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Wie man Menschen für Wissenschaft begeistern will

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Daimler und Benz Stiftung fördert neue Projekte zur
Wissenschaftsvermittlung
In der Förderlinie „Innovative Wissenschaftsvermittlung“ stärkt die
Daimler und Benz Stiftung den Diskurs zwischen Öffentlichkeit und
Wissenschaft. In diesem Jahr gehen gleich zwei Projekte an den Start, die
jeweils mit 30.000 Euro gefördert werden: Ein Erlebnisparcours soll auf
die ökologischen Folgen der Lichtverschmutzung aufmerksam machen und eine
Lichtshow mit selbstgebauten Drohnen soll Technikskeptiker für die
Ingenieurwissenschaften interessieren.



Die Stiftung hatte in einer Ausschreibung aufgerufen, Anträge für eine
innovative Veranstaltung einzureichen, durch die wissenschaftliche
Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit in neuer Form vermittelt werden.
Dadurch soll ein grundsätzliches Interesse an Wissenschaft und Forschung
geweckt werden. Die Veranstaltung sollte sich von bisher üblichen Formaten
abheben und idealerweise Menschen unterschiedlicher Altersgruppen
ansprechen. Ort, Zeit, Dauer sowie die Ausrichtung nach wissenschaftlichem
Inhalt konnten frei gewählt werden. Aus rund 100 Anträgen wurden zwei
Projekte ausgewählt:

Lichtverschmutzung als Umweltproblem verstehen
Künstliches Licht prägt unseren Alltag. In Städten, an Gebäuden oder
zuhause erzeugt es Sicherheit und individuelle Möglichkeiten der
Lebensgestaltung. Die permanente Beleuchtung bringt allerdings auch eine
bittere Kehrseite mit sich: Natürliche Tag-Nacht-Rhythmen von Organismen
werden verändert, die Orientierung zahlreicher Tierarten gestört und
ökologische Prozesse an Land sowie in Küsten- und Meereslebensräumen
beeinflusst.

Obwohl die Auswirkungen der Lichtverschmutzung wissenschaftlich belegt
sind, wird künstliches Licht bislang nur selten als Umweltproblem
wahrgenommen. Genau hier setzt das Projekt „Lebensraum Dunkelheit“ von
Hatice Kadija Ege, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, an.
Es entsteht ein immersives Wissenschaftsformat, das aktuelle Erkenntnisse
zur Lichtverschmutzung erfahrbar macht. Das Vorhaben wird im Rahmen der
Förderlinie „Innovative Wissenschaftsvermittlung“ der Daimler und Benz
Stiftung mit rund 30.000 Euro gefördert.

Im Mittelpunkt steht ein interaktiver Erlebnisparcours, in dem Teilnehmer
Beleuchtungssituationen mit allen Sinnen erleben. Sie treffen
Entscheidungen über den Einsatz künstlichen Lichts und erfahren
unmittelbar, welche Folgen diese auf den Menschen, Ökosysteme und marine
Lebensräume haben. Dabei werden Zielkonflikte zwischen Sicherheit, Nutzung
öffentlicher Räume sowie dem Schutz von Natur und Biodiversität erfahrbar.

Durch die Verbindung von sinnlicher Erfahrung, wissenschaftlichen
Erkenntnissen und realen Entscheidungssituationen eröffnet „Lebensraum
Dunkelheit“ einen neuen Zugang: Künstliche Beleuchtung ist weit mehr als
eine rein technische oder gestalterische Frage – sie stellt ein reales
Umweltproblem dar.

Drohnen für die Vermittlung von Wissenschaft
Die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft bleibt für viele Menschen
im Alltag oft abstrakt, wenn Berührungspunkte mit technischen Innovationen
fehlen. Durch das partizipative Projekt „Licht aus Ideen“ von Dr. Liubov
Bakhchova, TU Braunschweig, soll durch faszinierende Lichtimpressionen
eine emotionale Brücke in die Ingenieurwissenschaften gebaut werden.

In mehreren Workshops sollen Teilnehmer ohne Vorkenntnisse zunächst
technische Details und praktische Fertigkeiten erlernen, um Flugdrohnen
selbstständig bauen zu können. Darüber hinaus werden einfache
Programmierkenntnisse für die anschließende Gestaltung kreativer
Lichtanimationen vermittelt. Als Höhepunkt und Abschluss des Projekts
sollen die gemeinsam entwickelten Bildmotive in einer öffentlichen
Drohnenshow vorgeführt werden – als Termin ist Ende April 2027 in
Braunschweig vorgesehen. Die Daimler und Benz Stiftung unterstützt das
Vorhaben im Rahmen ihrer Förderlinie „Innovative Wissenschaftsvermittlung“
mit rund 30.000 Euro.

Vom Erwerb grundlegender Kenntnisse bis zu den finalen Tests werden die
Teilnehmer von Wissenschaftlern und Studenten der Technischen Universität
Braunschweig betreut; dabei entsteht ein intensiver und persönlicher
Austausch. Durch das aktive Mitmachen, die kreativen
Gestaltungsmöglichkeiten und das öffentlich sichtbare Ergebnis wird
Technologie für die Teilnehmer, aber auch für Außenstehende erlebbar.

Das Projekt richtet sich insbesondere an Personen, die keinen technischen
oder wissenschaftlichen Hintergrund haben, auch Technikskeptiker und
Menschen mit geringem Bildungshintergrund sollen angesprochen werden. Das
Konzept lässt sich auf andere Veranstaltungsorte und wissenschaftliche
Kontexte übertragen. Ziel ist es, die Wertschätzung für die
Ingenieurwissenschaften zu steigern.

Innovative Wissenschaftsvermittlung
Die Stiftung fördert die Konzeption und Durchführung einer Veranstaltung
zum Thema „Innovative Wissenschaftsvermittlung“. Antragsberechtigt sind
bundesweit gemeinnützige Einrichtungen, Unternehmen oder Organisationen
aus Kultur, Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft, die eine Veranstaltung
zur Wissenschaftsvermittlung organisieren und ausrichten wollen.

Daimler und Benz Stiftung
Die Daimler und Benz Stiftung fördert Wissenschaft und Forschung. Dazu
richtet sie innovative und interdisziplinäre Forschungsformate ein. Ein
besonderes Augenmerk legt die Stiftung durch ein Stipendienprogramm für
Postdoktoranden sowie die Vergabe des Bertha-Benz-Preises auf die
Förderung junger Wissenschaftler. Mehrere Vortragsreihen sollen die
öffentliche Sichtbarkeit der Wissenschaft stärken und deren Bedeutung für
unsere Gesellschaft betonen.

Weitere Informationen unter:
www.daimler-benz-stiftung.de

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung
weiblicher und männlicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche
Personenbezeichnungen gelten für Personen aller Geschlechter. Wir möchten
die in den Texten der Stiftung verwendete Form als geschlechtsneutral und
wertfrei verstanden wissen.