Dr. Rolf M. Schwiete Uveitis-Zentrum an der Universitätsmedizin Mannheim
Forschungs-HUB an der Universitäts-Augenklinik der UMM treibt Forschung zu
einer Erkrankung des Auges voran, die zwar selten, bei Komplikationen aber
eine der häufigsten Ursachen für Sehverlust und Erblindung ist
Eine großzügige Förderung durch die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung in Höhe
von 2,5 Mio. Euro bildet die Basis für das Uveitis-Zentrum, das am 29.
Juli 2026 an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) gegründet wurde.
Damit
sind sowohl ein breites Portfolio an Forschungsprojekten als auch die
weitere kontinuierliche Sammlung qualitativ hochwertiger Daten zu dieser
seltenen, aber tückischen entzündlichen Augenerkrankung im Rahmen des
Uveitis-Registers TOFU (Treatment Exit Options For non-infectious Uveitis)
gesichert.
„Vor allem wird sich das Zentrum aber damit befassen, die richtigen
Schlüsse aus den durchgeführten Projekten und gesammelten Daten zu ziehen
und daraus Leitlinien zu entwickeln, um bestmögliche Behandlungsergebnisse
mit möglichst wenig Nebenwirkungen bei der oft langfristig notwendigen
Immunsuppression zu ermöglichen“, erklärt Professor Dr. Dr. Robert P.
Finger, Direktor der Augenklinik der UMM.
Uveitis ist eine Gruppe von seltenen, entzündlichen Erkrankungen im
Inneren des Auges, die häufig zu Sehverlust und Erblindung führen. Der
Name leitet sich von Uvea ab, der sogenannten Gefäßhaut, die wichtig für
die Versorgung des Auges mit Blut und Nährstoffen ist. Bei einer Uveitis
geht die Entzündung von verschiedenen Teilen der Gefäßhaut aus.
Eine Uveitis kann infektiöse Ursachen haben, ausgelöst durch Viren oder
Bakterien. Die meisten Fälle werden jedoch durch nicht-infektiöse Auslöser
wie Autoimmunerkrankungen verursacht – wenn körpereigene Abwehrzellen
fälschlicherweise gesundes Gewebe im Auge angreifen und damit
Entzündungsprozesse in Gang setzen, die zu Schwellungen und Schäden an der
empfindlichen Gefäßhaut führen können.
Die nicht-infektiöse Uveitis verläuft häufig chronisch und trifft
besonders Menschen im mittleren Erwachsenenalter. Schwere Verläufe der
chronischen Uveitis benötigen immer eine langfristige Immunsuppression.
Allerdings gibt es dafür nur wenige zugelassene Medikamente und keine
evidenzbasierten Empfehlungen, wann eine Therapie reduziert oder
ausgeschlichen werden kann.
Mit dem Ziel, die Behandlungsergebnisse von Patienten mit einer nicht-
infektiösen Uveitis der hinteren Augenabschnitte zu verbessern und den
Sehverlust durch Uveitis zu reduzieren, wurde in den vergangenen sechs
Jahren das Uveitis-Register TOFU erfolgreich aufgebaut, in dem
Krankheitsverläufe von Uveitis-Patienten langfristig erfasst werden und
insbesondere auch das Ausschleichen bzw. Absetzen der immunmodulierenden
Medikamente dokumentiert wird. Die erhobenen Daten dienen dazu,
Empfehlungen für Therapieleitlinien zu erarbeiten, und damit auch eine
bessere Standardisierung der Uveitis-Therapie zu erzielen. Berücksichtigt
wird bei der Erhebung der Daten auch die Lebensqualität der teilnehmenden
Patienten.
Neben einer Reihe von Forschungsprojekten zu Bildbasierten Biomarkern,
Vorhersage von Krankheitsverläufen und Therapieansprechen werden im
Schwiete Uveitis-Zentrum die Uveitis-Registerdaten erforscht und daraus
Leitlinien entwickelt, die zu einer höheren Standardisierung der Therapie
und besseren Ergebnissen führen werden. „Die Daten werden uns unter
anderem Aufschluss darüber geben, wann wir gefahrlos eine medikamentöse
Therapie beenden können. Wir gehen stark davon aus, dass damit unnötig
lange, belastende Therapien vermieden werden, die heute noch häufig sind,
da es keine verlässlichen Daten dazu gibt“, sagt Professor Finger. „Dazu
trägt auch unsere Forschung zu neuen, Bildbasierten Biomarkern bei, mit
denen wir die Entzündungsaktivität besser quantifizieren und Therapien
steuern können“, ergänzt Dr. med. David Fink, M. Sc..
