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Bundesweit einzigartiges KI-Reallabor für die Gesundheitsversorgung geht in Baden-Württemberg an den Start

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Nach rund einjähriger Aufbauphase öffnet sich das KI-Reallabor Gesundheit
Baden-Württemberg am Bosch Health Campus für externe Akteurinnen und
Akteure. Ziel ist es, Innovationen schneller und regulatorisch sicher in
die Gesundheitsversorgung zu bringen und Baden-Württemberg als führenden
Gesundheits- und Innovationsstandort weiter zu stärken. Die
Landesregierung schafft damit einen geschützten Testraum für
vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz und macht ihn für Unternehmen,
Versorgungseinrichtungen und die Öffentlichkeit zugänglich.



„Unser Gesundheitswesen steht vor großen Herausforderungen. Die Menschen
werden älter, der Fachkräftemangel nimmt zu und die Nachfrage nach
medizinischen Leistungen steigt. Künstliche Intelligenz wird diese
Probleme nicht allein lösen. Sie kann aber helfen, knappe Ressourcen
gezielter einzusetzen und die Versorgung der Menschen langfristig zu
sichern. Unser Ziel ist es deshalb, gute Ideen schneller aus der
Entwicklung in die Versorgung zu bringen – verantwortungsvoll, sicher und
mit einem konkreten Mehrwert für Patientinnen und Patienten“, sagte
Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand am Freitag (31. Juli) in Stuttgart.

„Das alte Gesundheitssystem stößt an finanzielle und personelle Grenzen.
KI hat das Potenzial, die Funktionsfähigkeit und auch die Finanzierbarkeit
des Gesundheitssystems wieder herzustel-len. Deshalb brauchen wir die
Möglichkeit, schnell und praxis-orientiert KI zu testen, wie dies in
unserem Reallabor jetzt möglich ist“, sagte Prof. Dr. med. Mark Dominik
Alscher, Geschäftsführer des Bosch Health Campus.

Das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg
fördert den Aufbau und Betrieb des KI-Reallabors Gesundheit Baden-
Württemberg seit 2025 mit rund einer Million Euro jährlich. In den
vergangenen Monaten wurde die Infrastruktur am Bosch Digital Innovation
Hub des Bosch Health Campus in Stuttgart aufgebaut. Nun nimmt das
Reallabor unter dem Namen SAINDBOX – AI Health Sandbox BW den Betrieb auf.

Baden-Württemberg greift die europäische KI-Verordnung auf

Mit dem KI-Reallabor Gesundheit Baden-Württemberg nimmt das Land
bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Das Vorhaben zahlt auf das mit der
europäischen KI-Verordnung (EU AI Act) verfolgte Ziel ein, einen Raum für
regulatorisches Lernen zu schaffen. Entwicklerinnen und Entwickler,
Gesundheitsberufe, Wissenschaft, Aufsichtsbehörden und Gesellschaft können
gemeinsam Erfahrungen einbringen, Barrieren identifizieren und Lösungen
entwickeln.

„Die SAINDBOX ist mehr als eine Testumgebung. Wir bringen KI-Entwickelnde,
Gesundheitsversorgung und regulatorische Expertise frühzeitig an einen
Tisch. So können Fragen zu Datenzugang, Regulierung und Implementierung
parallel zur technologischen Entwicklung bearbeitet werden – genau dort,
wo sie in der Praxis entstehen“, sagt Prof. Dr. Oliver G. Opitz, Leiter
des Bosch Digital Innovation Hubs am Bosch Health Campus und Kopf des KI-
Reallabors.

KI-gestützte Patientensteuerung als zentraler Anwendungsfall

Bereits in der Entwicklungsphase wurde das Konzept des KI-Reallabors
Gesundheit Baden-Württemberg anhand von verschiedenen Anwendungsszenarien,
beispielsweise einer KI-gestützten Informationsgewinnung aus Papierakten
weiterentwickelt. Ein zentrales Projekt ist derzeit die Entwicklung einer
Anwendung zur KI-gestützten Patientensteuerung. Sie soll Menschen
schneller und einfacher zur passenden Versorgungsebene lotsen. Erprobt
wird die Lösung zunächst in der hausärztlichen Versorgung, der Kinder- und
Jugendmedizin als Beispiel für die fachärztliche Versorgung sowie in der
Notaufnahme.

Der konkrete Mehrwert für das Gesundheitswesen ist eines der wichtigsten
Kriterien für die Auswahl der so genannten Use Cases, also der
verschiedenen Anwendungsszenarien. Dabei wird das KI-Reallabor Gesundheit
Baden-Württemberg von einem externen Beirat unterstützt. Der SAINDBOX-
Beirat wählt zweimal jährlich eine begrenzte Anzahl an Use Cases für eine
regulatorische Begleitung von bis zu zwölf Monaten aus. Eine finanzielle
Zuwendung ist damit nicht verbunden.

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Über den Bosch Health Campus

Der Bosch Health Campus vereint alle Institutionen und Förderaktivitäten
der Robert Bosch Stiftung im Bereich Gesundheit mit den vier Säulen
Behandeln, Forschen, Bilden und Fördern. Mit seinen interdisziplinär
vernetzten Einrichtungen und mehr als 3600 Mitarbeitenden hat es sich der
Bosch Health Campus zur Aufgabe gemacht, innovative Lösungen für die
großen Herausforderungen des Gesundheitswesens anzubieten.

Zum Bosch Health Campus gehören das Robert-Bosch-Krankenhaus, das Dr.
Margarete Fischer-Bosch Institut für Klinische Pharmakologie, das Robert
Bosch Centrum für Tumorerkrankungen, das Robert Bosch Centrum für
Integrative Medizin und Gesundheit, der Bosch Digital Innovation Hub, das
Institut für Geschichte der Medizin, das Irmgard Bosch Bildungszentrum
sowie das Robert Bosch Centrum für Innovationen im Gesundheitswesen.

Mehr unter https://www.bosch-health-campus.com