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Spritzbares Mulchmaterial aus Nachwachsenden Rohstoffen zur Beikrautunterdrückung

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Um Kulturpflanzen im Obst-, Wein-, und Gemüsebau
vor konkurrierenden Beikräutern zu schützen, haben Wissenschaftler des
Technologie- und Förderzentrums (TFZ) in Straubing ein spritzbares
Mulchmaterial entwickelt. Es besteht aus Nachwachsenden Rohstoffen und
baut sich nach seiner Funktionszeit vollständig biologisch ab. Das
LiquiMulch genannte Material soll dabei helfen, Kunststofffolien und
Herbizide in der Landwirtschaft einzusparen. Jetzt hat das TFZ zwei
Forschungsberichte dazu veröffentlicht.



Das Beikrautmanagement stellt im Obst-, Gemüse- und Weinbau eine zentrale
Herausforderung dar, da Beikräuter in direkter Konkurrenz zu den
Kulturpflanzen um Wasser und Nährstoffe stehen. Gleichzeitig wird der
Einsatz chemischer Herbizide zunehmend eingeschränkt, während mechanische
Verfahren arbeitsintensiv sind und Folienabdeckungen Plastikmüll
verursachen. Vor diesem Hintergrund haben Wissenschaftler des TFZ ein
spritzbares Mulchmaterial auf Basis nachwachsender Rohstoffe entwickelt.
LiquiMulch besteht aus zwei flüssigen Komponenten. Neben den
Trägerflüssigkeiten Rapsöl und Wasser enthält das Material Stärke, das
Geliermittel Natriumalginat sowie Cellulosefasern. Das Gemisch kann
streifenförmig auf den Boden aufgespritzt werden, geliert anschließend
innerhalb kurzer Zeit und bildet eine geschlossene physikalische Barriere,
die das Auflaufen und Wachstum von Beikräutern zuverlässig unterdrückt.
Das Verfahren ist dabei flexibel an unterschiedliche Kulturen anpassbar,
da sowohl die Streifenbreite als auch die Aufwandmenge entsprechend
variiert werden können. Gemeinsam mit den Unternehmen Hans Wanner und
Amazonen-Werke H. Dreyer wurden hierfür geeignete Ausbringgeräte
entwickelt, die eine praxistaugliche Anwendung ermöglichen.

Die Wirksamkeit des Mulchmaterials wurde unter realen Praxisbedingungen in
Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
(LWG) untersucht. Hierzu führten die Wissenschaftler im Wein-, Obst- und
Gemüsebau wissenschaftlich standardisierte Feldversuche unter praxisnahen
Bedingungen durch. Die Ergebnisse zeigen, dass LiquiMulch eine
geschlossene Mulchschicht bildet und den Beikrautbewuchs wirksam
unterdrückt. Darüber hinaus trägt das Material zur Stabilisierung der
Bodenfeuchte bei, wodurch insbesondere in Trockenperioden ein zusätzlicher
Nutzen für die Kulturpflanzen entsteht.
„Aufgrund seiner Funktionsweise eignet sich das Material für eine Vielzahl
unterschiedlicher Anwendungen“, sagt Dr. Michael Kirchinger,
Projektbearbeiter am TFZ. So kann das spritzbare Mulchmaterial
beispielsweise auch zur Freihaltung von Weidezäunen oder zur
Unkrautregulierung um den Stamm neu gepflanzter Stadtbäume erfolgreich
eingesetzt werden.

Mit dem Abschluss der Forschungsarbeiten konnte die Praxistauglichkeit des
Verfahrens nachgewiesen werden. Nun soll ein Industriepartner oder
Dienstleister gefunden werden, um das Verfahren in den Markt zu überführen
und für die landwirtschaftliche Praxis verfügbar zu machen.

Gefördert wurden die Forschungsvorhaben zu LiquiMulch in Projekten der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Optimulch) und des Bayerischen
Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus
(ABOWprax und OptimulchErtrag). Die TFZ-Forschungsberichte mit der Nummer
91 und 92 können unter www.tfz.bayern.de heruntergeladen werden.

Originalpublikation:
Alternatives Verfahren zum Beikrautmanagement im Feldgemüsebau mit
LiquiMulch
https://doi.org/10.5281/zenodo.20269919

Alternatives Beikrautmanagement im Obst- und Weinbau mit einem spritzbaren
Mulchmaterial – LiquiMulch
https://doi.org/10.5281/zenodo.20270183