetze mehrere Gebäude oder ein ganzes Quartier mit Wärme
versorgen. Dafür kommen Wärmequellen wie Abwasserwärme, Geothermie oder
Solarthermie infrage. Zusätzlich könnten Quartierswärmenetze auch dort
interessant sein, wo die Fernwärme erst sehr spät ausgebaut werden soll.
Die zentrale offene Frage für all diese Gebiete ist: Welche Akteure
könnten dort ein Wärmenetz betreiben? Neben den Berliner Stadtwerken und
anderen Wärmeversorgern können auch Energiegenossenschaften diese Aufgabe
übernehmen.

„In Berlin gibt es bereits erste Initiativen, die sozialverträgliche
Nahwärme in ihrem Kiez umsetzen wollen und damit einen wichtigen Beitrag
für die Wärmewende leisten“, sagt Wärmewende-Expertin Dr. Julika Weiß vom
IÖW, Co-Leiterin des Projekts WärmSchöN, das vom Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie gefördert wird.

Anschubfinanzierung und Beratung nötig

Im Workshop des Projekts WärmSchöN diskutierten sieben Nahwärme-
Initiativen aus den Bezirken Tempelhof-Schöneberg, Steglitz-Zehlendorf und
Charlottenburg-Wilmersdorf über Erfolgsfaktoren und Unterstützungsbedarfe.
„Der Austausch zeigte das enorme Engagement von Bürger*innen in den
Initiativen, um vor Ort weitere Mitstreiter*innen zu gewinnen und um
konkrete Lösungsansätze für die Wärmeversorgung zu entwickeln“, betont
Weiß. Eine große Hürde für die Initiativen ist jedoch die Finanzierung von
Gutachten und Machbarkeitsstudien, um aus ersten Ideen konkrete Lösungen
zu entwickeln. Aktuell fehlen diese Fördermittel, auch weil der Bund sein
Förderprogramm zur energetischen Stadtsanierung (KfW 432) erneut gestoppt
hat. Hierauf hatten einige Initiativen gesetzt, die jetzt auf der Suche
nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten sind.

Zudem ist die Beratung und Unterstützung durch die Bezirksämter bei der
Initiierung, Planung und Umsetzung für viele Initiativen sehr wichtig.
Diese können die Bezirke aber nur sehr eingeschränkt leisten, da sie
personell nicht ausreichend ausgestattet sind.

„Im Wärmeplan wird deutlich, dass Berlin die Bedeutung von Nahwärme-
Initiativen erkannt hat. Das ist positiv zu bewerten. Nun kommt es darauf
an, dass die im Wärmeplan genannten Maßnahmen zur Unterstützung von
bürgerschaftlichen Nahwärmeprojekten tatsächlich bald umgesetzt werden“,
so Weiß. Eine erste wichtige Maßnahme hat das Land bereits ergriffen:
Berlin hat mit der Wärmewendeagentur eine neue Beratungsstelle geschaffen,
an die sich Bürger*innen wenden können – etwa mit Fragen zur Gründung
einer Initiative für Quartierswärme.

Aktionskreis Energie vernetzt Initiativen: „Idealer Zeitpunkt um Nahwärme-
Initiative zu gründen“

„Jetzt ist ein idealer Zeitpunkt, um eine Nahwärme-Initiative zu gründen,
weil das Interesse der Bürger*innen an ihrer zukünftigen Wärmeversorgung
zurzeit groß ist“, sagt Manuela Gabriel, Vorstandsmitglied des AkE. Sie
selbst ist in der Initiative Wärmewende Friedenau aktiv. „Wir engagieren
uns ehrenamtlich für ein Nahwärmenetz und sind in der Nachbarschaft
unterwegs, um weitere Menschen für diese tolle Möglichkeit des
klimaneutralen Heizens zu begeistern. Denn nur, wenn sich genügend
Interessierte finden, ist ein Quartierswärmeanschluss preiswert
umsetzbar.“

Der AkE organisiert berlinweite Vernetzungstreffen der Wärmenetz-
Initiativen, um die Ehrenamtlichen durch einen Erfahrungsaustausch zu
stärken. Das nächste Treffen findet am 17. September 2026 am IÖW in der
Potsdamer Straße statt. Interessierte können sich hier anmelden.

Soziale Lösungen vor Ort anstoßen

Die bisherigen Initiativen sind häufig in Gebieten aktiv, in denen viele
Menschen in ihren eigenen Immobilien leben. Doch was ist mit Quartieren,
in denen die meisten Menschen zur Miete wohnen? Um für solche Gebiete
einen Anstoß zu geben, will das Forschungsprojekt WärmSchöN im
Schöneberger Norden mit Anwohnenden und lokalen Akteuren über eine sozial
gerechte Wärmeversorgung diskutieren. Im Fokus stehen vor allem solche
Wohnblöcke, in denen ein Ausbau der Fernwärme gar nicht oder erst nach
2040 geplant ist. Für sozialverträgliche Wärme sind dort
gemeinwohlorientierte Lösungen wie eine genossenschaftlich getragene
Nahwärme vielversprechend. Begleitet durch die Anwohnenden-Initiative „AG
Wärmewende“ im Schöneberger Norden wollen die Forschenden die Bedürfnisse
von Menschen vor Ort frühzeitig in die Entwicklung möglicher Lösungen für
die Wärmeversorgung einbeziehen und Wege aufzeigen, wie sich auch Mietende
beteiligen können.

Über das Projekt WärmSchöN

Im Projekt WärmSchöN entwickelt das IÖW zusammen mit dem Bezirksamt
Tempelhof-Schöneberg, der Technischen Universität Berlin, der Gewobag ED,
der AG Wärmewende des Quartiersrats Schöneberger Norden und der
Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU)
Blaupausen für Quartierslösungen zur Umsetzung der Wärmeplanung vor allem
in dicht bebauten innerstädtischen Nachbarschaften. Die Ergebnisse sollen
auch anderen Quartieren in Berlin und darüber hinaus Orientierung bieten.

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Weitere Informationen:

• Projekt WärmSchöN: https://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg
/politik-und-

verwaltung/beauftragte/klimaschutz/waermewende/artikel.1685453.php
• Zum Aktionskreis Energie e.V.: https://aktionskreis-energie.de;
Anmeldung zum nächsten Vernetzungstreffen: https://aktionskreis-
energie.de/events/vernetzungstreffen-4/
• Berliner Wärmeplan bei der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr,
Klimaschutz und Umwelt:
https://www.berlin.de/sen/uvk/klimaschutz/waermewende/waermeplan/
• AG Wärmewende im Schöneberger Norden: https://www.schoeneberg-nord.de
/ag-waerme-und-energie/
• Initiative Wärmewende Friedenau: https://waermewende-friedenau.de/
• Wärmewendeagentur: https://waermewendeagentur.de/